🌲 Waldpfad

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 28.06.2026 20:54

„Weißt du…“ Er verschränkte locker die Arme. „Ich beginne langsam zu glauben, dass du mich gar nicht alt nennst, weil du davon überzeugt bist.“ Er hob eine Augenbraue. „Sondern weil du genau weißt, dass ich darauf reagiere.“ Ein schmales Grinsen erschien. „Manipulativ.“ Er nickte anerkennend. Als Seth jedoch über die Unendlichkeit sprach und schließlich seine Hand ergriff, verstummte Asmodeus. Sein Blick senkte sich für einen Augenblick auf die Berührung. Sie war so selbstverständlich. Ohne Hintergedanken. Ohne Angst. Dann hob er langsam wieder den Kopf. Die Worte über den Schmerz blieben zwischen ihnen stehen. Er hätte widersprechen können. Hätte die Schwere mit einem Scherz vertreiben können. „Warmherzig…“ wiederholte er leise. „Diesen Begriff hätte vermutlich niemand benutzt, der mich vor einigen Jahrhunderten gekannt hat.“ Ein schwaches Lächeln erschien. „Vielleicht verändert Zeit einen eben doch.“ Dann fiel die letzte Frage. Er schüttelte leicht den Kopf. „Nein.“ sagte er schließlich. „Eigentlich nicht.“ Er ließ den Blick kurz über den Wald schweifen. „Ich hatte vor, weiterzureisen. Velmont war ursprünglich nur ein Zwischenstopp.“ Die Worte klangen beinahe beiläufig. Doch dann trafen seine goldenen Augen erneut Seths. Und zum ersten Mal an diesem Abend war dort ein Hauch von Unsicherheit. Nicht darüber, was er wollte. Sondern darüber, dass er es überhaupt wollte. „Ich nehme an…“ begann er langsam. „…du fragst das nicht aus reiner Höflichkeit.“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Also verrate mir.“ Er trat einen halben Schritt näher. Gerade weit genug, dass seine Stimme kaum mehr als ein ruhiges Murmeln war. „Was geht in diesem erstaunlich neugierigen Kopf gerade vor?“

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 30.06.2026 14:23

"Nun, ich glaube dass du daran glaubst, so alt zu sein, wie du behauptest. Und das wäre lediglich möglich, wenn du verrückt bist, oder aber tatsächlich die Wahrheit sprichst. Und ich halte dich nicht für verrückt, also muss es wohl stimmen. Dass ich damit eine Reaktion aus dir heraus locken kann, ist lediglich ein positiver Nebeneffekt, mein lieber Asmodeus." Erklärte er mit einem frechen, verspielten grinsen auf den Lippen und zwinkerte ihm leicht zu, ehe er wieder etwas ernster wurde und seine Hand ein weiteres mal tröstlich drückte. Seine nächsten Worte entlockten ihm ein weiches Lächeln und er schüttelte sanft den Kopf. "Ich weiss nicht, wie du vor einigen Jahrhunderten warst und es spielt auch keine Rolle. Denn es hat dich zu dem gemacht der du heute bist und im hier und jetzt ist das alles, was wirklich zählt. Und ich denke du bist weitaus sanfter und warmherziger als du sein könntest. Denn nach Jahrhunderten voller Einsamkeit und Schmerz, in denen du zusiehst wie alles verschwindet, wären die meisten wohl abgestumpft und verbittert geworden. Du nicht. Das ist bewundernswert und sagt viel über dich aus."
Aufrichtig lächelnd sah er ihm in die Augen, bevor er schliesslich behutsam seine Hand wieder los liess, als ihm bewusst wurde, dass er sie noch immer hielt. 
Den Kopf leicht zur Seite geneigt, lauschte er seiner Erklärung und schwieg einen Moment, bevor sich ein leicht verschmitzter, entschlossener Ausdruck in seine Züge schlich, während er seinem Blick so offen wie jeher begegnete. Blau traf auf Gold.
"Nun, vielleicht gelingt es mir ja, dich davon zu überzeugen, die Fortsetzung deiner Reise noch ein wenig aufzuschieben? Ich fände es schön, dich nach dem Ende der heutigen Nacht wieder zu sehen. Es ist lange her, dass jemand eine solche Faszination in mir geweckt hat und ich bin zu egoistisch, dich schon weiter ziehen zu lassen. Also verrate mir doch bitte, wie ich dich zum bleiben bewegen könnte..." Seine Mundwinkel zuckten zu einem kleinen, sanften Lächeln, während er seinerseits einen Schritt näher trat. "Wie wäre es, wenn wir den morgigen Tag dazu nutzen, einige Erinnerungen zu sammeln, damit du diesen kleinen Barkeeper und die wärme, die er in die sieht, nicht so bald wieder vergisst?" Seine Stimme klang neckisch, doch lag ein stummes Bitten im blau seiner Augen. Er wollte ihn noch nicht wieder ziehen lassen. Und er wünschte diese Erinnerungen ebenso für sich selbst, wie für Asmodeus, auch wenn er es nicht offen aussprach.

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