🌲 Waldpfad

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 11.06.2026 20:55

Er warf Seth einen Blick zu, der irgendwo zwischen Belustigung und gespielter Empörung lag. „Alter Mann.“ wiederholte er. „Weißt du, die meisten Menschen haben zumindest den Anstand, ein paar Wochen zu warten, bevor sie anfangen, mich zu beleidigen.“ Er schnaubte leise. „Du hast dafür nicht einmal einen ganzen Abend gebraucht.“ Doch das verräterische Lächeln auf seinen Lippen zerstörte jede Ernsthaftigkeit. Der Waldweg führte sie tiefer zwischen die Bäume. Die Geräusche der Stadt waren inzwischen vollständig verschwunden. Nur der Wind bewegte gelegentlich die Äste über ihnen. Als Seth nach seiner Entschuldigung fragte, hob Asmodeus kurz den Blick zum Himmel. „Meine Entschuldigung?“ Er dachte einen Moment darüber nach, doch dann schüttelte er leicht den Kopf. „Ich habe keine. Ich wollte mit dir reden.“ Er zuckte mit den Schultern. „Also bin ich geblieben.“ Die meisten Menschen suchten nach Gründen, nach komplizierten Erklärungen dabei war die Wahrheit erschreckend simpel. Sein Blick wanderte wieder zu Seth. „Außerdem scheinst du vergessen zu haben, dass du die gefährliche Person in dieser Situation bist.“ Die goldenen Augen funkelten. „Ich bin allein mit einem Psychologiestudenten im Wald. Weißt du eigentlich, wie viele Fragen ihr stellt?“ Dann lachte er erneut ein wenig länger als sonst. Als Seth anschließend von Ehrlichkeit sprach, hörte er schweigend zu, denn obwohl er selbst gern redete, lauschte er noch lieber. Menschen verrieten sich in ihren Antworten und Seth verriet sich ständig, natürlich nicht absichtlich, sondern einfach weil er so war. „Du weißt…“ begann Asmodeus schließlich langsam. „Normalerweise würde ich dir jetzt erklären, warum diese Einstellung gefährlich ist.“ Er hob eine Augenbraue. „Warum Ehrlichkeit ausgenutzt wird. Warum Menschen lügen. Warum Vertrauen Risiken birgt.“ Er schmunzelte schwach. „Aber ich fürchte, du würdest mir ohnehin nicht zuhören und ehrlich gesagt hoffe ich, dass du es nicht tust.“ Sein Blick blieb kurz auf Seths Gesicht liegen. „Die Welt produziert bereits genug Zyniker.“ murmelte er. „Noch einer wäre wirklich Verschwendung.“ Ein paar Schritte später blieb er plötzlich stehen als er Seths Bemerkung über den Bourbon hörte und lachte erneut. „Nein.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „Das wäre die völlig falsche Lektion.“ Die goldenen Augen wanderten zu ihm. „Es war nicht der Bourbon. Es war der Gedanke dahinter.“ Das Lächeln auf seinen Lippen wurde sanfter. „Die meisten Menschen geben dir etwas, weil sie etwas zurückhaben wollen.“ Er lehnte sich leicht gegen einen Baum. „Du hast es getan, weil du wolltest, dass ich mich freue. Das bleibt länger in Erinnerung als jeder Drink.“ Für einen Moment ließ er den Blick über die Lichter der Stadt schweifen. „Wovor hast du eigentlich Angst?“

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 11.06.2026 18:41

Leise lachend zuckte er die Schultern. "Nun, was soll ich sagen? Ich habe noch nie ein Blatt vor den Mund genommen, was meine Gedanken betrifft und habe jetzt auch nicht vor, damit anzufangen. Es scheint, die meisten wissen diese Eigenschaft zu schätzen, zu meinem Glück." Glucksend stiess er ihn den Daumen leicht gegen die Brust. "Wäre auch nur einer von uns vernünftig, ginge er nicht des nachts mit einem fast fremden in den dunklen Wald. Wobei ich die Ruhe hier sehr zu schätzen weiss. Aber ich habe jugendlichen Übermut als Ausrede, was ist deine Entschuldigung, alter Mann?" Zog er ihn weiter auf und lachte erneut sanft auf.
"Ehrlich währt nunmal am längsten und andere falls würde ich mir nur selbst in weg stehen, ist doch ganz logisch,.wofür ich mich dass entscheide. Eine Chance mit der Möglichkeit Fehler zu machen oder es nie versuchen und sich und ewig in einer Lüge verlieren, ohne richtig gelebt zu haben." Erklärte er mit einem sanften Schulterzucken.
"Es ist mir egal, ob sie Idee gut ist oder nicht. Ich fände es trotzdem sehr schön. Und das nicht nur, weil ich dabei die Gelegenheit habe,  mehr über dich zu erfahren." Verspielt zwinkerte er ihm zu und schüttelte leicht grinsend den Kopf. "Jeder Mensch ist einzigartig, ich wäre also sehr enttäuscht, wenn einer davon wäre so wäre wie ich. Das wäre langweilig."
Dan wurde er bei seinen nächsten Worten jedoch ruhiger. "Dann freue ich mich, zukünftig in deinen Gedanken weiter zu existieren." Warm lächelte er ihm zu, bevor er leise zu lachen begann. "Bourbon für bleibende Erinnerung, das muss ich mir merken."

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 18:14

Ein leises Lachen verließ seine Kehle. „Jetzt verstehe ich langsam, warum die Leute in der Bar dich mögen.“ Die goldenen Augen wanderten kurz zu Seth. „Du sagst Dinge, die andere Menschen normalerweise nur denken. Und manchmal nicht einmal das.“ Das Mondlicht fing sich für einen Moment in seinen Zügen, als er den Kopf leicht zur Seite neigte. „Außerdem möchte ich festhalten, dass ich niemals behauptet habe, vernünftig zu sein.“ Die Mundwinkel hoben sich leicht. „Nur alt.“ Als Seth ihn erneut mit der Schulter anstieß, erwiderte Asmodeus die Geste dieses Mal tatsächlich. „Und nein, du bist nicht ungewöhnlich, weil du anders bist als alle anderen.“ Er sah kurz vor sich auf den Waldweg. „Du bist ungewöhnlich, weil du keine Angst davor hast, ehrlich zu sein.“ Er schmunzelte leicht. „Das wird ständig miteinander verwechselt.“ Die meisten Menschen versteckten sich hinter Sarkasmus, hinter Status, hinter Rollen, hinter Masken und Seth schien zwar ebenfalls welche zu besitzen, doch er nahm sie erstaunlich bereitwillig wieder ab und das war selten. Als dann die Bemerkung über gemeinsame Abenteuer fiel, blieb Asmodeus für einen Moment still. Sein Blick wanderte zwischen die dunklen Bäume. „Gemeinsame Abenteuer.“ wiederholte er leise. Dann erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. „Das klingt verdächtig nach einem Plan.“ Er blickte zu Seth. „Und du kennst mich noch nicht gut genug, um zu wissen, wie selten es eine gute Idee ist, mit mir Pläne zu schmieden.“ Ein kleiner Teil von ihm schien die Vorstellung tatsächlich zu mögen, was vermutlich das Gefährlichste daran war. Dann kam Seths letzte Bemerkung und plötzlich wurde es still. Kein Scherz, kein neckischer Kommentar, keine Ausweichbewegung, nur zwei Menschen, oder zumindest einer davon, auf einem dunklen Pfad. Asmodeus blieb stehen und langsam drehte er den Kopf, die goldenen Augen trafen die blauen und für einen Moment lag etwas darin, das Seth bisher noch nicht gesehen hatte. Ehrlichkeit. „Seth.“ Seine Stimme war leiser geworden. „Du hast wirklich keine Ahnung, wie selten Menschen wie du sind, oder?“ Ein schwaches Lächeln erschien, kein charmantes oder gefährliches, sondern ein wirklich echtes. „Ich habe heute Abend nicht gewartet, weil ich höflich sein wollte und ich habe diesen Spaziergang nicht vorgeschlagen, weil mir langweilig war.“ Der Blick hielt den seinen fest. „Du wirst nicht vergessen werden. Nicht von mir.“ Dann schnaubte Asmodeus plötzlich belustigt, als hätte er genug von diesem gefährlich aufrichtigen Moment. „Außerdem…“ Seine Mundwinkel hoben sich erneut. „… hast du mir einen Bourbon aufs Haus gegeben.“ Er setzte sich wieder in Bewegung. „Damit war mein Gedächtnis von Anfang an an dich verloren.“

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 16:38

"Der Stand eines Menschen sagt nichts über seine Intelligenz aus, Asmodeus. Und egal wie intelligent jemand ist, wenn er dein Schweigen tatsächlich deinem Lachen vorzieht, muss derjenige dem Wahnsinn nahe sein." Erklärte er leise lachend und stiess ihn sanft mit der Schulter an. Das blau seiner Augen funkelte sanft im schwachen Mondlicht. Er genoss die friedliche Stimmung im Wald sehr. Als Asmodeus langsamer wurde, verlangsamte auch er seine Schritte und lächelte leicht verlegen. 
"Hey, so unwahrscheinlich ist das bei deinem Namen, auftreten und angegebenen Alter nicht unbedingt, oder? Ausserdem finde ich jetzt nicht unbedingt, dass ich so ungewöhnlich bin." Winkte er leicht verlegen grinsend ab und schüttelte den Kopf. "Aber es bringt nichts, zu versuchen vor sich selbst zu fliehen. Man kann sich nicht entkommen. Man kann nur lernen, sich zu akzeptieren und weiter zu machen." 
Bei seinen nächsten Worten lachte er allerdings leider auf und schüttelte den Kopf. "Für einen alten Mann hast du ja einen ziemlich schrägen Humor. Ausserdem bin ich ja wohl nicht mal annähernd so seltsam wie du!" Beschwerte er sich gespielt beleidigt und bereute in dem Moment, keine Servietten mitgenommen zu haben, um ihn erneut abzuwerfen. Doch dann wurde sein Ausdruck ebenfalls wieder etwas weicher. "Wie gut, dass ich freche Kerle mag." Fügte er mit einem neckischen zwinkern hinzu, ehe er sanft nickte.
"Das ist ein versprechen, dass ich dir gerne gebe. Immerhin stellt es lediglich sicher, dass ich mein Leben auch tatsächlich lebe. Also danke, dass du es mir angenommen hast. Und wer weiss, vielleicht wagen wir das ein oder andere verrückte Abenteuer ja auch mal zusammen." Murmelte er sanft lächelnd und fuhr sich durchs Haar.
"Wenn dieser eine Abend genügt hat, dass du mich nicht so bald wieder vergisst, dann würde mich das tatsächlich ziemlich glücklich machen." Fügte er mit seiner typischen, unverholenen Ehrlichkeit hinzu, die aufsteigende Röte in seinen Wangen ignorierend.

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 15:48

„Du hast eine bemerkenswert hohe Meinung von mir, wenn du davon ausgehst, dass die Menschen, mit denen ich gewöhnlich verkehre, lediglich Idioten sind.“ Ein leises Schnauben verließ ihn. „Manche von ihnen waren Könige.“ Er runzelte kurz die Stirn. „Was deine Aussage vermutlich nicht unbedingt widerlegt.“ Die goldenen Augen funkelten amüsiert und für einen Moment ließ er den Blick ebenfalls nach oben wandern. Es war seltsam friedlich und Frieden war etwas, dem Asmodeus normalerweise misstraute. Als Seth anschließend sagte, dass er mochte, wer er war, verlangsamten sich seine Schritte. Nicht viele Menschen sagten so etwas. Noch weniger meinten es ernst. Die meisten wollten stärker werden, reicher, erfolgreicher, schöner, anders. Es ist meistens immer anders, doch Seth hatte gerade etwas ausgesprochen, das überraschend selten war. ‘Ich mag wer ich bin.‘ „Das ist vermutlich die ungewöhnlichste Sache, die du heute Abend gesagt hast und dabei hast du mich zuvor beinahe ernsthaft gefragt, ob ich der Herr der Hölle bin.“ Er lachte leise. „Die meisten Menschen verbringen ihr Leben damit, vor sich selbst davonzulaufen.“ Sein Blick glitt kurz zu Seth. „Es ist angenehm, jemandem zu begegnen, der das nicht tut.“ Asmodeus hob eine Augenbraue. „Du unterschätzt Haie.“ Sagte er vollkommen ernst. „Sie sind außerordentlich urteilende Wesen.“ Er nickte, als würde er über wissenschaftlich belegte Fakten sprechen. „Der Hai würde dich ansehen, hören wie du versuchst, mit ihm Freundschaft zu schließen, und anschließend beschließen, dass du anstrengend bist.“ Er hob eine Hand. „Nicht gefährlich oder unhöflich, lediglich anstrengend.“ Seine Mundwinkel zuckten verdächtig. „Eine vernichtende Kritik, wenn du mich fragst.“ Dann schüttelte er langsam den Kopf. Das Lachen lag noch immer in seiner Stimme. Doch sein Blick wurde wieder etwas ruhiger. „Ich bin froh, dass du das Versprechen gegeben hast.“ murmelte er schließlich. „Die meisten Versprechen drehen sich darum, vorsichtig zu sein.“ Seine Augen wanderten kurz durch die Dunkelheit des Waldes. „Dieses hier dreht sich darum, es nicht zu sein.“ Ein Ast knackte unter seinem Schuh. Dann warf Asmodeus ihm erneut einen Seitenblick zu. „Weißt du, Seth…“ Seine Stimme war ungewohnt sanft. „Du redest davon, Spuren zu hinterlassen und ich glaube, du machst das bereits.“ er machte eine kurze Pause. „Vermutlich merkst du es nur nicht.“ Sein Blick glitt zurück auf den Waldweg. „Die meisten Menschen erinnern sich an diejenigen, die ihr Leben verändert haben. Manchmal reicht es aber schon, wenn jemand einen einzigen Abend besser macht.“ Und erstaunlicherweise wirkte es fast so, als würde er dabei nicht über irgendeinen abstrakten Gedanken sprechen. Sondern über diesen Abend.

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 15:04

"Tatsächlich? Dann scheinst du für gewöhnlich mit Idioten zu verkehren, die nicht wissen was ihnen entgeht." Erwiderte er im Brustton der Überzeugung und schenkte ihm ein erneutes, warmes Lächeln. Während er sprach, sah er Asmodeus aufmerksam in die Augen, bemerkte wie dieser leider wurde, als würde er tatsächlich über seine Worte nachdenken, was ihm ein erneutes Lächeln entlockte. Er mochte die aufrichtig interessierte Aufmerksamkeit des Älteren, die er sonst nur sehr selten erlebte. 
Für einen Moment sah er zu den raschelnden Blätter über ihren Köpfen auf, bewunderte wie sie vom Mondlicht dezent zur schau gestellt wurden, sodass er einen Augenblick länger brauchte, um seine Worte zu verarbeiten. 
"Naja, wenn keiner mehr etwas von mir erwarten würde und ich die Freiheit hätte, alles zu tun dass ich will, hoffe ich doch sehr, dass ich dazu auch die mittel hätte, denn ansonsten funktioniert diese Fantasie nicht. Und wenn das der Fall ist, warum sollte ich mir dann Geld wünschen, wenn ich stattdessen unvergessliche Erlebnisse und Erinnerungen in einer Welt voller Geheimnisse und Rätsel schaffen kann?" Gab er leise lachend zurück und schüttelte sanft den Kopf. "Ich mag wer ich bin, weshalb sollte ich mich also verändern wollen? So einfach ist das." 
Belustigt grinsend runzelte er die Stirn und schüttelte erneut den Kopf. "Für jemanden der so alt ist, machst du manchmal wirklich wenig Sinn. Wie sollte ein Hai mich denn beleidigen und weshalb? Hattest du zu viele Drinks?" Zog er ihn belustigt grinsend weiter auf, bevor er leicht die Schultern zuckte. "Ich denke, dieses Versprechen kann ich guten Gewissens machen."

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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 13:19

Das Mondlicht fing sich in seinen goldenen Augen und dann erschien tatsächlich wieder dieses Lachen. „Dann habe ich wohl Glück.“ Seine Stimme war ungewöhnlich sanft. „Die meisten Menschen bevorzugen mein Schweigen.“ Ein kleines Lächeln blieb länger als sonst. Als Seth anschließend über Tiere, Freiheit und Liebe sprach, hörte Asmodeus schweigend zu. Je länger der Psychologiestudent sprach, desto stiller wurde er. Denn wieder tat Seth etwas, das er bereits den ganzen Abend getan hatte. Er beantwortete Fragen, die viel größer waren als sie zunächst wirkten und bemerkte es vermutlich nicht einmal. Als schließlich die Worte vom Reisen kamen, blieb Asmodeus erneut einen Moment stumm. Der Wind bewegte die Äste über ihnen, irgendwo raschelte etwas im Unterholz und für einen Augenblick wirkte der Wald beinahe zeitlos. „Siehst du?“ sagte er schließlich leise. „Das meine ich.“ Sein Blick ruhte auf Seth. „Ich frage dich, was du tun würdest, wenn niemand mehr etwas von dir erwartet und keine einzige Antwort handelt von Geld. Du willst die Welt sehen.“ Die goldenen Augen musterten ihn aufmerksam. „Du willst verstehen.“ Er lachte leise. „Es überrascht mich nicht einmal.“ Dann schob er die Hände tiefer in die Manteltaschen. „Weißt du, was mir daran gefällt?“ fragte er. „Du sprichst nicht davon, jemand zu werden.“ Sein Blick glitt kurz zum Sternenhimmel, der zwischen den Baumkronen hervorlugte. „Du sprichst davon zu erleben. Das tun erstaunlich wenige Menschen.“ Für einige Schritte liefen sie schweigend weiter, dann erschien wieder dieses verräterische Funkeln in seinen Augen. „Und ich muss gestehen…“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Die Vorstellung von dir auf einem Surfbrett ist ausgesprochen unterhaltsam.“ Er sah zu ihm. „Du wirkst wie jemand, der nach drei Minuten von einem Hai beleidigt wird. Aber ich glaube, du solltest das tatsächlich tun. Nicht irgendwann.“ Der Blick seiner goldenen Augen traf den seinen. „Nicht wenn alles perfekt passt.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Menschen warten ihr ganzes Leben auf den richtigen Moment.“ Etwas Dunkles und Altes lag für einen Moment in seinem Blick, die Perspektive von jemandem, der viel zu viele Leben hatte vergehen sehen. „Und dann stellen sie fest, dass er nie gekommen ist.“ Dann lächelte er wieder. „Versprich mir etwas, Seth. Wenn du eines Tages am Meer stehst, irgendwo am anderen Ende der Welt, und die Gelegenheit bekommst, etwas Verrücktes zu tun…“ Seine Augen funkelten. „… dann entscheide dich für das Verrückte.“

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 12:28

"Ich mag dein Lachen, es steht dir gut." Murmelte er ohne gross darüber nach zu denken, was ihm gerade durch den Kopf schoss, ehe er leicht verlegen errötet, als ihm bewusst wurde, dass er das laut gesagt hatte. "Tut mir leid, das war jetzt vielleicht etwas ZU ehrlich..." Verlegen grinsend sah er zu ihm hierüber, bevor er nach kurzem überlegen erneut zu sprechen begann
"Ich würde es auch eher Hoffnung nennen. Ist es denn so verwerflich, dass man sich wünscht, einen bleibenden Eindruck in jemanden Leben zu hinterlassen, sodass man sich an einen erinnert, selbst wenn man längst nicht mehr selbst verweilt? Auch wenn es für den der zurückbleibt, womöglich eine last sein mag und es egoistisch ist, so möchte doch keiner vergessen werden." Murmelte er nachdenklich lächelnd, bevor er ebenfalls zum Stillstand kam, als er das Reh erblickte. Ein bewundernder und zugleich glücklicher Ausdruck huschte über seine Züge, dankbar dass scheue Tier so nahe sehen zu dürfen. Bei Asmodeus Aussage hielt er jedoch inne.
"Ist das wirklich so schwer zu verstehen?" Sanft lächelnd wandte er sich ihm wieder zu, als das Reh schliesslich floh. "Jedes Lebewesen wünscht sich geliebt zu werden, egal ob Mensch oder Tier, wenn auch nicht unbedingt auf die selbe Weise. Selbst der grösste Einzelgänger kann nicht permanent allein sein, oder er würde verschwinden. Und während bei machen sie Zusammenkunft nur dem Fortbestand dient, so gibt es andere, die tatsächlich lieben. Pinguine beispielsweise bleiben ein leben lang mit ihren Partnern zusammen, Katzen und Hunde trauern um ihre verstorbenen Gefährten, manche Nager sterben vor Kummer, wenn sie ihren Partner verlieren, Wölfe leben als Familien und verzweifeln, wenn sie davon getrennt werden. Es ist vielleicht nicht die Art liebe, die wir Menschen kennen, sie ist roher, instinktiver, aber sie ist da. Die anderen Werte, Erfolg, Bedeutung, etwas besonderes zu sein, sind jedoch Werte die die Gesellschaft uns antrainiert hat, bevor wir sie überhaupt verstanden. Sie entspringen nicht unseren Herzen, sondern wurden uns eingepflanzt. Darum beneiden wir die Tiere manchmal. Denn auch sie fühlen, aber sie sind dabei freier. Sie können tun wonach ihnen der Sinn steht und leben stehts im jetzt. Sie wollen keinen erfolg, nur den nächsten Tag erleben, indem sie ihren Bedürfnissen folgen, schlafen wenn sie müde sind, essen wenn sie hungrig sind, leben wie es für sie richtig ist, geführt von ihren natürlichen Instinken. Natürlich kennen auch sie Angst und Schmerz, aber anders als Menschen, fügen sie sich diese nicht selbst zu. Und dafür beneiden wir sie, weil sie etwas können, dass wir verlernt haben. Die Freiheit tatsächlich zu leben." Er wählte seine Worte sorgsam, im Versuch seinen Gedanken Sinn zu verleihen, ehe er leicht schmunzelte. "Aber ich spreche natürlich nicht für die Menschheit, das sind nur meine bescheidenen Gedanken dazu."
Sanft lächelte er ihm zu, während er erneut eine Weile schweigend über seine Frage nach dachte, denn darüber hatte er sich bislang nie wirklich Gedanken gemacht.
"Wenn ich alles tun könnte was ich wollte? Hm... Ich glaube, ich würde Reisen. Mit die Welt ansehen, fremde Kulturen erforschen, neue Menschen kennenlernen und sehen, was die Welt und das leben zu bieten haben. Ich würde ans Meer fahren. In Australien tauchen gehen. Den Amazonas erforschen. Einen Berg besteigen. Surfen lernen. Die Welt umsegeln und überall wo es mir gefällt verweilen, bis es mich weiter zieht."

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 11:37

Der Wald war inzwischen dunkler geworden. Nur vereinzelte Mondstrahlen fanden ihren Weg durch das Blätterdach und zeichneten silberne Muster auf den Boden. Das Knirschen ihrer Schritte begleitete die Stille zwischen ihnen. Als Seth schließlich sagte, dass er versuchen könne, jemand zu werden, der ihn überrascht, entkam Asmodeus ein leises Lachen, das keinesfalls spöttisch war, sondern ruhig, fast zärtlich. „Da ist er wieder.“ murmelte er. „Der Idealist.“ Sein Blick wanderte kurz zu ihm. „Du hörst etwas wie ‘Ich habe schon alles gesehen’ und deine erste Reaktion ist nicht Resignation.“ Die Mundwinkel hoben sich leicht. „Sondern die Überzeugung, dass du die Ausnahme sein könntest.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „Die meisten Menschen würden das für Arroganz halten. Aber ich… ich halte es für Hoffnung.“ Seine Worte klangen nicht nach Kritik, sondern eher an Bewunderung. Für einige Schritte verfiel er erneut in Schweigen. Dann blieb sein Blick plötzlich an etwas hängen. Zwischen den Bäumen stand ein Reh. Es stand vollkommen reglos nur wenige Meter von ihnen entfernt und obwohl es die beiden längst bemerkt haben musste, floh es nicht. Asmodeus beobachtete das Tier für einen Augenblick, dann wanderte sein Blick wieder zu Seth. „Weißt du, was ich an Menschen nie verstanden habe?“ fragte er plötzlich. „Ihr habt dieses Bedürfnis, alles zu werden.“ Seine Stimme war nachdenklich. „Erfolgreich. Geliebt. Bedeutend. Besonders.“ Er deutete mit einem kleinen Nicken auf das Reh. „Und gleichzeitig beneidet ihr Kreaturen wie diese.“ Das Tier hob kurz den Kopf und verschwand lautlos zwischen den Bäumen. „Frei von Erwartungen.“ Ein leises Schnauben verließ ihn. „Eine bemerkenswerte Ironie.“ Dann sah er Seth erneut an und für einen Moment lag etwas Uraltes hinter seinem Blick, etwas das tatsächlich Jahrtausende gesehen haben könnte. „Darf ich dir eine Frage stellen?“ Diesmal klang seine Stimme ungewöhnlich ernst. „Keine Psychologie. Keine cleveren Antworten. Keine Rolle, die du für andere spielst.“ Die Hände blieben tief in den Manteltaschen verborgen. „Wenn morgen niemand mehr etwas von dir erwarten würde…“ er machte eine kleine Pause. „Keine Familie, keine Verpflichtungen, keine Zukunftspläne.“ Seine goldenen Augen hielten den Blickkontakt. „Was würdest du als erstes tun?“ Und seltsamerweise wirkte Asmodeus bei dieser Frage selbst neugierig auf die Antwort, nicht wie ein Dämon, oder ein Rätsel, sondern einfach wie jemand, der verstehen wollte.

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 10:56

"Nun wie sagt man? Wer nicht will, hat schon." Erwiderte er leise schmunzelnd und steckte die Packung wieder ein, während er neben ihm her langsam durch den Wald schlenderte. Während er darauf wartete, dass Asmodeus etwas zu seinen Worten sagen, oder zumindest seine Frage beantworten würde, bliess er kleine, weisse Rauchringe in die Luft und genoss die überraschend angenehme Stille zwischen ihnen eine kleine Weile.
Bei dem kleinen Lächeln und der Art wie er ihn bei seinen nächsten Worten ansah, machte sich ein warmes Gefühl in ihm breit. Die meisten, denen er bisher von seinen Gedanken und Wünschen erzählt hatten, aka seiner Familie, hatten darauf mit spott reagiert. Hatten ihn einen träumer genannt und dass der richtige weg aus harter Arbeit bestand, um Reichtum und macht zu erlangen, dann würde sich der Rest schon ergeben. Asmodeus reagierte anders, nicht mit Spott oder Belehrungen, sondern mit ruhiger Akzeptanz, etwas dass Seth nicht wirklich kannte. Deshalb bedeutete es ihm etwas, wenngleich sie sich noch nicht lange kannten.
Eine kleine Weile sagte auch ee nichts, bevor er bei der nächsten Bemerkung leise auf lachte und ihn spielerisch mit der Schulter anstiess. "Und doch verbringst du freiwillig Zeit mit diesem Fall hoffnungslosem Idealismus, Pass auf sonst färbe ich noch auf dich an." Zog er ihn fast schon liebevoll auf und zwinkerte ihm sanft zu, ehe er wieder ruhiger wurde um Asmodeus den Raum und die Zeit zu geben, seine eigene Antwort zu finden. 
Als er schliesslich zu sprechen begann, schüttelte er sanft lächelnd den Kopf. "Ich brauche keine beeindruckende Antwort. Ich wünsche mir eine ehrliche, so nichtig sie dir vielleicht auch erscheinen mag, ist es letzten Endes doch ein teil von dir und erlaubt mir, dich etwas besser kennen zu lernen. Also mach dir keine Gedanken darüber, wie es wirken mag." Beruhigte er ihn leise Lächelnd und legte einen Moment die Hand auf seinen Unterarm, eine stille Ermutigung, selbst wenn er die womöglich nicht brauchte.
"Das ist ganz und gar nicht lächerlich, Asmodeus." Widersprach er sanft, während er dem Blick seiner goldenen Augen ruhig Stand hielt, während er ihn ansah. "Ein langes Leben kann vermutlich Segen und Fluch zugleich sein. Es ist nicht lächerlich, dass man sich Überraschung oder Abwechslung wünscht, wenn man alles schon gesehen hat. Reichtum, Macht, letztlich verliert alles seinen Reiz irgendwann, wenn es gewöhnlich für einen wird. Und man gewöhnt sich schnell an Dinge. Und wenn sich alles wiederholt, wie du sagst, wird es irgendwann langweilig und man fragt sich, was man mit seiner Existenz anfangen soll." 
Warm lächelte er ihm zu, ein verständnisvoller Ausdruck im blau seiner Augen. "Und keine Sorge, mein Ego ist ziemlich bescheiden, das wird nicht so leicht grössenwahnsinnig. Ich würde mir nicht einbilden, nach nur einem Abend jemand zu sein, der dich überraschen kann. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht versuchen kann, so jemand zu werden, oder?"

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