🌲 Waldpfad
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Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 01.07.2026 20:10Für einen Moment dachte er schweigend über Asmodeus Aussage nach, dass er nicht gut darin wäre, Leute auf Abstand zu halten. Leicht abwägend neigte er den Kopf langsam von einer Seite zur anderen, ehe er ihn entschieden schüttelte. "Ich denke nicht, dass das stimmt. Für gewöhnlich bin ich eigentlich sogar sehr gut darin, andere auf Abstand zu halten, selbst wenn ich mich freundlich gebe. Dass ich jemandes Gegenwart auf diese Weise suche und wünsche, ist tatsächlich auch für mich noch Neuland. Aber du hast etwas an dir, dass mich nicht mehr los lässt und dazu treibt, mehr deiner selbst zu entdecken, während ich mich dir mit meinem wahren Wesen zu offenbaren vermag. Du bist ein gefährlicher Einfluss und doch fühle ich mich seltsam sicher. Als würdest du mich tatsächlich sehen und nicht bloss das Bild, dass du sehen willst. Ich kann es nicht genau erklären..." Leicht hilflos grinsend zuckte er die Schultern, ehe sein Ausdruck bei den nächsten Worten des Dämons noch etwas weicher wurde. Behutsam trat er noch einen kleinen Schritt näher und suchte seinen Blick für einen Moment nach Zeichen des spottes ab, doch sah er nur Ehrlichkeit darin, wodurch sich ein Gefühl der Wärme in ihm breit machte, dass der kühlen nachtluft trotzte.
"Dann hoffe ich sehr, dass die Zweifel an deiner Weiterreise ausreichend sind, um sie tatsächlich aufzuschieben. Und wenn es nur für einen Tag ist, schliesslich sind wir uns doch gerade erst begegnet."
Sanft lächelnd folgte er seinem Blick und spürte erst in diesem Moment tatsächlich, wie schwer die Müdigkeit auf ihm lastete, die er bis eben im Eifer der Unterhaltung für einen Moment vollkommen ausgeblendet hatte. Hinter vorgehaltener Hand unterdrückte er ein leises Gähnen. "Es wäre bei weitem nicht das erste Mal, dass ich den Unterricht schlafend verbringe. Den Grossteil des Stoffes arbeite ich meist eh schon vor, weil es ungefähr so spannend ist, unserem Lehrer zuzuhören, wie Weizen beim wachsen zuzusehen." Erklärte er mit einem leisen Grinsen, widersprach aber nicht weiter, als Asmodeus sich zum gehen wandte.
"Dann lass uns gehen, meine Wohnung liegt nicht all zu weit von hier. Halt einfach Ausschau nach einer bepflanzten Dachterrasse, davon gibt's nicht viele in der Nachbarschaft." Erklärte er schief grinsend, obwohl es die womöglich durchaus gab, er hatte nur nie wirklich darauf geachtet. Ruhig setzte er sich mit ihm in Bewegung und schlug den weg in Richtung seiner Wohnung ein.
----> Seth's Wohnung
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 01.07.2026 19:00Der Wald schien um sie herum still geworden zu sein als gäbe es für einen Moment nichts außer diesem Gespräch. Er ließ Seth ausreden und als dieser geendet hatte, erschien kein gewohntes, charmantes Grinsen auf seinen Lippen, nur ein leicht sichtbares Lächeln. „Du bist nicht gut darin Menschen auf Abstand zu halten.“ Weder Spott war in den Worten, noch wollte er ihn necken. „Vielleicht solltest du daran arbeiten.“ Es entstand eine Sekundenpause. „Oder auch nicht.“ Sein Blick ruhte noch immer auf Seth. „Die Welt könnte ein paar Menschen gebrauchen, die sich trauen, so offen zu sein.“ Als Seth davon sprach, ihn zum Bleiben bewegen zu wollen, entkam Asmodeus ein kaum hörbares Schnauben. Er schüttelte langsam den Kopf. „Du unterschätzt deine Wirkung.“ murmelte er. „Du glaubst, du müsstest mich überzeugen.“ Ein sanftes Lächeln zog über seine Lippen. „Dabei habe ich meine Weiterreise in dem Moment infrage gestellt, als ich beschlossen habe, nach Mitternacht noch mit dir durch diesen Wald zu laufen.“ Er hob den Blick zum Himmel. Zwischen den Baumwipfeln begann die Nacht bereits langsam heller zu werden. „Es wird spät.“ stellte er fest. Dann wanderte sein Blick wieder zu Seth. Er musterte ihn einen Moment. Die Müdigkeit, die sich langsam trotz des Lächelns in dessen Gesicht zeigte. „Und so sehr es mein Ego schmeichelt, dass du morgen Erinnerungen sammeln möchtest…“ Er hob leicht eine Augenbraue. „würde ich nur ungern der Grund dafür sein, dass ein Psychologiestudent morgen mit geschlossenen Augen in einer Vorlesung sitzt.“ Ein amüsiertes Funkeln kehrte in seine goldenen Augen zurück. „Das würde deiner professionellen Reputation schaden.“ Er trat einen Schritt zur Seite und deutete in Richtung der Lichter Velmonts. „Komm. Ich bringe dich nach Hause. Du hast heute lange gearbeitet und ich habe dich lange genug vom Schlafen abgehalten.“ Dann schmunzelte er. „Außerdem… wenn ich tatsächlich vorhabe, meine Weiterreise aufzuschieben, wäre es ausgesprochen unklug, dich schon am ersten Abend völlig übermüdet zurückzulassen.“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 30.06.2026 14:23"Nun, ich glaube dass du daran glaubst, so alt zu sein, wie du behauptest. Und das wäre lediglich möglich, wenn du verrückt bist, oder aber tatsächlich die Wahrheit sprichst. Und ich halte dich nicht für verrückt, also muss es wohl stimmen. Dass ich damit eine Reaktion aus dir heraus locken kann, ist lediglich ein positiver Nebeneffekt, mein lieber Asmodeus." Erklärte er mit einem frechen, verspielten grinsen auf den Lippen und zwinkerte ihm leicht zu, ehe er wieder etwas ernster wurde und seine Hand ein weiteres mal tröstlich drückte. Seine nächsten Worte entlockten ihm ein weiches Lächeln und er schüttelte sanft den Kopf. "Ich weiss nicht, wie du vor einigen Jahrhunderten warst und es spielt auch keine Rolle. Denn es hat dich zu dem gemacht der du heute bist und im hier und jetzt ist das alles, was wirklich zählt. Und ich denke du bist weitaus sanfter und warmherziger als du sein könntest. Denn nach Jahrhunderten voller Einsamkeit und Schmerz, in denen du zusiehst wie alles verschwindet, wären die meisten wohl abgestumpft und verbittert geworden. Du nicht. Das ist bewundernswert und sagt viel über dich aus."
Aufrichtig lächelnd sah er ihm in die Augen, bevor er schliesslich behutsam seine Hand wieder los liess, als ihm bewusst wurde, dass er sie noch immer hielt.
Den Kopf leicht zur Seite geneigt, lauschte er seiner Erklärung und schwieg einen Moment, bevor sich ein leicht verschmitzter, entschlossener Ausdruck in seine Züge schlich, während er seinem Blick so offen wie jeher begegnete. Blau traf auf Gold.
"Nun, vielleicht gelingt es mir ja, dich davon zu überzeugen, die Fortsetzung deiner Reise noch ein wenig aufzuschieben? Ich fände es schön, dich nach dem Ende der heutigen Nacht wieder zu sehen. Es ist lange her, dass jemand eine solche Faszination in mir geweckt hat und ich bin zu egoistisch, dich schon weiter ziehen zu lassen. Also verrate mir doch bitte, wie ich dich zum bleiben bewegen könnte..." Seine Mundwinkel zuckten zu einem kleinen, sanften Lächeln, während er seinerseits einen Schritt näher trat. "Wie wäre es, wenn wir den morgigen Tag dazu nutzen, einige Erinnerungen zu sammeln, damit du diesen kleinen Barkeeper und die wärme, die er in die sieht, nicht so bald wieder vergisst?" Seine Stimme klang neckisch, doch lag ein stummes Bitten im blau seiner Augen. Er wollte ihn noch nicht wieder ziehen lassen. Und er wünschte diese Erinnerungen ebenso für sich selbst, wie für Asmodeus, auch wenn er es nicht offen aussprach.
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 28.06.2026 20:54„Weißt du…“ Er verschränkte locker die Arme. „Ich beginne langsam zu glauben, dass du mich gar nicht alt nennst, weil du davon überzeugt bist.“ Er hob eine Augenbraue. „Sondern weil du genau weißt, dass ich darauf reagiere.“ Ein schmales Grinsen erschien. „Manipulativ.“ Er nickte anerkennend. Als Seth jedoch über die Unendlichkeit sprach und schließlich seine Hand ergriff, verstummte Asmodeus. Sein Blick senkte sich für einen Augenblick auf die Berührung. Sie war so selbstverständlich. Ohne Hintergedanken. Ohne Angst. Dann hob er langsam wieder den Kopf. Die Worte über den Schmerz blieben zwischen ihnen stehen. Er hätte widersprechen können. Hätte die Schwere mit einem Scherz vertreiben können. „Warmherzig…“ wiederholte er leise. „Diesen Begriff hätte vermutlich niemand benutzt, der mich vor einigen Jahrhunderten gekannt hat.“ Ein schwaches Lächeln erschien. „Vielleicht verändert Zeit einen eben doch.“ Dann fiel die letzte Frage. Er schüttelte leicht den Kopf. „Nein.“ sagte er schließlich. „Eigentlich nicht.“ Er ließ den Blick kurz über den Wald schweifen. „Ich hatte vor, weiterzureisen. Velmont war ursprünglich nur ein Zwischenstopp.“ Die Worte klangen beinahe beiläufig. Doch dann trafen seine goldenen Augen erneut Seths. Und zum ersten Mal an diesem Abend war dort ein Hauch von Unsicherheit. Nicht darüber, was er wollte. Sondern darüber, dass er es überhaupt wollte. „Ich nehme an…“ begann er langsam. „…du fragst das nicht aus reiner Höflichkeit.“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Also verrate mir.“ Er trat einen halben Schritt näher. Gerade weit genug, dass seine Stimme kaum mehr als ein ruhiges Murmeln war. „Was geht in diesem erstaunlich neugierigen Kopf gerade vor?“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 21.06.2026 21:59"Wenn es dazu dient, dich zu beeindrucken und Recht zu behalten, ist mir keine Mühe zu gross und selbst das schaffen einer Rede, aus dem Wort alt allein, zu schaffen." Erklärte er mit gespieltem Ernst in der Stimme und nickte gewichtig, ehe er scheinbar enttäuscht den Kopf schüttelte. "Anfängerfehler? Frechheit. Wir wissen doch beide genau, dass ich recht habe, mein bester. Oder ist dir dieses Wissen in deinem fortgeschrittenen Alter bereits wieder entfallen? Aber ich lasse dir den Glauben, dass ich gesiegt habe, weil du es erlaubt hast, man soll anderer Leute Träume ja nicht zerstören." Verspielt zwinkerte er ihm zu, er genoss das gezanke mit ihm gerade mehr als er je zugeben würde, denn es war lange her, dass er mit jemandem tatsächlich so ungezwungen umgehen konnte. Ohne Masken, ohne Erwartungen. Er fühlte sich gelöster denn je. Doch dann wurde auch er wieder ernster.
"Ich denke, der grösste Unterschied besteht darin, ob es eine Unendlichkeit allein, oder an der Seite geliebter Menschen, oder in deinem Fall Dämonen wäre. Ist man gezwungen, sie allein zu verbringen und immer wieder zuzusehen, wie jene die man liebt versterben, stelle ich mir das äusserst qualvoll vor. Darum ist keiner zu beneiden. Doch wenn man seine Unendlichkeit mit anderen verbringen könnte, wäre es womöglich wirklich diese romantische Vorstellung, das Glück zu haben, hunderte Leben zu leben und alles auszuprobieren, was man sich je erträumen könnte." Sinnierte er einmal mehr völlig in seine Überlegungen abdriftend, ehe er sich wieder besann und behutsam seine Hand ergriff, um sie mitfühlend einen Moment zu drücken. "Du musstest vermutlich schon mehr Schmerz ertragen, als ich mir jemals vorzustellen vermag. Es ist bewundernswert, wie warmherzig du dennoch geblieben bist."
Murmelte er leise, während er aufrichtig ins Gold seiner Augen sah, ein weiches lächeln und den Lippen, welche sich bei seinen nächsten Worten zu einem kleinen Grinsen verzogen.
"Ich denke, dass ist der klassische Fall von, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Aber ich bin froh, wenn dir mein Vorschlag gefällt und womöglich dabei hilft, deine Ewigkeit ein wenig erträglicher zu gestalten."
Sein Lächeln wurde erneut eine Spur weicher, ehrlicher als alle zuvor, während er sprach. Bei seinen nächsten Worten lachte er jedoch erneut herzhaft auf und schüttelte leicht den Kopf. "Das macht die Idee doch nur noch besser... Und was Hartnäckigkeit und den Wunsch Erinnerungen zu bewahren betrifft... Hast du für Morgen schon Pläne?"
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 20.06.2026 11:04Asmodeus lauschte seinem offensichtlich sorgfältig ausgearbeiteten Vortrag über sein Alter mit der Geduld eines Mannes, der bereits Kriege, Dynastien und vermutlich mehrere völlig unnötige Modetrends überlebt hatte. Als Seth schließlich geendet hatte, blieb er einige Sekunden vollkommen still. Dann nickte er langsam. „Beeindruckend.“ Seine Stimme war ernst. „Du hast es tatsächlich geschafft, aus dem Wort alt eine ganze Rede zu machen.“ Anschließend nickte er leicht. „Das ist echtes Talent.“ Das Funkeln in seinen Augen verriet jedoch deutlich, dass er sich prächtig amüsierte. „Und dennoch bin ich gezwungen festzustellen, dass dein gesamtes Argument auf der Annahme basiert, dass du recht hast.“ Er hob eine Augenbraue. „Ein klassischer Anfängerfehler. Aber ich bin bereit, dir diesen Sieg zu gönnen.“ Eine kurze Pause. „Aus Respekt vor deinem jugendlichen Enthusiasmus.“ Dann schnaubte er leise und schüttelte den Kopf. Seth schien stattdessen jedes Mal noch mehr Spaß daran zu haben und Asmodeus stellte zu seinem eigenen Erstaunen fest, dass er ihn dafür mochte. Sehr sogar. Als das Gespräch jedoch wieder ernster wurde, verschwand die Belustigung langsam. Sein Blick ruhte aufmerksam auf Seth. Auf der Art, wie dieser über Bedeutung sprach. Über Endlichkeit. Über Zeit. Und für einen Moment wirkte Asmodeus beinahe überrascht. „Du weißt…“ begann er schließlich leise. „Die meisten Menschen romantisieren Unsterblichkeit.“ Sein Blick wanderte zu den Lichtern Velmonts in der Ferne. „Sie stellen sich vor, sie hätten unbegrenzt Zeit für alles, was sie lieben.“ Ein schwaches Lächeln erschien. „Die wenigsten denken darüber nach, wie es sich anfühlt, alles zu verlieren.“ Dann hörte er Seths Vorschlag und zum ersten Mal an diesem Abend lachte er nicht. Stattdessen blickte er ihn einfach an. „Aufschreiben?“ wiederholte er schließlich. Als hätte ihm seit Jahrhunderten niemand mehr eine derart einfache Lösung angeboten. Sein Blick glitt kurz in die Dunkelheit zwischen den Bäumen. „Weißt du, was das Verrückte daran ist?“ Ein kleines Schmunzeln erschien. „Ich habe Bibliotheken gesehen, die größer waren als ganze Städte. Ich habe Gelehrte gekannt, die ihr Leben dem Schreiben gewidmet haben. Und ich selbst habe vermutlich mehr Geschichten erlebt, als manche Völker besitzen.“ Die goldenen Augen wanderten zurück zu Seth. „Und trotzdem ist mir dieser Gedanke nie gekommen.“ Ein leises Schnauben mehr über sich selbst als über die Idee. „Vielleicht, weil ein Teil von mir immer dachte, Erinnerungen müssten im Kopf bleiben, um echt zu sein.“ Dann erschien wieder dieses ruhige, warme Lächeln. Das, welches Seth inzwischen ein paar Mal gesehen hatte. Und das deutlich seltener war als jedes seiner charmanten Grinsen. „Das ist eine erstaunlich schöne Idee.“ Die Worte kamen unerwartet ehrlich. „Danke.“ Dann neigte Asmodeus leicht den Kopf. Seine Augen funkelten erneut. „Allerdings birgt dein Vorschlag ein gewaltiges Risiko.“ Eine gespielte Ernsthaftigkeit legte sich über seine Züge. „Wenn ich tatsächlich beginne, alles aufzuschreiben, wird daraus zwangsläufig eine Kapitelüberschrift über einen außergewöhnlich hartnäckigen Psychologiestudenten, der mich beharrlich alt nennt.“ Ein schmales Grinsen erschien. „Und ich fürchte, das würde dein Ziel, nicht vergessen zu werden, erschreckend effizient erfüllen.“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 15.06.2026 14:03"Du kannst natürlich versuchen, es zu ignorieren, mein lieber, doch wissen wir beide dass das nichts an dem Fakt ändert, dass ich recht habe. Da hilft auch die Alterskarte nichts, so lange dein Verstand noch funktioniert. Und tut er das nicht mehr, dann wirst du gar nicht mehr merken, dass du unrecht hast. Aber du würdest dann auch vergessen, dass ich dich alt nenne." Erklärte er mit einem frechen Grinsen und zwinkerte ihm Sieges sicher zu.
Bei seinen nächsten Worten neigte er den Kopf nachdenklich, ehe er ihn leicht schüttelte. "Ich glaube es geht weniger um eine Wahl, als um das Gefühl gefangen zu sein. Keinen Ausweg zu haben." Murmelte er nachdenklich und sah ihm dann in die Augen, als er weiter sprach.
"Ich glaube, das kann ich nachvollziehen. Unsere Leben fühlen sich bedeutsam an, weil es begrenzt ist. Dadurch wird alles automatisch wichtig, weil uns die Zeit fehlt, sie zu verschwenden. Aber wenn man eine Unendlichkeit vor sich hat? Ich kann mir gut vorstellen, dass die Dinge an Wichtigkeit verlieren, wenn man weiss, dass sie sich ständig wiederholen und die Erinnerung an das was einem etwas bedeutet hat, verblassen..." Mitfühlend blickte er zu ihm auf und lächelte sanft.
"Ich danke dir, für deine Ehrlichkeit, Asmodeus. Und was die bedeutungslosigkeig angeht... Hast du einmal darüber nachgedacht, deine Geschichte und die der leben, die mit dir geteilt werden, aufzuschreiben? Damit du etwas hast, dass dir beim bewahren deiner liebsten Erinnerungen hilft?" Schlug er nach einem Moment zögernd vor und lächelte.
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 15.06.2026 10:16Als Seth ihn auf die Ironie aufmerksam machte, blickte Asmodeus einen langen Moment einfach nur auf die Hand an seinem Unterarm und hob dann langsam den Blick. „Das…“ begann er mit vollkommener Ernsthaftigkeit. „… ist ein ausgezeichnetes Argument.“ Dann machte er eine kurze Pause. „Das ich selbstverständlich ignorieren werde.“ Das Grinsen, das daraufhin erschien, war beinahe unverschämt. „Ich habe schließlich mehrere Jahrtausende Übung darin, recht zu behalten.“ Er hob eine Augenbraue. „Oder zumindest so zu tun.“ Dann schüttelte er leicht den Kopf und lauschte weiter. Die Scherze über Diagnosen und Höllenfürsten ließen ihn schmunzeln, doch als Seth schließlich begann, ernsthaft zu antworten, verschwand die Belustigung langsam. Asmodeus hörte zu ohne ihn zu unterbrechen. „Das ergibt mehr Sinn, als du glaubst. Die Menschen nennen es oft Angst vor engen Räumen.“ Sein Blick ruhte auf Seth. „Aber ich glaube nicht, dass es darum geht.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Ich glaube, du fürchtest dich davor, keine Wahl mehr zu haben.“ Die goldenen Augen hielten den Blickkontakt. „Davor, festzustecken. Davor, dass jemand anderes entscheidet, wo du hingehörst.“ Dann kam die Gegenfrage und zum ersten Mal an diesem Abend wich Asmodeus’ Blick aus. „Früher hätte ich behauptet, ich fürchte nichts.“ Er schnaubte leise. „Das klingt beeindruckend, bis man erkennt, dass es meistens nur eine andere Form von Dummheit ist.“ seine Hände blieben tief in den Manteltaschen verborgen und für einen Moment wirkte er älter. „Ich glaube…“ begann er langsam. „… ich fürchte Bedeutungslosigkeit.“ Sagte er leise als wäre er es nicht gewohnt, sie auszusprechen. „Nicht für andere.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Die Meinung der Welt hat mich nie besonders interessiert.“ Sein Blick wanderte wieder zu Seth. „Sondern für mich selbst. Wenn man lange genug lebt, verschwimmen Dinge. Menschen sterben. Städte verschwinden. Königreiche zerfallen und irgendwann beginnt man sich zu fragen, ob irgendetwas davon tatsächlich einen Unterschied gemacht hat.“ Er lächelte schwach. „Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich Geschichten sammle weil ich Angst habe, dass irgendwann nichts mehr bleibt.“ Dann schnaubte er leise über sich selbst als wäre ihm gerade bewusst geworden, wie ungewöhnlich ehrlich er gewesen war. „Siehst du?“ Sein Blick wurde wieder etwas wärmer. „Das passiert, wenn man Psychologiestudenten nachts in den Wald mitnimmt.“ Er grinste leicht. „Plötzlich fängt man an, Fragen ernsthaft zu beantworten.“

Re: 🌲 Waldpfad
von Seth am 14.06.2026 21:46Bei Asmodeus Worten entkam ihm erneut ein leises, belustigtes Lachen und er schüttelte leicht den Kopf, während er eine Hand versöhnlich auf den Unterarm des Älteren legte. "Deine Worte wären so viel überzeugender, wenn du dich nicht im selben Satz, in dem du dich darüber beschwerst, dass ich dich alt nenne, selbst als Uraltes Wesen bezeichnen würdest, mein lieber Asmodeus. So wirkt das ein klein wenig ironisch und wenig überzeugend, glaubst du nicht auch?"
Verspielt grinsend zwinkerte er ihm zu und spätestens das Grinsen auf dessen Lippen liessen jede Ernsthaftigkeit aus seinen Zügen weichen. Er genoss diese erfrischende Leichtigkeit sehr, die ihr Gespräch ganz natürlich mit sich brachte.
"Ich freue mich sehr, dass du genauso empfindest. Das schmeichelt mir überaus." Sanft zogen sich seine Mundwinkel ein Stück nach oben, ein selten-ehrliches Lächeln, dass an diesem Abend viel zu oft zum Vorschein trat.
"Nun, wenn der Herr eine professionelle Analyse wünscht, wird er wohl bis nach meinem Abschluss warten müssen, um einen Termin auszumachen, gegen die nötige, professionelle Bezahlung natürlich!" Erklärte er mit gespielter Ernsthaftigkeit und nickte gewichtig, bevor erneut das grinsen hervor brach. "Wohl wahr, dir würde wohl lediglich der Komplex des Höllenfürsten persönlich gerecht werden, nicht Asmodeus?"
Sein verspieltes Lächeln wich einem nachdenklichen Ausdrucks, als er seinen nächsten Worten lauschte. Für einen Moment kaute er sich auf der Unterlippe herum, bevor er schliesslich leise sprach. "Es gibt nicht viel, wovor ich mich tatsächlich fürchte. Mein Vater versuchte mich zu lehren, dass Angst etwas für Schwächlinge wäre. Also lernte ich sie zu ertragen, selbst wenn ich dabei innerlich jedes mal ein wenig sterben mag." Murmelte er leise und schenkte ihm ein müdes Lächeln. "Ich ertrage es nicht, das Gefühl zu haben, eingesperrt zu sein. Enge, verschlossene Räume und grosse Menschenmengen bereiten mir Unbehagen. Im Hörsaal vermag ich keine minute still zu sitzen, da ich ansonsten den Kampf gegen meine Natur verlieren und aus dem stickigen Raum fliegen würde. In der Bar ist es anders, da der Tresen mich abschirmt, auch wenn das womöglich wenig Sinn ergibt." Murmelte er nachdenklich und fügte dann hinzu. "Ausserdem komme ich mit stille nicht zurecht. Ich mag Ruhe, geniesse den Frieden der Natur, doch die stille eines leeren Raumes oder ähnliches ertrage ich kaum. Wobei ich womöglich auch einfach nur die Stimme meiner eigenen Gedanken fürchte, wenn ich sie zulasse. Ausserdem spüre ich nicht gerne fremde Blicke auf mir, die zu lange verweilen. Und du? Was fürchtest du, Asmodeus?"
Re: 🌲 Waldpfad
von Asmodeus am 14.06.2026 21:11Asmodeus starrte ihn einen Moment lang völlig reglos an, als würde er ernsthaft darüber nachdenken, ob er ihn jetzt im Wald zurücklassen sollte. „Weißt du…“ begann er schließlich langsam. „Es gibt deutlich sicherere Arten, mit einem uralten Wesen zu sprechen, als es wiederholt alt zu nennen.“ Er neigte seinen Kopf leicht. „Ich bewundere deine Konsequenz.“ Dann schnaubte er belustigt und die Fassade brach augenblicklich wieder zusammen. „Oder deinen fehlenden Selbsterhaltungstrieb.“ Das Grinsen auf seinen Lippen verriet deutlich, dass ihm beides gefiel. Seths Ehrlichkeit traf ihn jedes Mal völlig unvorbereitet. „Das beruht auf Gegenseitigkeit.“ Bei der Bemerkung über den Gotteskomplex hob Asmodeus allerdings sofort eine Augenbraue. „Womöglich?“ Er legte sich eine Hand auf die Brust. „Diese Diagnose wirkt erschreckend unentschlossen für einen angehenden Psychologen.“ Er sah ihn empört an. „Ich hätte mehr Professionalität erwartet.“ Die goldenen Augen funkelten. „Außerdem wäre ein echter Gotteskomplex unter meiner Würde.“ Einer seiner Mundwinkel hob sixh. „Ich habe schließlich deutlich höhere Ansprüche.“ Diesmal musste er selbst über seinen eigenen Unsinn lachen. Dann wandte er den Blick wieder Seth zu. „Ganz allgemein.“ antwortete er schließlich. „Jeder Mensch hat etwas.“ Er verschränkte die Arme locker vor der Brust. „Manche haben Angst vor dem Scheitern. Andere davor, allein zu sein. Vor Bedeutungslosigkeit. Verlust. Kontrollverlust.“ Sein Blick blieb auf Seth ruhen. „Und bevor du mir erzählst, dass du vor nichts Angst hast…“ Er schmunzelte leicht. „… das glaubt dir nicht einmal dein innerer Psychologe.“ Dann trat Asmodeus einen Schritt näher an den Hügelrand und blickte hinunter auf die Stadt. „Mich interessiert die Antwort nicht, weil ich sie gegen dich verwenden könnte.“ murmelte er. „Oder weil ich glaube, dich damit besser analysieren zu können.“ Die goldenen Augen glitten wieder zu Seth. „Mich interessiert sie, weil Angst oft mehr über einen Menschen verrät als seine Wünsche.“ er machte eine kleine Pause. „Wünsche zeigen uns, wohin jemand möchte. Angst zeigt uns, wovor er davonläuft.“ Dann lehnte er sich leicht gegen den Stamm des Baumes hinter sich. „Also?“ Ein schwaches Lächeln erschien.
„Wovor läuft Seth davon?“




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