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Re: Seths Reich (auch seine Wohnung genannt)
von Seth am 23.07.2026 18:34"Oh ja, eine Umarmung wäre ganz bestimmt überaus gefährlich. Jeder weiss doch, dass sie beinahe einem Todesurteil gleicht." Bestätigte er mit dem Bemühen eines Mannes, der von vorne herein wusste, dass die Schlacht aussichtslos war, ernst zu bleiben, ehe er erneut in ausgelassenes Gelächter verfiel.
Während Asmodeus über die Terrasse schlenderte, beobachtete Seth ihn aufmerksam. Wie er sogleich von den sanft duftenden Kräutern angezogen wurde, wie behutsam er über die Pflanzen strich, sich seinen Lieblingsort mit so viel Respekt behandelte, dass ihm warm ums Herz wurde. "Nun ja, ich wollte halt einen Ort, an dem ich einfach entspannen und abschalten kann und habe ihn nach meinen Vorstellungen und wünschen zu schaffen begonnen. Und ich denke, das Ergebnis darf sich ruhig sehen lassen, meinst du nicht?" Mit ausladender Gestik deutete er auf ihrer beider Umgebung und lächelte erneut, diesmal etwas weicher.
"Solltest du tatsächlich nicht wieder aufstehen wollen, nehme ich es als Kompliment. Die ist aber hoffentlich ebenso bewusst, dass ich, wenn du nicht mehr aufstehst, dich fortan als Polster meines Hängesessels nutzen werde, wann immer mir danach ist, ein wenig zu schweben." Neckte er ihn mit einem frechen, verspielten grinsen auf den Lippen und zwinkerte ihm einmal mehr zu. Aufmerksam beobachtete er Asmodeus Mimik, als dieser sich in den Sessel fallen liess, doch war eigentlich schon dessen schweigen genug, weshalb sich seine Lippen zu einem triumphierenden Grinsen verzogen.
"Ich wusste, es würde dir gefallen. Wie kann es einem auch nicht gefallen, das Gefühl zu haben, auf Wolken zu schweben?" Leise lachte er auf und trat näher vor den Sessel, bis ihre Knie sich beinahe berührten, als er die Hände auf der oberen Kante ablegte und sich ihm ein Stück weit entgegen lehnte. Seine Lippen verzogen sich erneut zu einem Grinsen, als er schliesslich erneut sprach.
"Natürlich konnte ich nicht mit Sicherheit wissen, wie du darauf reagieren würdest, aber ich hatte so ein Gefühl, dass es dich zum bleiben überzeugen können, also musste ich mein Glück doch versuchen. Und mir scheint, du hast nichts dagegen, ist es nicht so, Asmodeus?" Grinsend löste er eine Hand vom Rahmen und stupste leicht gegen seine Nasenspitze.
Re: Seths Reich (auch seine Wohnung genannt)
von Seth am 13.07.2026 21:32"Na geht doch, jetzt hast du es verstanden. Und ich hatte schon befürchtet, dass du mich doch nicht so leicht durchschaust wie du glaubst es zu tun." Erklärte er mit einem übertrieben gewichtigen Nicken, als wäre dies die einzig mögliche Beschreibung seines Morgens, bevor er leise lachend den Kopf schüttelte. "Nein aber jetzt mal ernsthaft, für gewöhnlich besteht mein Frühstück aus ein bis zwei Tassen Kaffee, wenn überhaupt. Einen Schokomuffin hatte ich bisher noch nie als erste Mahlzeit des Tages, doch ich beklage mich definitiv nicht darüber. Du darfst mich gerne öfters damit überraschen, da hörst du keine Beschwerden meinerseits." Erklärte er mit einem frechen, verspielten Grinsen auf den Lippen, ehe er leicht errötete, als das Knurren seines Magens ihn so hinterhältig verriet.
Bei Asmodeus' Gesichtsausdruck und seinem Spruch nach dem Küsschen, konnte er nicht anders als leise zu lachen und den Kopf sanft zu schütteln, bevor er sich dramatisch an die Brust griff und in übertriebener Dramatik verkündete; "Iiiich? Soll dich mögen?! Das ist doch nur wirklich eine äusserst abwegige überlegung, wie kommst du bloss darauf? Es ist doch allgemein weithin bekannt, dass man lediglich Personen küsst, die man ganz und gar, absolut nicht leiden kann, was denn auch sonst?" Dabei funkelten seine blauen Augen verspielt, während er ihm leicht zu zwinkerte, bevor er vor ihm die Treppe hinauf stieg.
Während er es sich bereits wieder gemütlich gemacht hatte und voller Genuss an seinem Muffin knabberte, beobachtete er aufmerksam, wie Asmodeus sich in seiner kleinen Zuflucht umsah. Ein kleines, warmes Lächeln umspielte seine Lippen, als er bemerkte, dass es ihm hier zu gefallen schien. Sanft nickte er. "Ja, du hast es erfasst. Ich mag es nicht, in engen Räumen eingesperrt zu sein, darum ist meine Wohnung so weit und offen. Und wenn ich das Gefühl habe, mir würde die Decke auf den Kopf fallen, oder ich mich lange konzentrieren muss, dann komme ich hier hinauf, wo ich einfach durchatmen kann. Musik auf die Ohren und alles andere wird unwichtig. Nur das hier und jetzt zählt dann noch."
Ein kleines, beinahe verträumtes Grinsen zierte seine Lippen, während er sprach. Er war deutlich entspannter als er es in der Uni gewesen wäre, weshalb er über Asmodeus freche Sprüche auch belustigt mit lachte, statt eingeschnappt zu sein. "Ein normaler Montag für einen alten Dämon womöglich. Für einen jungen Menschen wie mich war das Stress pur." Gab er schelmisch grinsend zurück, bevor er einen schluck seines Kaffees nahm. "Vielen Dank für das Frühstück Asmo, wirklich."
Erneut begegnete er dem Blick der goldenen Augen mit seinen blauen und aufrichtige Wertschätzung für die geste lag darin. Doch bei seinen nächsten Worten erhob er sich aus dem Sessel und trat ein Stück zur Seite. "Er ist wirklich gemütlich, mein absoluter Lieblingsplatz im ganzen Haus, nein vermutlich gar in der Stadt. Bitte, probier ihn ruhig aus, es ist als würdest du auf Wolken sitzen." Bewarb er seinen geliebten Sessel lächelnd und liess sich auf der Lounge nieder.
Re: Seths Reich (auch seine Wohnung genannt)
von Seth am 13.07.2026 16:31"Meinen Morgen als chaotisch zu bezeichnen, wäre ohne jeden Zweifel eine Untertreibung. Ein stressiges Desaster trifft er wohl eher." Gab er mit einem leicht resignierten Grinsen zurück und schlug ihm bei seinem nächsten Spruch sanft mit der Hand gegen die Brust. "Und bitte, als wäre ich ein solches Klischee und würde verbrannten Toast essen. Frechheit!" Gespielt empört schnalzte er mit der Zunge, während er ihn an sich vorbei in Richtung des geräumigen Wohnzimmers wies und die Tür hinter ihnen erneut verschloss, ehe er ihm folgte.
Sein Lächeln wurde tiefer, erfüllt von ehrlicher Dankbarkeit, als ihm der Geruch von Kaffee und Schokolade in die Nase stieg und seinem Magen ein hörbares Knurren entlockte. Er hatte in all dem Stress des Morgens tatsächlich vergessen zu frühstücken. Behutsam nahm er ihm den Becher und die Papiertüte aus den Händen und streckte sich, um ihm wie schon am Abend zuvor, ein Küsschen auf die Wange zu hauchen, diesmal von Dankbarkeit erfüllt, ehe er den Muffin auspackte und sich ein Stück davon abbrach,.welches sogleich mit einem leisen, genüsslichen Seufzen zwischen seinen Lippen verschwand. "Du bist wirklich ein Lebensretter, Asmodeus, vielen lieben Dank." Nuschelte er leise, während er sich den schokoladigen Leckerbissen auf der Zunge zergehen liess.
Bei seinen nächsten Worten nickte er mit einem leicht schiefen Grinsen, während er ihn durch das Wohnzimmer auf den Balkon und von dort über eine kleine Treppe auf die Dachterrasse führte, wo er einladend auf die Lounge deutete, während er sich im Schneidersitz in den Hängesessel sinken liess. "Naja, tatsächlich war ich heute Morgen früh bereits in der Uni, nur um festzustellen, dass der Unterricht aufgrund eines Rohrbruchs ausfällt. Und die Mail dazu hatte ich übersehen, weil ich verschlafen hatte und das Haus überstürzt verliess. Wieder zu Hause hab ich die freie Zeit dann halt zum lernen genutzt." Erklärte er seine optische und mentale gestresstheit des morgens. "Ich hoffe doch, dein Morgen verlief angenehmer? Oh und willkommen in meinem kleinen, persönlichen Paradies."
Re: Seths Reich (auch seine Wohnung genannt)
von Seth am 11.07.2026 19:38Der nächste Morgen war einer dieser Morgen, an denen für Seth einfach alles schief lief. Erst hatte er seinen Wecker im Halbschlaf versehentlich ausgeschaltet und hätte beinahe die erste Vorlesung verpasst. Dann war er aus dem Haus geeilt, ohne zu frühstücken, hatte einen Sprint durch die Innenstadt hinlegen müssen, um noch irgendwie pünktlich zu sein, nur um dann, in der Uni angekommen festzustellen, dass der Unterricht an diesem Tag ausgefallen war, weil es in der Nacht zuvor wohl einen kleinen Rohrbruch gegeben und die unteren Zimmer nun erst ausgepumpt werden mussten, was ihnen am frühen Morgen per mail mitgeteilt worden war, er aber nicht gesehen hatte, weil er verschlafen hatte.
Erschöpft von dem stressigen, frühmorgendlichen Chaos war er schliesslich nach Hause zurück gekehrt und hatte sich mit seinen Unterlagen und einer grossen Flasche Wasser, aufs Dach zurückgezogen, um etwas zur Ruhe zu kommen und den freien Morgen sinnvoll mit seinen Studien zu verbringen, Kopfhörer auf den Ohren, weshalb er das klopfen nicht direkt vernahm.
Erst als der Bewegungssensor vor seiner Wohnungstür ihm zum wiederholten male eine Benachrichtigung aufs Handy schickte, was seine Musik unterbrach, hob er schliesslich den Blick von seinem Buch und verliess leicht widerwillig den Komfort seines heiss geliebten Hängesessels, um zur Tür zu gehen, die Stirn nachdenklich gerunzelt, während er sich fragte, wer das wohl sein könnte. Immerhin erwartete er Asmo erst später.
Schwungvoll öffnete er die Wohnungstür und blinzelte kurz überrascht, ehe sich der leicht mürrische Ausdruck sogleich in ein strahlendes Lächeln verwandelte, dass seine ganze Ausstrahlung zu erhellen schien. Mit dem zerzausten Haar, den Kopfhörern um den Hals und einem seiner Bücher noch in der Hand, wirkte er gerade tatsächlich wie der Inbegriff eines leicht zerstreuten Studenten.
"Asmo, was für eine Überraschung! Ich hab dich erst später erwartet, entschuldige dass du warten musstest. Komm doch rein!" Begrüsste er ihn herzlich und trat einen Schritt zur Seite, um ihn in die geräumige Wohnung eintreten zu lassen. "Darf ich dir was anbieten?"
Re: Seths Reich (auch seine Wohnung genannt)
von Seth am 09.07.2026 12:59"Im Vergleich zu dir altem Mann bin ich gewiss bemerkenswert jung, aber als dumm würde ich mich jetzt nicht unbedingt bezeichnen. Höchstens als jemand, dessen Tag zu wenig Stunden für all die Dinge hat, die er hinein zu quetschen versucht. Wenn ich neben Schule und Arbeit auch Freizeit möchte, muss das lernen halt manchmal auf später warten." Erklärte er mit einem kleinen Schulterzucken, grinsend als wäre das die selbstverständlichste Lösung überhaupt. "Du solltest dir diesen Tag rot im Kalender markieren, an dem ich für eine andere Person freiwillig verhältnismässig früh ins Bett gehe. Das grenzt an ein Wunder." Zog er ihn verspielt zwinkernd auf und nickte bei seinen folgenden Worten gewichtig, als wäre es tatsächlich tragisch, würde er enttäuscht werden.
Als die Haustür wenig später hinter ihm ins Schloss fiel, lehnte er sich für einen Moment dagegen und vergrub sein leicht gerötetes Gesicht in den Händen, während er zu begreifen versuchte, was ihn da geritten hatte. Dass ausgerechnet er einmal jemandem den er gerade erst getroffen hatte, seine Nummer gab war ja bereits erstaunlich genug, hatte er für gewöhnlich doch eine deutlich längere Warmlaufzeit in zwischen menschlichen Beziehungen. Und nun hatte er Asmodeus geküsst. Zwar 'nur' auf die Wange, doch für seine Verhältnisse war das bei einem fast Fremden beinahe schon ein Antrag. Zumindest kam es ihm so vor. Er würde ihm Morgen definitiv nicht nochmals in die Augen sehen können, dessen war er sich gewiss, als er schliesslich tief durchatmete und die Treppe ins oberste Stockwerk erklomm, welches bald darauf sanft erleuchtet wurde, als er die Wohnung betrat.
Seine Gedanken kreisten immer wieder um den heutigen Abend, den morgigen Tag und einen Dämon, der ihn faszinierte wie kein anderer und zu solch unbedachten Handlungen trieb, ohne gross etwas zu tun.
Als er schliesslich endlich im Bett lag und die Augen schloss, spürte er ein warmes Lächeln auf den Lippen. Er war gespannt, was der nächste Tag bringen würde und er freute sich darauf, Asmodeus wieder zu sehen, womöglich mehr als er sich eingestand. Mit dem Gedanken an herausfordernde, goldene Augen glitt er schliesslich in den Schlaf.
Re: Seths Reich (auch seine Wohnung genannt)
von Seth am 02.07.2026 17:25Entspannt schlenderte er neben Asmodeus her und genoss die kühle Ruhe der Nacht, selbst wenn die Stadt niemals vollständig zur Ruhe kam. Doch für ihn, welcher Stille nur schwer ertragen konnte, war der Moment gerade perfekt. Bei den Worten des Älteren machte sich sogleich ein kleines Schmunzeln auf seinen Lippen breit. "Nach dir darum mal keine Sorgen, dieses kleine Geheimnis ist bei mir sicher. Ich verrate es deinen mit-dämonen gewiss nicht." Verspielt grinsend zwinkerte er ihm zu und unterdrückte ein erneutes Gähnen.
"Nicht doch, ich habe nie behauptet, dass ich den Unterricht Morgen folgen würde. Ich sagte lediglich, dass es nicht das erste Mal wäre, dass ich den Unterricht verschlafe und das nicht weiter schlimm wäre." Berichtigte er leise lachend und stupste ihn sanft mit der Schulter an. "Womöglich tendiere ich gelegentlich ein wenig zur selbstüberschätzung, aber wo bliebe sonst der Spass?"
Erklärte er leise lachend und lief bei seiner Bemerkung leicht verlegen grinsend neben ihm weiter. Vor der Haustür des Mehrfamilienhauses blieb er schliesslich stehen und sah kurz hinauf zu seiner geliebten Terrasse, ehe er den Blick wieder auf Asmodeus richtete und sich leicht ertappt den Nacken rieb. "Es kommt tatsächlich öfters vor, dass ich nicht viel mehr als vier Stunden schlafe, aber ich möchte ja für Morgen fit sein, also höre ich ausnahmsweise einmal brav auf dich." Erklärte er schief grinsend und hielt dem Blick seiner intensiven, goldenen Augen stand. "Das will ich dir auch geraten haben. Würdest du einfach verschwinden, nähme ich dir das sehr übel." Gerade wollte er seinen Abschied erwidern, als ihm noch etwas einfiel.
"Moment noch, das hätte ich fast vergessen..." Kurz kramte er in seiner Tasche, bevor er einen Stift heraus zog und an Asmodeus Arm zupfte, damit er ihn aus der Manteltasche nahm. Sanft schob er den Ärmel ein Stück zurück, ehe er seine Nummer auf die Innenseite seines Handgelenkes schrieb. "So, dann können wir für Morgen in Ruhe etwas ausmachen. Ich hab bis mittags Unterricht. Gute Nacht Asmodeus, bis morgen. Schlaf gut." Für einen Moment überlegte er, dann streckte er sich ein Stück hoch und hauchte ein flüchtiges Küsschen auf seine Wange, ehe er die Haustür aufschloss und ins innere verschwand, einen Hauch von Röte auf den Wangen.
Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 01.07.2026 20:10Für einen Moment dachte er schweigend über Asmodeus Aussage nach, dass er nicht gut darin wäre, Leute auf Abstand zu halten. Leicht abwägend neigte er den Kopf langsam von einer Seite zur anderen, ehe er ihn entschieden schüttelte. "Ich denke nicht, dass das stimmt. Für gewöhnlich bin ich eigentlich sogar sehr gut darin, andere auf Abstand zu halten, selbst wenn ich mich freundlich gebe. Dass ich jemandes Gegenwart auf diese Weise suche und wünsche, ist tatsächlich auch für mich noch Neuland. Aber du hast etwas an dir, dass mich nicht mehr los lässt und dazu treibt, mehr deiner selbst zu entdecken, während ich mich dir mit meinem wahren Wesen zu offenbaren vermag. Du bist ein gefährlicher Einfluss und doch fühle ich mich seltsam sicher. Als würdest du mich tatsächlich sehen und nicht bloss das Bild, dass du sehen willst. Ich kann es nicht genau erklären..." Leicht hilflos grinsend zuckte er die Schultern, ehe sein Ausdruck bei den nächsten Worten des Dämons noch etwas weicher wurde. Behutsam trat er noch einen kleinen Schritt näher und suchte seinen Blick für einen Moment nach Zeichen des spottes ab, doch sah er nur Ehrlichkeit darin, wodurch sich ein Gefühl der Wärme in ihm breit machte, dass der kühlen nachtluft trotzte.
"Dann hoffe ich sehr, dass die Zweifel an deiner Weiterreise ausreichend sind, um sie tatsächlich aufzuschieben. Und wenn es nur für einen Tag ist, schliesslich sind wir uns doch gerade erst begegnet."
Sanft lächelnd folgte er seinem Blick und spürte erst in diesem Moment tatsächlich, wie schwer die Müdigkeit auf ihm lastete, die er bis eben im Eifer der Unterhaltung für einen Moment vollkommen ausgeblendet hatte. Hinter vorgehaltener Hand unterdrückte er ein leises Gähnen. "Es wäre bei weitem nicht das erste Mal, dass ich den Unterricht schlafend verbringe. Den Grossteil des Stoffes arbeite ich meist eh schon vor, weil es ungefähr so spannend ist, unserem Lehrer zuzuhören, wie Weizen beim wachsen zuzusehen." Erklärte er mit einem leisen Grinsen, widersprach aber nicht weiter, als Asmodeus sich zum gehen wandte.
"Dann lass uns gehen, meine Wohnung liegt nicht all zu weit von hier. Halt einfach Ausschau nach einer bepflanzten Dachterrasse, davon gibt's nicht viele in der Nachbarschaft." Erklärte er schief grinsend, obwohl es die womöglich durchaus gab, er hatte nur nie wirklich darauf geachtet. Ruhig setzte er sich mit ihm in Bewegung und schlug den weg in Richtung seiner Wohnung ein.
----> Seth's Wohnung
Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 30.06.2026 14:23"Nun, ich glaube dass du daran glaubst, so alt zu sein, wie du behauptest. Und das wäre lediglich möglich, wenn du verrückt bist, oder aber tatsächlich die Wahrheit sprichst. Und ich halte dich nicht für verrückt, also muss es wohl stimmen. Dass ich damit eine Reaktion aus dir heraus locken kann, ist lediglich ein positiver Nebeneffekt, mein lieber Asmodeus." Erklärte er mit einem frechen, verspielten grinsen auf den Lippen und zwinkerte ihm leicht zu, ehe er wieder etwas ernster wurde und seine Hand ein weiteres mal tröstlich drückte. Seine nächsten Worte entlockten ihm ein weiches Lächeln und er schüttelte sanft den Kopf. "Ich weiss nicht, wie du vor einigen Jahrhunderten warst und es spielt auch keine Rolle. Denn es hat dich zu dem gemacht der du heute bist und im hier und jetzt ist das alles, was wirklich zählt. Und ich denke du bist weitaus sanfter und warmherziger als du sein könntest. Denn nach Jahrhunderten voller Einsamkeit und Schmerz, in denen du zusiehst wie alles verschwindet, wären die meisten wohl abgestumpft und verbittert geworden. Du nicht. Das ist bewundernswert und sagt viel über dich aus."
Aufrichtig lächelnd sah er ihm in die Augen, bevor er schliesslich behutsam seine Hand wieder los liess, als ihm bewusst wurde, dass er sie noch immer hielt.
Den Kopf leicht zur Seite geneigt, lauschte er seiner Erklärung und schwieg einen Moment, bevor sich ein leicht verschmitzter, entschlossener Ausdruck in seine Züge schlich, während er seinem Blick so offen wie jeher begegnete. Blau traf auf Gold.
"Nun, vielleicht gelingt es mir ja, dich davon zu überzeugen, die Fortsetzung deiner Reise noch ein wenig aufzuschieben? Ich fände es schön, dich nach dem Ende der heutigen Nacht wieder zu sehen. Es ist lange her, dass jemand eine solche Faszination in mir geweckt hat und ich bin zu egoistisch, dich schon weiter ziehen zu lassen. Also verrate mir doch bitte, wie ich dich zum bleiben bewegen könnte..." Seine Mundwinkel zuckten zu einem kleinen, sanften Lächeln, während er seinerseits einen Schritt näher trat. "Wie wäre es, wenn wir den morgigen Tag dazu nutzen, einige Erinnerungen zu sammeln, damit du diesen kleinen Barkeeper und die wärme, die er in die sieht, nicht so bald wieder vergisst?" Seine Stimme klang neckisch, doch lag ein stummes Bitten im blau seiner Augen. Er wollte ihn noch nicht wieder ziehen lassen. Und er wünschte diese Erinnerungen ebenso für sich selbst, wie für Asmodeus, auch wenn er es nicht offen aussprach.
Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 21.06.2026 21:59"Wenn es dazu dient, dich zu beeindrucken und Recht zu behalten, ist mir keine Mühe zu gross und selbst das schaffen einer Rede, aus dem Wort alt allein, zu schaffen." Erklärte er mit gespieltem Ernst in der Stimme und nickte gewichtig, ehe er scheinbar enttäuscht den Kopf schüttelte. "Anfängerfehler? Frechheit. Wir wissen doch beide genau, dass ich recht habe, mein bester. Oder ist dir dieses Wissen in deinem fortgeschrittenen Alter bereits wieder entfallen? Aber ich lasse dir den Glauben, dass ich gesiegt habe, weil du es erlaubt hast, man soll anderer Leute Träume ja nicht zerstören." Verspielt zwinkerte er ihm zu, er genoss das gezanke mit ihm gerade mehr als er je zugeben würde, denn es war lange her, dass er mit jemandem tatsächlich so ungezwungen umgehen konnte. Ohne Masken, ohne Erwartungen. Er fühlte sich gelöster denn je. Doch dann wurde auch er wieder ernster.
"Ich denke, der grösste Unterschied besteht darin, ob es eine Unendlichkeit allein, oder an der Seite geliebter Menschen, oder in deinem Fall Dämonen wäre. Ist man gezwungen, sie allein zu verbringen und immer wieder zuzusehen, wie jene die man liebt versterben, stelle ich mir das äusserst qualvoll vor. Darum ist keiner zu beneiden. Doch wenn man seine Unendlichkeit mit anderen verbringen könnte, wäre es womöglich wirklich diese romantische Vorstellung, das Glück zu haben, hunderte Leben zu leben und alles auszuprobieren, was man sich je erträumen könnte." Sinnierte er einmal mehr völlig in seine Überlegungen abdriftend, ehe er sich wieder besann und behutsam seine Hand ergriff, um sie mitfühlend einen Moment zu drücken. "Du musstest vermutlich schon mehr Schmerz ertragen, als ich mir jemals vorzustellen vermag. Es ist bewundernswert, wie warmherzig du dennoch geblieben bist."
Murmelte er leise, während er aufrichtig ins Gold seiner Augen sah, ein weiches lächeln und den Lippen, welche sich bei seinen nächsten Worten zu einem kleinen Grinsen verzogen.
"Ich denke, dass ist der klassische Fall von, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Aber ich bin froh, wenn dir mein Vorschlag gefällt und womöglich dabei hilft, deine Ewigkeit ein wenig erträglicher zu gestalten."
Sein Lächeln wurde erneut eine Spur weicher, ehrlicher als alle zuvor, während er sprach. Bei seinen nächsten Worten lachte er jedoch erneut herzhaft auf und schüttelte leicht den Kopf. "Das macht die Idee doch nur noch besser... Und was Hartnäckigkeit und den Wunsch Erinnerungen zu bewahren betrifft... Hast du für Morgen schon Pläne?"



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