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Re: 🥃 Ember Lounge
von Seth am 08.06.2026 14:24"Ich würde es ja eher als Ehre ansehen, dass sich jemand so für dich und deine Geschichte interessiert, dass er sich die Nächte um die Ohren schlagen würde, um dir zu lauschen, meinst du nicht?" Gab er grinsend zurück und stupste inm leicht gegen die Brust. "Ausserdem glaube ich nicht, dass dein Ego so fragil ist, dass es das nicht verkraften würde." Frech zwinkerte er ihm zu, bevor er sich scheinbar tief ergriffen ans Herz fasste. "Du könntest dir schlechteres als meine Gesellschaft für die Nächte vorstellen? Welch ein Lob, ich fühle mich zutiefst ergriffen!" Leise lachend schüttelte er den Kopf ab seiner eigenen Dramatik und richtete sich wieder gerade auf.
Mit einem belustigten Grinsen beobachtete er, wie Asmodeus die Servietten neben sich ablegte, als wäre sie das entscheidende Beweisstück in einem Mordfall. "Das eine schliesst das andere nicht immer aus, mein lieber. Ausserdem wirst du den schlag einer Serviette vermutlich überleben, also freu dich doch einfach, dass es kein Glas oder Eiswürfel war." Neckisch grinsend schenkte er ihm ein erneutes Zwinkern, bevor sich erneut ein erfreuten Lächeln auf seinen Zügen breit machte. "Das höre ich hingegen sehr gerne. So kann ich den ach so mysteriösen Fremden noch etwas länger beobachten, um meine geheime Akte zu ergänzen. Aber pssst!"
Mit einem warmen Lächeln zum vorübergehenden Abschied wandte er sich schliesslich um. "Bis später, Asmodeus. Bei Gelegenheit bringe ich dir womöglich nochmals etwas gutes auf Kosten des Hauses, damit du mir beim warten nicht verdurstest."
Damit wandte er sich schliesslich ab und glitt leichtfüssig hinüber zum Tisch der wartenden Gruppe, deren Bestellungen er aufnahm und nebenbei ein wenig mit ihnen plauderte, ehe er erneut hinter den Tresen huschte, um die Drinks zu bereiten. Die Stunden verflogen nur so, während er zwischen den Tischen umher lief, betrunkene Mädchen tröstete und mit einer Gruppe Studenten dumme scherze riss. Zwischenzeitlich lief er tatsächlich an Asmodeus Tisch vorbei, um ihm einen Burbon on the rocks mit einem kleinen zwinkern hin zu stellen, ehe er sich wieder seiner Arbeit widmete.
Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 08.06.2026 12:36Asmodeus lauschte ihm mit sichtlicher Belustigung und mit jedem weiteren Satz wurde das Grinsen auf seinen Lippen ein wenig breiter. Es war lange her, dass sich jemand traute, so ungezwungen mit ihm zu sprechen. Die meisten Menschen wurden nervös, vorsichtig, oder sie versuchten krampfhaft, Eindruck zu machen, Seth hingegen schien völlig selbstverständlich mit ihm zu flirten und ihn gleichzeitig aufzuziehen und genau das machte ihn gefährlich sympathisch. „Ein persönlicher Barde?“ Asmodeus legte eine Hand an seine Brust, als hätte ihn die Vorstellung tief getroffen. „Ich weiß nicht, ob ich mich geehrt oder beleidigt fühlen soll.“ Die goldenen Augen funkelten amüsiert. „Nach mehreren Jahrtausenden Existenz zum Geschichtenerzähler degradiert zu werden ist schon ein harter Schlag für das Ego.“ Dann lehnte er sich leicht vor. „Andererseits…“ Seine Stimme wurde etwas tiefer. „… gäbe es vermutlich schlechtere Arten, seine Nächte zu verbringen.“ Als die zerknüllte Serviette schließlich gegen ihn flog, fing er sie mühelos aus der Luft. Ein kurzer Blick auf das zerknitterte Papier, dann zurück zu Seth. „Gewalt.“ murmelte er gespielt enttäuscht. „Und dabei dachte ich, wir hätten bereits eine vertrauensvolle Basis aufgebaut.“ Mit vollkommen ernster Miene legte er die Serviette neben sein Glas als würde es sich um ein wichtiges Beweisstück handeln. Erst das verräterische Zucken seiner Mundwinkel zerstörte die Fassade. Doch bei der letzten Frage wurde er wieder etwas ruhiger, etwas aufmerksamer und für einen kurzen Moment hielt er Seths Blick einfach fest. Dieses warme Funkeln in den blauen Augen, diese ehrliche Vorfreude. Wie lange es her war, dass jemand sich tatsächlich auf ein Gespräch mit ihm freute. Nicht auf das, was er bieten konnte. Nicht auf Macht oder Vorteile. Einfach auf die Unterhaltung. „Ich warte einfach hier.“ antwortete er schließlich. „Anschließend entscheiden wir wo ein passender Ort für den zweiten Akt unserer kleinen Geschichte sein wird.“ Ein langsames Lächeln erschien auf seinen Lippen. „Ich werde mir bis dahin eine dunkle Ecke suchen, dramatisch in die Ferne starren und versuchen, möglichst mysteriös auszusehen.“ Ein kurzes Schmunzeln zu Seth. „Ich möchte schließlich nicht, dass du denkst, ich würde meine Rolle vernachlässigen.“ Dann stand er langsam von seinem Barhocker auf, nicht um zu gehen, sondern weil er Seth nun tatsächlich arbeiten lassen würde. „Kümmer dich um deine Gäste, Psychologe. Ich werde noch da sein, wenn die Uhr Mitternacht schlägt.“ Dann fügte er mit einem charmanten Grinsen hinzu „Und Seth? Falls du einschläfst, während ich von meinen Jahrhunderten erzähle, werde ich das als persönliche Beleidigung auffassen.“ Natürlich war das nicht wahr oder zumindest nicht ganz, doch das Funkeln in seinen Augen verriet deutlich, dass er bereits gespannt auf Mitternacht war.

Re: 🥃 Ember Lounge
von Seth am 08.06.2026 10:32"Nun, du meintest ich müsste mir gut drei Monate für die Kurzfassung frei nehmen, das wären im schnitt neunzig Tage oder in d Fall dann nächte. So als eine Art Bedtimestory, ich Stelle mir deine Stimme dafür durchaus beruhigend vor..." Ein kleines, freches Grinsen huschte über seine Lippen, ehe er neckisch hinzu fügte. "...und ich hätte eine Ausrede, falls die Story langweilig wäre und ich dabei einschliefe. Ich war dann einfach zu erschöpft vom Alltag."
Leise lachend lehnte er sich ein Stück näher und konterte mit einem verspielten Grinsen. "Vielleicht hoffe ich ja, dass es länger geht und ich deinen Vertrag als persönlicher Barde verlängern könnte." Leicht zwinkerte er ihm zu, bevor die Verspieltheit einem aufrichtigeren Lächeln wich. "Nun denn, dann freue ich mich bereits darauf, die Schicht heute Abend zu beenden."
Gespielt entsetzt sah er sich um und legte sich einen Finger an die Lippen. "Shhh, nicht so laut. Du könntest dich sonst noch hören und dann wäre es keine heimliche Arbeit mehr. Lass uns dass zusammen vor Asmodeus verbergen, dann darfst du sie vielleicht auch lesen." Leise glucksend lehnte er sich zurück, ehe er mit einem leisen Seufzen hinüber zu dem Tisch sah.
"Ich hasse, dass du recht hast. Dabei war es gerade so herrlich interessant... Und entschuldige bitte? Mittelmässige Drinks? Ich gebe dir gleich mittelmässig!" Gespielt beleidigt warf er ihn mit einer zerknüllten Papierserviette ab, bevor er nach seinem Block griff, um die Bestellung aufnehmen zu gehen. "Nun denn, ich freue mich auf Mitternacht, Asmodeus. Langweile dich nicht zu sehr ohne meine prickelnde Gesellschaft, ja? Wohin soll ich anschliessend kommen?" Ein warmes funkeln lag in seinen blauen Augen, während er seinen goldenen einen Moment länger stand hielt.
Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 08.06.2026 09:13Die Berührung an seinem Unterarm dauerte kaum einen Augenblick und doch blieb Asmodeus’ Blick für einen Moment darauf liegen als hätte er registriert, dass Seth zu jenen Menschen gehörte, die Nähe ganz selbstverständlich schenkten, ohne sich darüber Gedanken zu machen. „Neunzig Abende?“ Seine Stimme war von unverkennbarer Belustigung durchzogen. „Das klingt verdächtig nach einer Verpflichtung.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Du wirst immer optimistischer, Seth.“ Das Gold seiner Augen fing das warme Licht der Bar ein. „Wer sagt denn, dass die Kurzfassung nach neunzig Abenden abgeschlossen wäre?“ Dann lehnte er sich etwas zurück. „Kurz nach Mitternacht also.“ wiederholte er nachdenklich. „Das lässt sich einrichten.“ Als Seth anschließend von Wahrheit und Wahnsinn sprach, entkam ihm ein leises Lachen. „Jetzt klingst du tatsächlich wie ein Psychologiestudent.“ Er hob sein Glas. „Wahrscheinlich schreibst du heimlich bereits eine Diagnose über mich.“ Er sah ihn mit einem gespielt misstrauischen blick an. „Falls dem so ist, hätte ich gerne Einsicht in die Akte.“ Seine Finger schlossen sich erneut um das Glas und sein Blick wanderte kurz durch die Lounge zu einem Tisch, an dem jemand nach Seths Aufmerksamkeit suchte. „Siehst du?“ Ein leichtes Schmunzeln erschien auf seinen Lippen. „Genau deshalb wollte ich dich nicht von deiner Arbeit abhalten.“ Er deutete mit einem Nicken in Richtung der wartenden Gäste. „Jemand muss schließlich verhindern, dass diese Menschen an schlechter Gesellschaft und mittelmäßigen Drinks zugrunde gehen.“ Seine Augen fanden wieder die seinen. „Geh.“ sagte er schließlich. „Rette deine Gäste. Ich werde die Zeit bis Mitternacht schon irgendwie überleben.“ Die Formulierung war harmlos. Für Seth vermutlich sogar witzig. Nur Asmodeus selbst wusste, wie absurd sie tatsächlich war. Dann hob er sein Glas leicht in dessen Richtung. „Und danach erzählst du mir mehr von dem Mann, der beschlossen hat, sein eigenes Schicksal zu schreiben.“ Sein Blick blieb einen Moment länger auf ihm liegen. „Ich finde, diese Geschichte könnte interessant werden.“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Seth am 07.06.2026 19:51"Ich dachte wir hätten schon fest gestellt, dass ich eine Neigung zum Stellen gefährlicher Fragen und treffen fragwürdiger Entscheidungen habe, erinnerst du dich? Oder nagt der Zahn der Zeit etwa auch an deinem Erinnerungsvermögen? Es ist wohl nicht leicht, so alt zu sein, was?" Gab er mit einem verschmitzten Funkeln im blau seiner Augen zurück, während er ihm einmal mehr spielerisch zu zwinkerte. "Ich fürchte, das käme meinem Studium in die Quere, aber wir können die Kurzfassung natürlich sehr gerne über knapp 90 Abende hinweg verteilt erläutern." Ergänzte er schief grinsend, während er den Blick einmal kurz durch die Bar gleiten liess. Dann stiess er ein leises seufzen aus und schüttelte den Kopf. "Ich fürchte, damit könntest du recht haben. Verdurstete Gäste würden wohl auch kein Trinkgeld geben, das wäre tatsächlich bedauerlich." Stimmte er schmunzelnd hinzu, was sich in ein aufrichtig erfreutes Lächeln verwandelte, als er seine nächsten Worte vernahm.
"Nun, ich muss zugeben, diese Unterhaltung hat mir den Abend auch deutlich versüsst, vielen Dank für die Gesellschaft und anregende Konversation." Gab er mit einem sanften Lächeln zurück und legte ihm kurz die Hand auf den Unterarm, eine unbewusste Geste des Dankes.
"Ich habe kurz nach Mitternacht Schichtende. Und ich fände es sehr schön, unsere Unterhaltung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, ich geniesse das wirklich sehr." Stimmte er mit einem warmen Lächeln zu und neigte sanft den Kopf.
"Und oftmals liegen Wahrheit und wahnsinn näher als erwartet beieinander. Und dass ich noch nicht ganz einschätzen kann, was bei dir zu trifft, macht dich nur zu einem noch interessanteren Rätsel. Ich freue mich schon, dem weiter nachzugehen."
Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 07.06.2026 19:15Seths warme Lächeln ließ ihn für einen Moment schweigen weil er sich nicht erinnern konnte, wann zuletzt jemand ihn angesehen hatte, ohne etwas von ihm zu wollen. Keine Macht, keinen Gefallen, keine Antwort, sondern nur ehrliche Neugier und das war selten geworden. Als Seth schließlich von seinen Jahrhunderten sprach, erschien erneut dieses ruhige Grinsen auf seinen Lippen. „Gefährliche Frage.“ murmelte er. „Wenn ich wirklich mehrere Jahrhunderte alt wäre, müsstest du dir vermutlich einen ganzen Monat freinehmen, um die Kurzfassung zu hören.“ Ein leises Schnauben verließ seine Kehle. Dann hob er sein Glas und ließ den Blick kurz durch die Ember Lounge schweifen. „Außerdem…“ Er deutete mit dem Glas leicht auf die Bar. „… habe ich das Gefühl, dass dein Arbeitgeber wenig begeistert wäre, wenn du die nächsten drei Stunden damit verbringst, einen Fremden zu analysieren, während seine Gäste verdursten.“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen goldenen Augen, dann stellte er das Glas langsam ab. „Auch wenn ich zugeben muss, dass mir das Gespräch deutlich besser gefällt als die meisten Dinge, die ich heute Abend hätte tun können.“ Seine Stimme war aufrichtig und keineswegs gespielt. Für einen Moment musterte er den Barkeeper schweigend, dann neigte er den Kopf leicht zur Seite. „Wann hast du eigentlich Feierabend, Seth?“ Die Frage kam erstaunlich beiläufig fast so, als wäre sie ihm gerade erst eingefallen. „Keine Sorge.“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Ich versuche nicht, dich von deiner Arbeit abzuhalten. Du wirkst wie jemand, der seine Verpflichtungen tatsächlich ernst nimmt. Eine Eigenschaft, die heutzutage erschreckend selten geworden ist.“ Er verschränkte locker die Arme. „Aber falls du später noch Zeit und Interesse hast…“ Sein Blick hielt den des Barkeepers fest. „… würde ich mich durchaus gerne ausführlicher mit dir unterhalten. Über Psychologie. Über deine fragwürdigen Jugendentscheidungen.“ Dann wurde das Lächeln etwas breiter. „Oder darüber, weshalb ein Mann, der angeblich keine Rätsel aufgeben kann, seit einer Stunde versucht herauszufinden, ob ich verrückt bin oder die Wahrheit sage.“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Seth am 07.06.2026 17:27Schief grinsend beobachtete er, wie sich die Belustigung auf den Zügen seines Gegenübers breit machte, als er von seinen Klischeehaften Jugendsünden erzählte. Leicht verlegen lachend rieb er sich den Nacken. "Ja, zugegebenermassen war ich wohl tatsächlich das wandelnde Klischee, eines rebellischen Teenagers. Aber die meisten dieser Laster bin ich inzwischen ja wieder los geworden. Nur das Rauchen hab ich beibehalten. Schliesslich ist keiner ohne Sünde." Erwiderte er mit einem leicht selbstironischen Grinsen und strich sich eine lose Strähne aus der Stirn.
Bei der Bemerkung zu seinem Vater gab er ein leidendes Geräusch von sich und nickte dramatisch. "Vielen Dank, endlich spricht jemand aus, was ich ihm schon seit Jahren versuche klar zu machen... Für ihn erschliesst sich der Wert eines Menschen aus der Höhe seines Bankkontos und seiner Abstammung. Manchmal komme ich mir ehrlich vorbei der Protagonist eines schlechten Romans." Fügte er leise lachend hinzu, bevor er verstummte und Asmodeus' Worten aufmerksam lauschte, den Kopf leicht nachdenklich zur Seite gekippt. Langsam machte sich ein kleines Lächeln auf seinen Lippen breit, denn für einmal hatte er tatsächlich das Gefühl, verstanden zu werden.
"Du hast recht. Ich hab das Studium nicht primär gewählt, um meinen Vater zu ärgern, auch wenn das ein positiver Nebeneffekt davon war und mich definitiv angespornt hat, mich tatsächlich gegen ihn aufzulehnen, was meine Zukunft betrifft. Aber ich hätte mich niemals für ein Studiengebiet entschieden, dass mich nicht zumindest ein klein wenig interessiert hätte. Ich bin widerspenstig, nicht blöd." Fügte er leicht belustigt hinzu, ehe er bei seinen Worten verstummte, um tatsächlich darüber nachzudenken. Zu seiner eigenen Überraschung stellte er fest, dass er sich nicht daran erinnern konnte. "Nun, ich schätze du bist der erste seit einer ganzen Weile..."
Leicht schüttelte er den Kopf, um das Thema zu wechseln und schenkte ihm ein kleines, warmes Lächeln. "Aber genug von mir, erzähl mir mehr über dich, du bist vermutlich deutlich interessanter, mit all den Jahrhunderten die du schon auf dem Buckel hast." Sein leicht verspieltes Zwinkern machte dabei deutlich, dass er das noch immer nicht so ganz glaubte.
Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 07.06.2026 17:01Asmodeus hörte ihm nicht aus Höflichkeit aufmerksam zu, oder weil er an einem Gespräch festhalten wollte, sondern weil Seth tatsächlich etwas zu sagen hatte. Das war selten genug geworden. Während andere Menschen versuchten, beeindruckend zu wirken, sprach Seth über sich selbst mit einer Ehrlichkeit, die weder Mitleid noch Bewunderung verlangte. Er erklärte einfach, wer er war und vielleicht war genau das der Grund, weshalb Asmodeus ihn immer interessanter fand. Als die Aufzählung seiner jugendlichen Rebellionen begann, erschien ein amüsiertes Lächeln auf seinen Lippen. „Gefärbte Haare.“ Ein langsames Nicken. „Piercings.“ Ein weiteres Nicken. „Fragwürdige Bekanntschaften, Diebstahl und Rauchen.“ Er hob sein Glas und trank einen Schluck. „Du warst also überraschend klischeehaft.“ Die goldenen Augen funkelten jedoch verräterisch als er ihn aufzog und es genoss. Doch je länger Seth sprach, desto ruhiger wurde sein Ausdruck. Denn irgendwann ging es nicht mehr um Rebellion. Sondern um Freiheit und um die Entscheidung, sich selbst zu wählen. Als der Barkeeper geendet hatte, schwieg Asmodeus einige Sekunden. Dann stellte er das Glas ab. „Dein Vater klingt anstrengend und bemerkenswert vorhersehbar.“ Er lehnte sich leicht zurück. „Menschen wie er verbringen ihr gesamtes Leben damit, Status aufzubauen.“ Seine Finger trommelten langsam gegen das Glas. „Und irgendwann beginnen sie zu glauben, Status wäre dasselbe wie Wert.“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Ein häufiger Irrtum.“ Sein Blick glitt wieder zu Seth. „Weißt du, was ich interessant finde?“ fragte er schließlich. „Du redest ständig davon, dass du deinen Vater ärgern willst.“ Ein leichtes Schmunzeln erschien aus seinen Lippen. „Aber jedes Mal, wenn du von Psychologie sprichst, verändert sich deine Stimme. Wenn du über ihn redest, höre ich Trotz. Wenn du über Psychologie redest, höre ich Begeisterung.“ er machte eine kurze Pause. „Ich glaube nicht, dass du das Studium gewählt hast, um ihn zu ärgern.“ Das Lächeln wurde etwas wärmer. „Ich glaube, du hast es gewählt, weil du es liebst.“ Dann lehnte er sich wieder entspannt zurück. „Und ehrlich gesagt?“ Seine Mundwinkel hoben sich. „Das dürfte deinen Vater vermutlich noch deutlich mehr ärgern.“ Ein leises Lachen verließ ihn. Anschließend schwieg er einen Moment. Sein Blick wanderte durch die Bar. Zu den Gästen, zu den lachenden Gruppen, zu den Paaren zu den einsamen Gestalten am Rand. Dann richteten sich die goldenen Augen wieder auf Seth „Sag mir etwas.“ Seine Stimme wurde ruhiger. „Du verbringst deine Zeit damit, die Beweggründe anderer Menschen zu verstehen.“ Er neigte leicht den Kopf. „Aber wann hat sich zuletzt jemand ernsthaft die Mühe gemacht, deine zu verstehen?“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Seth am 07.06.2026 12:47"Ja, Psychologie. Es ist interessant heraus zu finden, was jemanden bewegt, wie er tickt und was ihn dazu gebracht hat. Du meintest eben, du sammelst Geschichten, dann müsstest du meine Faszination dafür eigentlich verstehen. Denn nur wenn du nach dem warum fragst und dir seine Geschichte anhörst, kannst du verstehen, was einen Menschen zu dem macht, der er ist." Ein kleines, verspieltes Lächeln umspielte seine Lippen, während er sich erneut leicht gegen die Theke lehnte. "Die Psyche eines Menschen zu erforschen, ist wie ein einziges, grosses Rätsel, bestehend aus tausenden kleinen. Das wird nie langweilig. Vermutlich hättest du tatsächlich darauf kommen können, doch ich freue mich auch, dass ich dich ein wenig überraschen konnte." Leicht verspielt zwinkerte er ihm zu, bevor er erneut sanft lachend den Kopf schüttelte. "Ob du es glaubst oder nicht... Auch meine Rebellion startete klein. Ich hatte als Teenager auch eine Phase, in der ich mir das Haar gefärbt habe oder Leute gedatet, die Ärger bedeuteten. Oder hab den Wagen meines Dads geklaut, mir Piercings stechen lassen, zu rauchen begonnen..." Zählte er mit einem beinahe leicht verlegen grinsen auf, denn rückwirkend kam er sich dabei ziemlich dumm vor. "Aber irgendwann habe ich begriffen, dass ich mit dieser Art der Rebellion letztlich mir selbst mehr als ihm schade. Also habe ich meine Taktik geändert, begonnen mich mit meinen Leidenschaften und wünschen für die Zukunft auseinander zu setzen und nun bin ich hier und deutlich zufriedener, als bei den bisherigen Rebellionen." .
Mit einem kleinen, verschmitzten Grinsen auf den Lippen drehte er sich wieder vollständig Asmodeus zu, um in dessen goldene Sagen zu blicken, auf der suche nach einem Zeichen dafür, dass er ihn dafür verurteilte, oder aber verstand.
"Nun, ich stamme aus einer langen Linie an Juristen und Professoren und es wird von mir erwartet, dass ich diese Tradition fortsetzen, um irgendwann in die Firma meines Vaters einzusteigen, doch darauf habe ich keine Lust. Mich interessiert sowas nicht. Aber für meinen Vater ist Psychologie wohl in etwa das selbe, wie ein Studium der unterhaltenden Künste, einfältig und zukunftslos. Also hab ich meinen Vater vor ein Ultimatum gestellt. Entweder, er erlaubt mir Psychologie zu studieren, oder ich studiere überhaupt nicht und suche mir den unehrenhaftesten Beruf überhaupt. Was würden nur seine Geschäftspartner dann über ihn denken? Oder seine Golfbuddys? Also haben wir eine Vereinbarung getroffen. Ich beende jedes Semester mit einem gewissen notenschnitt und er finanziert mein Studium und sollte ich das Ziel nicht erreichen, werde ich mich seinem Willen fügen. Was ich nicht vor habe, weshalb ich sicherheitshalber nebenher was dazu verdiene. Und natürlich ist es einem Mann wie meinem Vater unerträglich, dass ich nun einer so 'niederen' Arbeit nach gehe, wie dem mischen von Drinks. Weshalb es mir umso mehr Spass bereitet, auch hier zu brillieren." Verschmitzt grinsend zwinkerte er ihm zu, du dunkelblauen Augen vergnügt funkelnd.
Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 07.06.2026 08:03Als Seth seine Eltern erwähnte, wanderte ein Lächeln über Asmodeus Lippen. Diese kleine Rebellion stand ihm erstaunlich gut.„Psychologie.“ wiederholte er nachdenklich. „Natürlich.“ Er schnaubte leise. „Jetzt ergibt plötzlich einiges Sinn.“ Die goldenen Augen musterten ihn einen Moment. „Die Fragen. Die Beobachtungen. Diese Angewohnheit, ständig nach dem Warum zu suchen.“ Er hob sein Glas leicht. „Ich hätte darauf kommen müssen.“ Dann lehnte er sich etwas zurück. „Und du arbeitest hier, um deinen Vater zu ärgern.“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen Augen. „Das gefällt mir fast besser als der Psychologie Teil.“ Für einen Augenblick schwieg er und betrachtete den Barkeeper. „Weißt du, Seth…“ Seine Stimme wurde ruhiger. „Menschen behaupten oft, sie würden gegen ihre Eltern rebellieren.“ Ein leichtes Schulterzucken. „Die meisten färben sich die Haare, tätowieren sich etwas Fragwürdiges oder heiraten jemanden, den ihre Familie nicht mag.“ Die Mundwinkel hoben sich. „Du hingegen hast beschlossen, dein gesamtes Leben in eine Trotzreaktion zu verwandeln.“ Und seltsamerweise klang das beinahe wie Anerkennung. Dann stellte er das Glas ab. „Aber das erklärt noch nicht alles.“ Sein Blick blieb auf Seth ruhen. „Psychologie erklärt, warum du Menschen analysierst.“ Er neigte leicht den Kopf. „Aber sie erklärt nicht, warum du sie verstehen willst. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.“ Die Musik der Ember Lounge pulsierte leise zwischen den Gesprächen der Gäste. Doch Asmodeus schien sie kaum wahrzunehmen. Seine Aufmerksamkeit lag vollständig auf seinem Gegenüber. „Also sag mir etwas.“ Ein schmales Lächeln erschien auf seinen Lippen. „Was genau gefällt deinen Eltern nicht daran?“ Er verschränkte die Arme locker vor der Brust. „Dass du Psychologie studierst? Dass du hier arbeitest?“ Das Lächeln wurde etwas breiter. „Oder dass du angefangen hast, selbst zu entscheiden, wer du sein möchtest?“ Für einen Moment ruhte sein Blick auf Seth. „Und bevor du fragst, was ich mache, wenn ich nicht in Bars sitze und Psychologiestudenten verwirre…“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen goldenen Augen. „… ich sammle Geschichten.“ Er drehte das Glas langsam zwischen seinen Fingern. „Manche sammeln Geld. Andere Macht. Wieder andere Wissen.“ Sein Blick traf erneut den seinen. „Ich sammle Menschen.“ Die Worte kamen ruhig fast charmant und doch blieb für einen kurzen Augenblick offen, ob das lediglich eine Metapher war oder nicht.




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