🌲 Waldpfad
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Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 09.06.2026 10:56"Nun wie sagt man? Wer nicht will, hat schon." Erwiderte er leise schmunzelnd und steckte die Packung wieder ein, während er neben ihm her langsam durch den Wald schlenderte. Während er darauf wartete, dass Asmodeus etwas zu seinen Worten sagen, oder zumindest seine Frage beantworten würde, bliess er kleine, weisse Rauchringe in die Luft und genoss die überraschend angenehme Stille zwischen ihnen eine kleine Weile.
Bei dem kleinen Lächeln und der Art wie er ihn bei seinen nächsten Worten ansah, machte sich ein warmes Gefühl in ihm breit. Die meisten, denen er bisher von seinen Gedanken und Wünschen erzählt hatten, aka seiner Familie, hatten darauf mit spott reagiert. Hatten ihn einen träumer genannt und dass der richtige weg aus harter Arbeit bestand, um Reichtum und macht zu erlangen, dann würde sich der Rest schon ergeben. Asmodeus reagierte anders, nicht mit Spott oder Belehrungen, sondern mit ruhiger Akzeptanz, etwas dass Seth nicht wirklich kannte. Deshalb bedeutete es ihm etwas, wenngleich sie sich noch nicht lange kannten.
Eine kleine Weile sagte auch ee nichts, bevor er bei der nächsten Bemerkung leise auf lachte und ihn spielerisch mit der Schulter anstiess. "Und doch verbringst du freiwillig Zeit mit diesem Fall hoffnungslosem Idealismus, Pass auf sonst färbe ich noch auf dich an." Zog er ihn fast schon liebevoll auf und zwinkerte ihm sanft zu, ehe er wieder ruhiger wurde um Asmodeus den Raum und die Zeit zu geben, seine eigene Antwort zu finden.
Als er schliesslich zu sprechen begann, schüttelte er sanft lächelnd den Kopf. "Ich brauche keine beeindruckende Antwort. Ich wünsche mir eine ehrliche, so nichtig sie dir vielleicht auch erscheinen mag, ist es letzten Endes doch ein teil von dir und erlaubt mir, dich etwas besser kennen zu lernen. Also mach dir keine Gedanken darüber, wie es wirken mag." Beruhigte er ihn leise Lächelnd und legte einen Moment die Hand auf seinen Unterarm, eine stille Ermutigung, selbst wenn er die womöglich nicht brauchte.
"Das ist ganz und gar nicht lächerlich, Asmodeus." Widersprach er sanft, während er dem Blick seiner goldenen Augen ruhig Stand hielt, während er ihn ansah. "Ein langes Leben kann vermutlich Segen und Fluch zugleich sein. Es ist nicht lächerlich, dass man sich Überraschung oder Abwechslung wünscht, wenn man alles schon gesehen hat. Reichtum, Macht, letztlich verliert alles seinen Reiz irgendwann, wenn es gewöhnlich für einen wird. Und man gewöhnt sich schnell an Dinge. Und wenn sich alles wiederholt, wie du sagst, wird es irgendwann langweilig und man fragt sich, was man mit seiner Existenz anfangen soll."
Warm lächelte er ihm zu, ein verständnisvoller Ausdruck im blau seiner Augen. "Und keine Sorge, mein Ego ist ziemlich bescheiden, das wird nicht so leicht grössenwahnsinnig. Ich würde mir nicht einbilden, nach nur einem Abend jemand zu sein, der dich überraschen kann. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht versuchen kann, so jemand zu werden, oder?"
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 09.06.2026 08:54Asmodeus nahm die angebotene Zigarettenschachtel entgegen, betrachtete sie einen Augenblick und schob sie dann mit einem amüsierten Schnauben wieder zurück. „Behalte sie.“ Er warf Seth einen Seitenblick zu. „Eine schlechte Angewohnheit pro Person reicht völlig aus.“ Ob er damit das Rauchen meinte oder etwas anderes, ließ er offen. Die Hände verschwanden wieder in den Manteltaschen, während sie zwischen den dunklen Bäumen hindurchliefen. Als Seth schließlich antwortete, sagte Asmodeus lange nichts und als die letzten Worte verklungen waren, erschien ein kleines Lächeln auf seinen Lippen. „Nein.“ Seine Stimme war ungewöhnlich ruhig. „Das ist nicht klischeehaft.“ Die goldenen Augen ruhten kurz auf ihm. „Die meisten Menschen reden von Erfolg, Geld, Liebe, Ruhm.“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Du sprichst von Reue.“ Er wandte den Blick wieder dem Wald zu. „Das ist etwas völlig anderes.“ Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her, dann entkam ihm ein leises Lachen. „Außerdem bist du Psychologe. Ihr seid alle hoffnungslose Idealisten.“ Die Bemerkung kam warm, fast zärtlich neckend. „Ihr tarnt es nur besser als andere.“ Als Seth ihm schließlich dieselbe Frage stellte, verlangsamten sich seine Schritte beinahe unmerklich. Zum ersten Mal an diesem Abend antwortete Asmodeus nicht sofort, weil er überlegen musste, welche von den Antworten die Wahrheit war. Es gab viele. Zu viele. Er hatte sich Macht gewünscht, vor langer Zeit, er hatte sich Einfluss gewünscht, Freiheit, Wissen, Unterhaltung, aber alles davon hatte er bekommen und irgendwann festgestellt, dass Wünsche seltsam wurden, wenn man genug Zeit hatte, sie zu erfüllen. „Was ich mir wünsche?“ wiederholte er leise. Ein Ast knackte irgendwo in der Dunkelheit, dann hob er langsam den Blick zum Nachthimmel. „Früher hätte ich dir eine beeindruckende Antwort gegeben.“ Ein schwaches Schmunzeln erschien auf seinen Gesichtszügen. „Etwas Dramatisches. Etwas, das zu meinem Ruf passt.“ Die goldenen Augen glitten wieder zu Seth. „Heute bin ich mir nicht sicher.“ Das war vermutlich die ehrlichste Antwort, die er den ganzen Abend gegeben hatte. „Nach einer gewissen Zeit…“ begann er langsam. „… werden Wünsche kompliziert.“ Sein Blick blieb auf dem jüngeren Mann ruhen. „Menschen wünschen sich Dinge, weil ihre Zeit begrenzt ist.“ Er lächelte leicht. „Sie haben Fristen.“ Er jedoch nicht. „Vielleicht.“ Er dachte einen Moment nach. „Vielleicht wünsche ich mir manchmal überrascht zu werden.“ Ein leises Schnauben verließ ihn als würde er über sich selbst lachen. „Lächerlich, nicht wahr?“ Doch er schien die Antwort gar nicht abzuwarten. „Die meisten Dinge wiederholen sich irgendwann.“nSeine Stimme war ruhiger geworden, etwas nachdenklicher. „Menschen verlieben sich aus denselben Gründen. Hassen aus denselben Gründen. Treffen dieselben Fehler. Erzählen dieselben Lügen.“ Die goldenen Augen funkelten schwach im Mondlicht. „Und dann taucht gelegentlich jemand auf, der etwas Unerwartetes tut.“ Ein kleines Lächeln erschien. „Das gefällt mir.“ Für einen Moment ruhte sein Blick auf Seth länger als nötig, etwas aufmerksamer. Dann schob er die Hände tiefer in die Taschen seines Mantels. „Und ehe dein Ego jetzt größenwahnsinnig wird…“ Die Belustigung war zurück bei Admodeus. „Nein, ich rede nicht von dir.“ Er machte eine kurze Pause. „Zumindest noch nicht.“ Mit vollkommen ernster Miene setzte er seinen Weg fort, doch das verräterische Zucken seiner Mundwinkel machte die Lüge offensichtlich.

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 08.06.2026 22:15Für eine ganze Weile lief Seth schweigend neben Asmodeus her, nicht etwa, weil er nichts zu sagen gehst hätte, denn in seinem Kopf herrschte niemals Stille, sondern weil er ernsthaft über seine Frage nach dachte. Tief zog er den Rauch in seine Lungen, bevor er ihn langsam wieder ausstiess und ein wenig auf dem Filter kaute. Nun, ausserhalb der Arbeit, erlaubte er es sich, seine Arbeitspersönlichleit zurück zu schrauben und wieder etwas weiter in seine komfortzone einzudringen, ruhiger zu werden. "Nun..." Begann er schliesslich leise, das schiefe Grinsen auf seinem Lippen weicher und beinahe leicht verletzlich. "...ich schätze ich möchte, was jeder Mensch insgeheim möchte. Ein Leben zu leben, in dem ich möglichst nichts bereue. Ich möchte die Freiheit habe, meinen eigenen Weg zu gehen, Dinge auszuprobieren die mich interessieren und irgendwann auf dem sterbebett nicht denken zu müssen, hätte ich es doch anders gemacht..." Ein beinahe verlegenes Lächeln umspielte seine Lippen, während er vorsichtig hinüber ins Gold Asmodeus' Augen sah, um zu erkennen, was dieser darüber dachte. Normalerweise teilte er seine tiefsten Gedanken und Wünsche nicht so leichtfertig. "Ziemlich klischeehaft, was?" Ein leises Lachen entkam seinen Lippen, während er leicht den Kopf schüttelte. "Was ist mit dir? Was wünschst du dir, Asmodeus?" Fragend lächelnd neigte er den Kopf zur Seite, aufrichtige Neugier im blau seiner Augen.
🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 02.06.2026 18:43
🌲 Waldpfad
Zwischen alten Bäumen und verborgenen Wegen.
Ein Ort für Ruhe, Abenteuer und zufällige Begegnungen.




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