🌲 Waldpfad
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Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 09.06.2026 18:14Ein leises Lachen verließ seine Kehle. „Jetzt verstehe ich langsam, warum die Leute in der Bar dich mögen.“ Die goldenen Augen wanderten kurz zu Seth. „Du sagst Dinge, die andere Menschen normalerweise nur denken. Und manchmal nicht einmal das.“ Das Mondlicht fing sich für einen Moment in seinen Zügen, als er den Kopf leicht zur Seite neigte. „Außerdem möchte ich festhalten, dass ich niemals behauptet habe, vernünftig zu sein.“ Die Mundwinkel hoben sich leicht. „Nur alt.“ Als Seth ihn erneut mit der Schulter anstieß, erwiderte Asmodeus die Geste dieses Mal tatsächlich. „Und nein, du bist nicht ungewöhnlich, weil du anders bist als alle anderen.“ Er sah kurz vor sich auf den Waldweg. „Du bist ungewöhnlich, weil du keine Angst davor hast, ehrlich zu sein.“ Er schmunzelte leicht. „Das wird ständig miteinander verwechselt.“ Die meisten Menschen versteckten sich hinter Sarkasmus, hinter Status, hinter Rollen, hinter Masken und Seth schien zwar ebenfalls welche zu besitzen, doch er nahm sie erstaunlich bereitwillig wieder ab und das war selten. Als dann die Bemerkung über gemeinsame Abenteuer fiel, blieb Asmodeus für einen Moment still. Sein Blick wanderte zwischen die dunklen Bäume. „Gemeinsame Abenteuer.“ wiederholte er leise. Dann erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. „Das klingt verdächtig nach einem Plan.“ Er blickte zu Seth. „Und du kennst mich noch nicht gut genug, um zu wissen, wie selten es eine gute Idee ist, mit mir Pläne zu schmieden.“ Ein kleiner Teil von ihm schien die Vorstellung tatsächlich zu mögen, was vermutlich das Gefährlichste daran war. Dann kam Seths letzte Bemerkung und plötzlich wurde es still. Kein Scherz, kein neckischer Kommentar, keine Ausweichbewegung, nur zwei Menschen, oder zumindest einer davon, auf einem dunklen Pfad. Asmodeus blieb stehen und langsam drehte er den Kopf, die goldenen Augen trafen die blauen und für einen Moment lag etwas darin, das Seth bisher noch nicht gesehen hatte. Ehrlichkeit. „Seth.“ Seine Stimme war leiser geworden. „Du hast wirklich keine Ahnung, wie selten Menschen wie du sind, oder?“ Ein schwaches Lächeln erschien, kein charmantes oder gefährliches, sondern ein wirklich echtes. „Ich habe heute Abend nicht gewartet, weil ich höflich sein wollte und ich habe diesen Spaziergang nicht vorgeschlagen, weil mir langweilig war.“ Der Blick hielt den seinen fest. „Du wirst nicht vergessen werden. Nicht von mir.“ Dann schnaubte Asmodeus plötzlich belustigt, als hätte er genug von diesem gefährlich aufrichtigen Moment. „Außerdem…“ Seine Mundwinkel hoben sich erneut. „… hast du mir einen Bourbon aufs Haus gegeben.“ Er setzte sich wieder in Bewegung. „Damit war mein Gedächtnis von Anfang an an dich verloren.“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 11.06.2026 18:41Leise lachend zuckte er die Schultern. "Nun, was soll ich sagen? Ich habe noch nie ein Blatt vor den Mund genommen, was meine Gedanken betrifft und habe jetzt auch nicht vor, damit anzufangen. Es scheint, die meisten wissen diese Eigenschaft zu schätzen, zu meinem Glück." Glucksend stiess er ihn den Daumen leicht gegen die Brust. "Wäre auch nur einer von uns vernünftig, ginge er nicht des nachts mit einem fast fremden in den dunklen Wald. Wobei ich die Ruhe hier sehr zu schätzen weiss. Aber ich habe jugendlichen Übermut als Ausrede, was ist deine Entschuldigung, alter Mann?" Zog er ihn weiter auf und lachte erneut sanft auf.
"Ehrlich währt nunmal am längsten und andere falls würde ich mir nur selbst in weg stehen, ist doch ganz logisch,.wofür ich mich dass entscheide. Eine Chance mit der Möglichkeit Fehler zu machen oder es nie versuchen und sich und ewig in einer Lüge verlieren, ohne richtig gelebt zu haben." Erklärte er mit einem sanften Schulterzucken.
"Es ist mir egal, ob sie Idee gut ist oder nicht. Ich fände es trotzdem sehr schön. Und das nicht nur, weil ich dabei die Gelegenheit habe, mehr über dich zu erfahren." Verspielt zwinkerte er ihm zu und schüttelte leicht grinsend den Kopf. "Jeder Mensch ist einzigartig, ich wäre also sehr enttäuscht, wenn einer davon wäre so wäre wie ich. Das wäre langweilig."
Dan wurde er bei seinen nächsten Worten jedoch ruhiger. "Dann freue ich mich, zukünftig in deinen Gedanken weiter zu existieren." Warm lächelte er ihm zu, bevor er leise zu lachen begann. "Bourbon für bleibende Erinnerung, das muss ich mir merken."
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 11.06.2026 20:55Er warf Seth einen Blick zu, der irgendwo zwischen Belustigung und gespielter Empörung lag. „Alter Mann.“ wiederholte er. „Weißt du, die meisten Menschen haben zumindest den Anstand, ein paar Wochen zu warten, bevor sie anfangen, mich zu beleidigen.“ Er schnaubte leise. „Du hast dafür nicht einmal einen ganzen Abend gebraucht.“ Doch das verräterische Lächeln auf seinen Lippen zerstörte jede Ernsthaftigkeit. Der Waldweg führte sie tiefer zwischen die Bäume. Die Geräusche der Stadt waren inzwischen vollständig verschwunden. Nur der Wind bewegte gelegentlich die Äste über ihnen. Als Seth nach seiner Entschuldigung fragte, hob Asmodeus kurz den Blick zum Himmel. „Meine Entschuldigung?“ Er dachte einen Moment darüber nach, doch dann schüttelte er leicht den Kopf. „Ich habe keine. Ich wollte mit dir reden.“ Er zuckte mit den Schultern. „Also bin ich geblieben.“ Die meisten Menschen suchten nach Gründen, nach komplizierten Erklärungen dabei war die Wahrheit erschreckend simpel. Sein Blick wanderte wieder zu Seth. „Außerdem scheinst du vergessen zu haben, dass du die gefährliche Person in dieser Situation bist.“ Die goldenen Augen funkelten. „Ich bin allein mit einem Psychologiestudenten im Wald. Weißt du eigentlich, wie viele Fragen ihr stellt?“ Dann lachte er erneut ein wenig länger als sonst. Als Seth anschließend von Ehrlichkeit sprach, hörte er schweigend zu, denn obwohl er selbst gern redete, lauschte er noch lieber. Menschen verrieten sich in ihren Antworten und Seth verriet sich ständig, natürlich nicht absichtlich, sondern einfach weil er so war. „Du weißt…“ begann Asmodeus schließlich langsam. „Normalerweise würde ich dir jetzt erklären, warum diese Einstellung gefährlich ist.“ Er hob eine Augenbraue. „Warum Ehrlichkeit ausgenutzt wird. Warum Menschen lügen. Warum Vertrauen Risiken birgt.“ Er schmunzelte schwach. „Aber ich fürchte, du würdest mir ohnehin nicht zuhören und ehrlich gesagt hoffe ich, dass du es nicht tust.“ Sein Blick blieb kurz auf Seths Gesicht liegen. „Die Welt produziert bereits genug Zyniker.“ murmelte er. „Noch einer wäre wirklich Verschwendung.“ Ein paar Schritte später blieb er plötzlich stehen als er Seths Bemerkung über den Bourbon hörte und lachte erneut. „Nein.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „Das wäre die völlig falsche Lektion.“ Die goldenen Augen wanderten zu ihm. „Es war nicht der Bourbon. Es war der Gedanke dahinter.“ Das Lächeln auf seinen Lippen wurde sanfter. „Die meisten Menschen geben dir etwas, weil sie etwas zurückhaben wollen.“ Er lehnte sich leicht gegen einen Baum. „Du hast es getan, weil du wolltest, dass ich mich freue. Das bleibt länger in Erinnerung als jeder Drink.“ Für einen Moment ließ er den Blick über die Lichter der Stadt schweifen. „Wovor hast du eigentlich Angst?“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 14.06.2026 00:28"Die Tatsache dass du dich schon wieder darüber beschwerst, dass ich dich nach der kurzen Zeit bereits alt nenne, zeugt nicht unbedingt von deiner Lernfähigkeit und geistiger Fitness, ich habe also wohl recht mit dem Alter. Wirst du etwa schon vergesslich?" Zog er ihn mit einem verspielten Grinsen auf den Lippen auf und sichtlich zufrieden mit sich selbst und dem Fakt, dass er auch Asmodeus zum lachen brachte.
Doch bei seinen nächsten Worten wurde er wieder ernster und schenkte ihm ein sanftes, beinahe dankbares Lächeln. "Ich freue mich wirklich, dass du geblieben bist und wir unsere Unterhaltung fortsetzen können." Murmelte er sanft lächelnd.
Und dann brach er erneut in leises, ehrliches Gelächter aus. "Oh ja, ich könnte dich psychologisch analysieren und dir womöglich einen Gotteskomplex diagnostizieren, ich muss wirklich furchtbar gefährlich sein." Gab er belustigt grinsend zurück und zwinkerte ihm zu, ehe er seinen Worten lauschend, langsam den Kopf schüttelte. "Keine bange, mein innerer Zyniker ist gut weg geschlossen. Der kommt am Abenden wie heute, die so angenehm sind, nicht zum Vorschein." Leicht zwinkerte er ihm zu und verfiel dann eine kleine Weile in ein leises schweigen.
"Naja... Du bist meinetwegen geblieben. Da war etwas zu trinken das mindeste, dass ich für dich tun konnte." Winkte er leicht verlegen ab, ehe er bei seiner Frage inne hielt. "Angst im Bezug worauf? Ganz allgemein?"
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 14.06.2026 21:11Asmodeus starrte ihn einen Moment lang völlig reglos an, als würde er ernsthaft darüber nachdenken, ob er ihn jetzt im Wald zurücklassen sollte. „Weißt du…“ begann er schließlich langsam. „Es gibt deutlich sicherere Arten, mit einem uralten Wesen zu sprechen, als es wiederholt alt zu nennen.“ Er neigte seinen Kopf leicht. „Ich bewundere deine Konsequenz.“ Dann schnaubte er belustigt und die Fassade brach augenblicklich wieder zusammen. „Oder deinen fehlenden Selbsterhaltungstrieb.“ Das Grinsen auf seinen Lippen verriet deutlich, dass ihm beides gefiel. Seths Ehrlichkeit traf ihn jedes Mal völlig unvorbereitet. „Das beruht auf Gegenseitigkeit.“ Bei der Bemerkung über den Gotteskomplex hob Asmodeus allerdings sofort eine Augenbraue. „Womöglich?“ Er legte sich eine Hand auf die Brust. „Diese Diagnose wirkt erschreckend unentschlossen für einen angehenden Psychologen.“ Er sah ihn empört an. „Ich hätte mehr Professionalität erwartet.“ Die goldenen Augen funkelten. „Außerdem wäre ein echter Gotteskomplex unter meiner Würde.“ Einer seiner Mundwinkel hob sixh. „Ich habe schließlich deutlich höhere Ansprüche.“ Diesmal musste er selbst über seinen eigenen Unsinn lachen. Dann wandte er den Blick wieder Seth zu. „Ganz allgemein.“ antwortete er schließlich. „Jeder Mensch hat etwas.“ Er verschränkte die Arme locker vor der Brust. „Manche haben Angst vor dem Scheitern. Andere davor, allein zu sein. Vor Bedeutungslosigkeit. Verlust. Kontrollverlust.“ Sein Blick blieb auf Seth ruhen. „Und bevor du mir erzählst, dass du vor nichts Angst hast…“ Er schmunzelte leicht. „… das glaubt dir nicht einmal dein innerer Psychologe.“ Dann trat Asmodeus einen Schritt näher an den Hügelrand und blickte hinunter auf die Stadt. „Mich interessiert die Antwort nicht, weil ich sie gegen dich verwenden könnte.“ murmelte er. „Oder weil ich glaube, dich damit besser analysieren zu können.“ Die goldenen Augen glitten wieder zu Seth. „Mich interessiert sie, weil Angst oft mehr über einen Menschen verrät als seine Wünsche.“ er machte eine kleine Pause. „Wünsche zeigen uns, wohin jemand möchte. Angst zeigt uns, wovor er davonläuft.“ Dann lehnte er sich leicht gegen den Stamm des Baumes hinter sich. „Also?“ Ein schwaches Lächeln erschien.
„Wovor läuft Seth davon?“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 14.06.2026 21:46Bei Asmodeus Worten entkam ihm erneut ein leises, belustigtes Lachen und er schüttelte leicht den Kopf, während er eine Hand versöhnlich auf den Unterarm des Älteren legte. "Deine Worte wären so viel überzeugender, wenn du dich nicht im selben Satz, in dem du dich darüber beschwerst, dass ich dich alt nenne, selbst als Uraltes Wesen bezeichnen würdest, mein lieber Asmodeus. So wirkt das ein klein wenig ironisch und wenig überzeugend, glaubst du nicht auch?"
Verspielt grinsend zwinkerte er ihm zu und spätestens das Grinsen auf dessen Lippen liessen jede Ernsthaftigkeit aus seinen Zügen weichen. Er genoss diese erfrischende Leichtigkeit sehr, die ihr Gespräch ganz natürlich mit sich brachte.
"Ich freue mich sehr, dass du genauso empfindest. Das schmeichelt mir überaus." Sanft zogen sich seine Mundwinkel ein Stück nach oben, ein selten-ehrliches Lächeln, dass an diesem Abend viel zu oft zum Vorschein trat.
"Nun, wenn der Herr eine professionelle Analyse wünscht, wird er wohl bis nach meinem Abschluss warten müssen, um einen Termin auszumachen, gegen die nötige, professionelle Bezahlung natürlich!" Erklärte er mit gespielter Ernsthaftigkeit und nickte gewichtig, bevor erneut das grinsen hervor brach. "Wohl wahr, dir würde wohl lediglich der Komplex des Höllenfürsten persönlich gerecht werden, nicht Asmodeus?"
Sein verspieltes Lächeln wich einem nachdenklichen Ausdrucks, als er seinen nächsten Worten lauschte. Für einen Moment kaute er sich auf der Unterlippe herum, bevor er schliesslich leise sprach. "Es gibt nicht viel, wovor ich mich tatsächlich fürchte. Mein Vater versuchte mich zu lehren, dass Angst etwas für Schwächlinge wäre. Also lernte ich sie zu ertragen, selbst wenn ich dabei innerlich jedes mal ein wenig sterben mag." Murmelte er leise und schenkte ihm ein müdes Lächeln. "Ich ertrage es nicht, das Gefühl zu haben, eingesperrt zu sein. Enge, verschlossene Räume und grosse Menschenmengen bereiten mir Unbehagen. Im Hörsaal vermag ich keine minute still zu sitzen, da ich ansonsten den Kampf gegen meine Natur verlieren und aus dem stickigen Raum fliegen würde. In der Bar ist es anders, da der Tresen mich abschirmt, auch wenn das womöglich wenig Sinn ergibt." Murmelte er nachdenklich und fügte dann hinzu. "Ausserdem komme ich mit stille nicht zurecht. Ich mag Ruhe, geniesse den Frieden der Natur, doch die stille eines leeren Raumes oder ähnliches ertrage ich kaum. Wobei ich womöglich auch einfach nur die Stimme meiner eigenen Gedanken fürchte, wenn ich sie zulasse. Ausserdem spüre ich nicht gerne fremde Blicke auf mir, die zu lange verweilen. Und du? Was fürchtest du, Asmodeus?"
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 15.06.2026 10:16Als Seth ihn auf die Ironie aufmerksam machte, blickte Asmodeus einen langen Moment einfach nur auf die Hand an seinem Unterarm und hob dann langsam den Blick. „Das…“ begann er mit vollkommener Ernsthaftigkeit. „… ist ein ausgezeichnetes Argument.“ Dann machte er eine kurze Pause. „Das ich selbstverständlich ignorieren werde.“ Das Grinsen, das daraufhin erschien, war beinahe unverschämt. „Ich habe schließlich mehrere Jahrtausende Übung darin, recht zu behalten.“ Er hob eine Augenbraue. „Oder zumindest so zu tun.“ Dann schüttelte er leicht den Kopf und lauschte weiter. Die Scherze über Diagnosen und Höllenfürsten ließen ihn schmunzeln, doch als Seth schließlich begann, ernsthaft zu antworten, verschwand die Belustigung langsam. Asmodeus hörte zu ohne ihn zu unterbrechen. „Das ergibt mehr Sinn, als du glaubst. Die Menschen nennen es oft Angst vor engen Räumen.“ Sein Blick ruhte auf Seth. „Aber ich glaube nicht, dass es darum geht.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Ich glaube, du fürchtest dich davor, keine Wahl mehr zu haben.“ Die goldenen Augen hielten den Blickkontakt. „Davor, festzustecken. Davor, dass jemand anderes entscheidet, wo du hingehörst.“ Dann kam die Gegenfrage und zum ersten Mal an diesem Abend wich Asmodeus’ Blick aus. „Früher hätte ich behauptet, ich fürchte nichts.“ Er schnaubte leise. „Das klingt beeindruckend, bis man erkennt, dass es meistens nur eine andere Form von Dummheit ist.“ seine Hände blieben tief in den Manteltaschen verborgen und für einen Moment wirkte er älter. „Ich glaube…“ begann er langsam. „… ich fürchte Bedeutungslosigkeit.“ Sagte er leise als wäre er es nicht gewohnt, sie auszusprechen. „Nicht für andere.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Die Meinung der Welt hat mich nie besonders interessiert.“ Sein Blick wanderte wieder zu Seth. „Sondern für mich selbst. Wenn man lange genug lebt, verschwimmen Dinge. Menschen sterben. Städte verschwinden. Königreiche zerfallen und irgendwann beginnt man sich zu fragen, ob irgendetwas davon tatsächlich einen Unterschied gemacht hat.“ Er lächelte schwach. „Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich Geschichten sammle weil ich Angst habe, dass irgendwann nichts mehr bleibt.“ Dann schnaubte er leise über sich selbst als wäre ihm gerade bewusst geworden, wie ungewöhnlich ehrlich er gewesen war. „Siehst du?“ Sein Blick wurde wieder etwas wärmer. „Das passiert, wenn man Psychologiestudenten nachts in den Wald mitnimmt.“ Er grinste leicht. „Plötzlich fängt man an, Fragen ernsthaft zu beantworten.“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 15.06.2026 14:03"Du kannst natürlich versuchen, es zu ignorieren, mein lieber, doch wissen wir beide dass das nichts an dem Fakt ändert, dass ich recht habe. Da hilft auch die Alterskarte nichts, so lange dein Verstand noch funktioniert. Und tut er das nicht mehr, dann wirst du gar nicht mehr merken, dass du unrecht hast. Aber du würdest dann auch vergessen, dass ich dich alt nenne." Erklärte er mit einem frechen Grinsen und zwinkerte ihm Sieges sicher zu.
Bei seinen nächsten Worten neigte er den Kopf nachdenklich, ehe er ihn leicht schüttelte. "Ich glaube es geht weniger um eine Wahl, als um das Gefühl gefangen zu sein. Keinen Ausweg zu haben." Murmelte er nachdenklich und sah ihm dann in die Augen, als er weiter sprach.
"Ich glaube, das kann ich nachvollziehen. Unsere Leben fühlen sich bedeutsam an, weil es begrenzt ist. Dadurch wird alles automatisch wichtig, weil uns die Zeit fehlt, sie zu verschwenden. Aber wenn man eine Unendlichkeit vor sich hat? Ich kann mir gut vorstellen, dass die Dinge an Wichtigkeit verlieren, wenn man weiss, dass sie sich ständig wiederholen und die Erinnerung an das was einem etwas bedeutet hat, verblassen..." Mitfühlend blickte er zu ihm auf und lächelte sanft.
"Ich danke dir, für deine Ehrlichkeit, Asmodeus. Und was die bedeutungslosigkeig angeht... Hast du einmal darüber nachgedacht, deine Geschichte und die der leben, die mit dir geteilt werden, aufzuschreiben? Damit du etwas hast, dass dir beim bewahren deiner liebsten Erinnerungen hilft?" Schlug er nach einem Moment zögernd vor und lächelte.
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 20.06.2026 11:04Asmodeus lauschte seinem offensichtlich sorgfältig ausgearbeiteten Vortrag über sein Alter mit der Geduld eines Mannes, der bereits Kriege, Dynastien und vermutlich mehrere völlig unnötige Modetrends überlebt hatte. Als Seth schließlich geendet hatte, blieb er einige Sekunden vollkommen still. Dann nickte er langsam. „Beeindruckend.“ Seine Stimme war ernst. „Du hast es tatsächlich geschafft, aus dem Wort alt eine ganze Rede zu machen.“ Anschließend nickte er leicht. „Das ist echtes Talent.“ Das Funkeln in seinen Augen verriet jedoch deutlich, dass er sich prächtig amüsierte. „Und dennoch bin ich gezwungen festzustellen, dass dein gesamtes Argument auf der Annahme basiert, dass du recht hast.“ Er hob eine Augenbraue. „Ein klassischer Anfängerfehler. Aber ich bin bereit, dir diesen Sieg zu gönnen.“ Eine kurze Pause. „Aus Respekt vor deinem jugendlichen Enthusiasmus.“ Dann schnaubte er leise und schüttelte den Kopf. Seth schien stattdessen jedes Mal noch mehr Spaß daran zu haben und Asmodeus stellte zu seinem eigenen Erstaunen fest, dass er ihn dafür mochte. Sehr sogar. Als das Gespräch jedoch wieder ernster wurde, verschwand die Belustigung langsam. Sein Blick ruhte aufmerksam auf Seth. Auf der Art, wie dieser über Bedeutung sprach. Über Endlichkeit. Über Zeit. Und für einen Moment wirkte Asmodeus beinahe überrascht. „Du weißt…“ begann er schließlich leise. „Die meisten Menschen romantisieren Unsterblichkeit.“ Sein Blick wanderte zu den Lichtern Velmonts in der Ferne. „Sie stellen sich vor, sie hätten unbegrenzt Zeit für alles, was sie lieben.“ Ein schwaches Lächeln erschien. „Die wenigsten denken darüber nach, wie es sich anfühlt, alles zu verlieren.“ Dann hörte er Seths Vorschlag und zum ersten Mal an diesem Abend lachte er nicht. Stattdessen blickte er ihn einfach an. „Aufschreiben?“ wiederholte er schließlich. Als hätte ihm seit Jahrhunderten niemand mehr eine derart einfache Lösung angeboten. Sein Blick glitt kurz in die Dunkelheit zwischen den Bäumen. „Weißt du, was das Verrückte daran ist?“ Ein kleines Schmunzeln erschien. „Ich habe Bibliotheken gesehen, die größer waren als ganze Städte. Ich habe Gelehrte gekannt, die ihr Leben dem Schreiben gewidmet haben. Und ich selbst habe vermutlich mehr Geschichten erlebt, als manche Völker besitzen.“ Die goldenen Augen wanderten zurück zu Seth. „Und trotzdem ist mir dieser Gedanke nie gekommen.“ Ein leises Schnauben mehr über sich selbst als über die Idee. „Vielleicht, weil ein Teil von mir immer dachte, Erinnerungen müssten im Kopf bleiben, um echt zu sein.“ Dann erschien wieder dieses ruhige, warme Lächeln. Das, welches Seth inzwischen ein paar Mal gesehen hatte. Und das deutlich seltener war als jedes seiner charmanten Grinsen. „Das ist eine erstaunlich schöne Idee.“ Die Worte kamen unerwartet ehrlich. „Danke.“ Dann neigte Asmodeus leicht den Kopf. Seine Augen funkelten erneut. „Allerdings birgt dein Vorschlag ein gewaltiges Risiko.“ Eine gespielte Ernsthaftigkeit legte sich über seine Züge. „Wenn ich tatsächlich beginne, alles aufzuschreiben, wird daraus zwangsläufig eine Kapitelüberschrift über einen außergewöhnlich hartnäckigen Psychologiestudenten, der mich beharrlich alt nennt.“ Ein schmales Grinsen erschien. „Und ich fürchte, das würde dein Ziel, nicht vergessen zu werden, erschreckend effizient erfüllen.“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 21.06.2026 21:59"Wenn es dazu dient, dich zu beeindrucken und Recht zu behalten, ist mir keine Mühe zu gross und selbst das schaffen einer Rede, aus dem Wort alt allein, zu schaffen." Erklärte er mit gespieltem Ernst in der Stimme und nickte gewichtig, ehe er scheinbar enttäuscht den Kopf schüttelte. "Anfängerfehler? Frechheit. Wir wissen doch beide genau, dass ich recht habe, mein bester. Oder ist dir dieses Wissen in deinem fortgeschrittenen Alter bereits wieder entfallen? Aber ich lasse dir den Glauben, dass ich gesiegt habe, weil du es erlaubt hast, man soll anderer Leute Träume ja nicht zerstören." Verspielt zwinkerte er ihm zu, er genoss das gezanke mit ihm gerade mehr als er je zugeben würde, denn es war lange her, dass er mit jemandem tatsächlich so ungezwungen umgehen konnte. Ohne Masken, ohne Erwartungen. Er fühlte sich gelöster denn je. Doch dann wurde auch er wieder ernster.
"Ich denke, der grösste Unterschied besteht darin, ob es eine Unendlichkeit allein, oder an der Seite geliebter Menschen, oder in deinem Fall Dämonen wäre. Ist man gezwungen, sie allein zu verbringen und immer wieder zuzusehen, wie jene die man liebt versterben, stelle ich mir das äusserst qualvoll vor. Darum ist keiner zu beneiden. Doch wenn man seine Unendlichkeit mit anderen verbringen könnte, wäre es womöglich wirklich diese romantische Vorstellung, das Glück zu haben, hunderte Leben zu leben und alles auszuprobieren, was man sich je erträumen könnte." Sinnierte er einmal mehr völlig in seine Überlegungen abdriftend, ehe er sich wieder besann und behutsam seine Hand ergriff, um sie mitfühlend einen Moment zu drücken. "Du musstest vermutlich schon mehr Schmerz ertragen, als ich mir jemals vorzustellen vermag. Es ist bewundernswert, wie warmherzig du dennoch geblieben bist."
Murmelte er leise, während er aufrichtig ins Gold seiner Augen sah, ein weiches lächeln und den Lippen, welche sich bei seinen nächsten Worten zu einem kleinen Grinsen verzogen.
"Ich denke, dass ist der klassische Fall von, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Aber ich bin froh, wenn dir mein Vorschlag gefällt und womöglich dabei hilft, deine Ewigkeit ein wenig erträglicher zu gestalten."
Sein Lächeln wurde erneut eine Spur weicher, ehrlicher als alle zuvor, während er sprach. Bei seinen nächsten Worten lachte er jedoch erneut herzhaft auf und schüttelte leicht den Kopf. "Das macht die Idee doch nur noch besser... Und was Hartnäckigkeit und den Wunsch Erinnerungen zu bewahren betrifft... Hast du für Morgen schon Pläne?"






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