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Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 08.06.2026 16:13Er beobachtete ihn noch einen Moment, nachdem Seth sich abgewandt hatte, das warme Lächeln, das leichte Zwinkern, die selbstverständliche Art, mit der er Menschen begegnete, es war faszinierend, nicht weil Seth außergewöhnlich schön war, obwohl er das durchaus war, oder weil er intelligent war, auch das war er, sondern weil er etwas besaß, das wesentlich seltener geworden war. Aufrichtigkeit, aber nicht die naive Sorte die aus Unwissenheit entstand, sondern die bewusste Entscheidung, sich trotz allem nicht zu verschließen. Asmodeus hatte Jahrhunderte damit verbracht, Menschen zu beobachten und er wusste genau, wie ungewöhnlich das war. Also blieb er wie versprochen, in einer dunkleren Ecke der Ember Lounge, mit einem Drink und seinem Blick auf dem Geschehen. Die Stunden vergingen beinahe lautlos. Für Seth mochten sie verflogen sein. Für Asmodeus waren sie etwas anderes gewesen. Eine Beobachtung, ein Studium, man könne es nennen wie man wollte und immer wieder wanderte sein Blick zu dem Barkeeper, zu den Gästen, die er zum Lachen brachte, zu den Menschen, die ihm ihre Sorgen erzählten, zu den Betrunkenen, die sich an seiner Freundlichkeit festhielten wie Schiffbrüchige an einem Rettungsring und jedes Mal gab Seth ihnen etwas… Zeit… Aufmerksamkeit… Verständnis. Er schien es gar nicht zu bemerken, doch Asmodeus bemerkte es. Als der Bourbon schließlich vor ihm abgestellt wurde, hob er überrascht eine Augenbraue. Nicht wegen des Getränks, sondern wegen der Geste. Ein Gedanke zwischen dutzenden anderen Gästen. Asmodeus sah dem Barkeeper nach, während dieser bereits wieder im Trubel verschwand, dann glitt sein Blick zu dem Glas. Ein langsames Lächeln erschien auf seinen Lippen. „Gefährlicher Mann.“ murmelte er leise, mehr zu sich selbst als zu irgendjemand anderem. Dann hob er das Glas und trank.
Kurz vor Mitternacht hatte sich die Ember Lounge verändert, die Musik war etwas leiser geworden, die ersten Gäste waren gegangen, andere waren inzwischen deutlich betrunkener als zu Beginn des Abends und Asmodeus saß noch immer dort als hätte er sich keinen Zentimeter bewegt, nur die leeren Gläser vor ihm waren vermutlich das Einzige, was den Lauf der Zeit verriet. Als sein Blick schließlich wieder zu Seth wanderte, erschien erneut dieses ruhige Lächeln jedoch ohne jede Maskerade, denn überraschenderweise hatte er sein eigenes Versprechen gehalten, er hatte gewartet und er stellte fest, dass er sich tatsächlich auf das Gespräch freute. Als Seth schließlich wieder in seine Nähe kam, hob Asmodeus leicht sein Glas. „Du hattest recht.“ Seine Stimme war ruhig und tief „Ich habe überlebt.“ Die goldenen Augen funkelten belustigt. „Knapp.“ Dann ließ er den Blick kurz durch die Lounge schweifen. „Und ich habe festgestellt, dass du schrecklich darin bist, unauffällig zu sein.“ Ein leichtes Schmunzeln machte sich in seinen Gesichtszügen breit. „Die Hälfte dieser Bar scheint dich zu mögen. Die andere Hälfte vermutlich auch.“ Sein Blick ruhte wieder auf Seth. „Also… ist Mitternacht inzwischen geschlagen, oder muss ich noch weitere fünf Minuten dramatisch auf mein Schicksal warten?“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 08.06.2026 12:36Asmodeus lauschte ihm mit sichtlicher Belustigung und mit jedem weiteren Satz wurde das Grinsen auf seinen Lippen ein wenig breiter. Es war lange her, dass sich jemand traute, so ungezwungen mit ihm zu sprechen. Die meisten Menschen wurden nervös, vorsichtig, oder sie versuchten krampfhaft, Eindruck zu machen, Seth hingegen schien völlig selbstverständlich mit ihm zu flirten und ihn gleichzeitig aufzuziehen und genau das machte ihn gefährlich sympathisch. „Ein persönlicher Barde?“ Asmodeus legte eine Hand an seine Brust, als hätte ihn die Vorstellung tief getroffen. „Ich weiß nicht, ob ich mich geehrt oder beleidigt fühlen soll.“ Die goldenen Augen funkelten amüsiert. „Nach mehreren Jahrtausenden Existenz zum Geschichtenerzähler degradiert zu werden ist schon ein harter Schlag für das Ego.“ Dann lehnte er sich leicht vor. „Andererseits…“ Seine Stimme wurde etwas tiefer. „… gäbe es vermutlich schlechtere Arten, seine Nächte zu verbringen.“ Als die zerknüllte Serviette schließlich gegen ihn flog, fing er sie mühelos aus der Luft. Ein kurzer Blick auf das zerknitterte Papier, dann zurück zu Seth. „Gewalt.“ murmelte er gespielt enttäuscht. „Und dabei dachte ich, wir hätten bereits eine vertrauensvolle Basis aufgebaut.“ Mit vollkommen ernster Miene legte er die Serviette neben sein Glas als würde es sich um ein wichtiges Beweisstück handeln. Erst das verräterische Zucken seiner Mundwinkel zerstörte die Fassade. Doch bei der letzten Frage wurde er wieder etwas ruhiger, etwas aufmerksamer und für einen kurzen Moment hielt er Seths Blick einfach fest. Dieses warme Funkeln in den blauen Augen, diese ehrliche Vorfreude. Wie lange es her war, dass jemand sich tatsächlich auf ein Gespräch mit ihm freute. Nicht auf das, was er bieten konnte. Nicht auf Macht oder Vorteile. Einfach auf die Unterhaltung. „Ich warte einfach hier.“ antwortete er schließlich. „Anschließend entscheiden wir wo ein passender Ort für den zweiten Akt unserer kleinen Geschichte sein wird.“ Ein langsames Lächeln erschien auf seinen Lippen. „Ich werde mir bis dahin eine dunkle Ecke suchen, dramatisch in die Ferne starren und versuchen, möglichst mysteriös auszusehen.“ Ein kurzes Schmunzeln zu Seth. „Ich möchte schließlich nicht, dass du denkst, ich würde meine Rolle vernachlässigen.“ Dann stand er langsam von seinem Barhocker auf, nicht um zu gehen, sondern weil er Seth nun tatsächlich arbeiten lassen würde. „Kümmer dich um deine Gäste, Psychologe. Ich werde noch da sein, wenn die Uhr Mitternacht schlägt.“ Dann fügte er mit einem charmanten Grinsen hinzu „Und Seth? Falls du einschläfst, während ich von meinen Jahrhunderten erzähle, werde ich das als persönliche Beleidigung auffassen.“ Natürlich war das nicht wahr oder zumindest nicht ganz, doch das Funkeln in seinen Augen verriet deutlich, dass er bereits gespannt auf Mitternacht war.

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 08.06.2026 09:13Die Berührung an seinem Unterarm dauerte kaum einen Augenblick und doch blieb Asmodeus’ Blick für einen Moment darauf liegen als hätte er registriert, dass Seth zu jenen Menschen gehörte, die Nähe ganz selbstverständlich schenkten, ohne sich darüber Gedanken zu machen. „Neunzig Abende?“ Seine Stimme war von unverkennbarer Belustigung durchzogen. „Das klingt verdächtig nach einer Verpflichtung.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Du wirst immer optimistischer, Seth.“ Das Gold seiner Augen fing das warme Licht der Bar ein. „Wer sagt denn, dass die Kurzfassung nach neunzig Abenden abgeschlossen wäre?“ Dann lehnte er sich etwas zurück. „Kurz nach Mitternacht also.“ wiederholte er nachdenklich. „Das lässt sich einrichten.“ Als Seth anschließend von Wahrheit und Wahnsinn sprach, entkam ihm ein leises Lachen. „Jetzt klingst du tatsächlich wie ein Psychologiestudent.“ Er hob sein Glas. „Wahrscheinlich schreibst du heimlich bereits eine Diagnose über mich.“ Er sah ihn mit einem gespielt misstrauischen blick an. „Falls dem so ist, hätte ich gerne Einsicht in die Akte.“ Seine Finger schlossen sich erneut um das Glas und sein Blick wanderte kurz durch die Lounge zu einem Tisch, an dem jemand nach Seths Aufmerksamkeit suchte. „Siehst du?“ Ein leichtes Schmunzeln erschien auf seinen Lippen. „Genau deshalb wollte ich dich nicht von deiner Arbeit abhalten.“ Er deutete mit einem Nicken in Richtung der wartenden Gäste. „Jemand muss schließlich verhindern, dass diese Menschen an schlechter Gesellschaft und mittelmäßigen Drinks zugrunde gehen.“ Seine Augen fanden wieder die seinen. „Geh.“ sagte er schließlich. „Rette deine Gäste. Ich werde die Zeit bis Mitternacht schon irgendwie überleben.“ Die Formulierung war harmlos. Für Seth vermutlich sogar witzig. Nur Asmodeus selbst wusste, wie absurd sie tatsächlich war. Dann hob er sein Glas leicht in dessen Richtung. „Und danach erzählst du mir mehr von dem Mann, der beschlossen hat, sein eigenes Schicksal zu schreiben.“ Sein Blick blieb einen Moment länger auf ihm liegen. „Ich finde, diese Geschichte könnte interessant werden.“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 07.06.2026 19:15Seths warme Lächeln ließ ihn für einen Moment schweigen weil er sich nicht erinnern konnte, wann zuletzt jemand ihn angesehen hatte, ohne etwas von ihm zu wollen. Keine Macht, keinen Gefallen, keine Antwort, sondern nur ehrliche Neugier und das war selten geworden. Als Seth schließlich von seinen Jahrhunderten sprach, erschien erneut dieses ruhige Grinsen auf seinen Lippen. „Gefährliche Frage.“ murmelte er. „Wenn ich wirklich mehrere Jahrhunderte alt wäre, müsstest du dir vermutlich einen ganzen Monat freinehmen, um die Kurzfassung zu hören.“ Ein leises Schnauben verließ seine Kehle. Dann hob er sein Glas und ließ den Blick kurz durch die Ember Lounge schweifen. „Außerdem…“ Er deutete mit dem Glas leicht auf die Bar. „… habe ich das Gefühl, dass dein Arbeitgeber wenig begeistert wäre, wenn du die nächsten drei Stunden damit verbringst, einen Fremden zu analysieren, während seine Gäste verdursten.“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen goldenen Augen, dann stellte er das Glas langsam ab. „Auch wenn ich zugeben muss, dass mir das Gespräch deutlich besser gefällt als die meisten Dinge, die ich heute Abend hätte tun können.“ Seine Stimme war aufrichtig und keineswegs gespielt. Für einen Moment musterte er den Barkeeper schweigend, dann neigte er den Kopf leicht zur Seite. „Wann hast du eigentlich Feierabend, Seth?“ Die Frage kam erstaunlich beiläufig fast so, als wäre sie ihm gerade erst eingefallen. „Keine Sorge.“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Ich versuche nicht, dich von deiner Arbeit abzuhalten. Du wirkst wie jemand, der seine Verpflichtungen tatsächlich ernst nimmt. Eine Eigenschaft, die heutzutage erschreckend selten geworden ist.“ Er verschränkte locker die Arme. „Aber falls du später noch Zeit und Interesse hast…“ Sein Blick hielt den des Barkeepers fest. „… würde ich mich durchaus gerne ausführlicher mit dir unterhalten. Über Psychologie. Über deine fragwürdigen Jugendentscheidungen.“ Dann wurde das Lächeln etwas breiter. „Oder darüber, weshalb ein Mann, der angeblich keine Rätsel aufgeben kann, seit einer Stunde versucht herauszufinden, ob ich verrückt bin oder die Wahrheit sage.“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 07.06.2026 17:01Asmodeus hörte ihm nicht aus Höflichkeit aufmerksam zu, oder weil er an einem Gespräch festhalten wollte, sondern weil Seth tatsächlich etwas zu sagen hatte. Das war selten genug geworden. Während andere Menschen versuchten, beeindruckend zu wirken, sprach Seth über sich selbst mit einer Ehrlichkeit, die weder Mitleid noch Bewunderung verlangte. Er erklärte einfach, wer er war und vielleicht war genau das der Grund, weshalb Asmodeus ihn immer interessanter fand. Als die Aufzählung seiner jugendlichen Rebellionen begann, erschien ein amüsiertes Lächeln auf seinen Lippen. „Gefärbte Haare.“ Ein langsames Nicken. „Piercings.“ Ein weiteres Nicken. „Fragwürdige Bekanntschaften, Diebstahl und Rauchen.“ Er hob sein Glas und trank einen Schluck. „Du warst also überraschend klischeehaft.“ Die goldenen Augen funkelten jedoch verräterisch als er ihn aufzog und es genoss. Doch je länger Seth sprach, desto ruhiger wurde sein Ausdruck. Denn irgendwann ging es nicht mehr um Rebellion. Sondern um Freiheit und um die Entscheidung, sich selbst zu wählen. Als der Barkeeper geendet hatte, schwieg Asmodeus einige Sekunden. Dann stellte er das Glas ab. „Dein Vater klingt anstrengend und bemerkenswert vorhersehbar.“ Er lehnte sich leicht zurück. „Menschen wie er verbringen ihr gesamtes Leben damit, Status aufzubauen.“ Seine Finger trommelten langsam gegen das Glas. „Und irgendwann beginnen sie zu glauben, Status wäre dasselbe wie Wert.“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Ein häufiger Irrtum.“ Sein Blick glitt wieder zu Seth. „Weißt du, was ich interessant finde?“ fragte er schließlich. „Du redest ständig davon, dass du deinen Vater ärgern willst.“ Ein leichtes Schmunzeln erschien aus seinen Lippen. „Aber jedes Mal, wenn du von Psychologie sprichst, verändert sich deine Stimme. Wenn du über ihn redest, höre ich Trotz. Wenn du über Psychologie redest, höre ich Begeisterung.“ er machte eine kurze Pause. „Ich glaube nicht, dass du das Studium gewählt hast, um ihn zu ärgern.“ Das Lächeln wurde etwas wärmer. „Ich glaube, du hast es gewählt, weil du es liebst.“ Dann lehnte er sich wieder entspannt zurück. „Und ehrlich gesagt?“ Seine Mundwinkel hoben sich. „Das dürfte deinen Vater vermutlich noch deutlich mehr ärgern.“ Ein leises Lachen verließ ihn. Anschließend schwieg er einen Moment. Sein Blick wanderte durch die Bar. Zu den Gästen, zu den lachenden Gruppen, zu den Paaren zu den einsamen Gestalten am Rand. Dann richteten sich die goldenen Augen wieder auf Seth „Sag mir etwas.“ Seine Stimme wurde ruhiger. „Du verbringst deine Zeit damit, die Beweggründe anderer Menschen zu verstehen.“ Er neigte leicht den Kopf. „Aber wann hat sich zuletzt jemand ernsthaft die Mühe gemacht, deine zu verstehen?“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 07.06.2026 08:03Als Seth seine Eltern erwähnte, wanderte ein Lächeln über Asmodeus Lippen. Diese kleine Rebellion stand ihm erstaunlich gut.„Psychologie.“ wiederholte er nachdenklich. „Natürlich.“ Er schnaubte leise. „Jetzt ergibt plötzlich einiges Sinn.“ Die goldenen Augen musterten ihn einen Moment. „Die Fragen. Die Beobachtungen. Diese Angewohnheit, ständig nach dem Warum zu suchen.“ Er hob sein Glas leicht. „Ich hätte darauf kommen müssen.“ Dann lehnte er sich etwas zurück. „Und du arbeitest hier, um deinen Vater zu ärgern.“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen Augen. „Das gefällt mir fast besser als der Psychologie Teil.“ Für einen Augenblick schwieg er und betrachtete den Barkeeper. „Weißt du, Seth…“ Seine Stimme wurde ruhiger. „Menschen behaupten oft, sie würden gegen ihre Eltern rebellieren.“ Ein leichtes Schulterzucken. „Die meisten färben sich die Haare, tätowieren sich etwas Fragwürdiges oder heiraten jemanden, den ihre Familie nicht mag.“ Die Mundwinkel hoben sich. „Du hingegen hast beschlossen, dein gesamtes Leben in eine Trotzreaktion zu verwandeln.“ Und seltsamerweise klang das beinahe wie Anerkennung. Dann stellte er das Glas ab. „Aber das erklärt noch nicht alles.“ Sein Blick blieb auf Seth ruhen. „Psychologie erklärt, warum du Menschen analysierst.“ Er neigte leicht den Kopf. „Aber sie erklärt nicht, warum du sie verstehen willst. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.“ Die Musik der Ember Lounge pulsierte leise zwischen den Gesprächen der Gäste. Doch Asmodeus schien sie kaum wahrzunehmen. Seine Aufmerksamkeit lag vollständig auf seinem Gegenüber. „Also sag mir etwas.“ Ein schmales Lächeln erschien auf seinen Lippen. „Was genau gefällt deinen Eltern nicht daran?“ Er verschränkte die Arme locker vor der Brust. „Dass du Psychologie studierst? Dass du hier arbeitest?“ Das Lächeln wurde etwas breiter. „Oder dass du angefangen hast, selbst zu entscheiden, wer du sein möchtest?“ Für einen Moment ruhte sein Blick auf Seth. „Und bevor du fragst, was ich mache, wenn ich nicht in Bars sitze und Psychologiestudenten verwirre…“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen goldenen Augen. „… ich sammle Geschichten.“ Er drehte das Glas langsam zwischen seinen Fingern. „Manche sammeln Geld. Andere Macht. Wieder andere Wissen.“ Sein Blick traf erneut den seinen. „Ich sammle Menschen.“ Die Worte kamen ruhig fast charmant und doch blieb für einen kurzen Augenblick offen, ob das lediglich eine Metapher war oder nicht.

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 06.06.2026 20:48„Wir bestimmen selbst, wer wir sind.“ wiederholte er nachdenklich. Die Worte klangen auf seiner Zunge fremd, als hätte jemand sie vor langer Zeit gesagt und er hätte nie ganz entschieden, ob er ihnen glauben wollte. „Das ist eine schöne Vorstellung.“ Mehr sagte er dazu nicht, denn für Wesen wie ihn war Schicksal ein komplizierteres Konzept. Er hatte Menschen beobachtet, die gegen ihre Natur kämpften und andere, die ihr mit offenen Armen entgegenliefen. Manchmal gewann der Wille, manchmal die Natur und manchmal war der Unterschied erschreckend gering. Doch als Seth ihn anschließend wegen seines Alters aufzog, lachte Asmodeus erneut. „Skin-Care.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „Jahrtausende dämonischer Rituale, Opfergaben und verlorener Seelen, und am Ende interessiert sich die Menschheit doch wieder nur für Hautpflege.“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen Augen. „Das ist irgendwie beruhigend.“ Dann hob er leicht eine Augenbraue. „Und nein. Sollte ich tatsächlich der Asmodeus sein, wäre es ausgesprochen unhöflich, einen Fürsten der Hölle als alten Mann zu bezeichnen.“ Er machte eine kurze Pause vor seinen nächsten Worten. „Zumindest solange er es hören kann.“ Er lehnte sich etwas zurück. „Also verrate mir etwas, Seth.“ Seine Stimme wurde ruhiger und neugieriger. „Was machst du eigentlich, wenn du nicht hier hinter dieser Bar stehst und fremde Menschen psychologisch auseinandernimmst?“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen Augen. „Denn ich kaufe dir nicht ab, dass das hier nur ein Hobby ist.“ Er hob sein Glas leicht, nahm einen Schluck. „Du beobachtest zu viel für einen gewöhnlichen Barkeeper und du stellst definitiv zu viele Fragen für einen gewöhnlichen Menschen.“ Zum ersten Mal seit Beginn ihres Gesprächs schien Asmodeus tatsächlich etwas über Seth erfahren zu wollen. Nicht nur mit ihm zu spielen. Sondern herauszufinden, wer sich hinter dem schiefen Grinsen und der Neugier verbarg.

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 06.06.2026 19:09Das entschuldigende Lächeln ließ Asmodeus für einen Moment schweigen. Ein Mensch, der sich Sorgen machte, die Gefühle eines Dämons verletzt zu haben. Seine Mundwinkel hoben sich langsam. „Keine Sorge, Seth. Du bist vermutlich nicht der Erste, der meine Eltern für fragwürdig hält und mit ziemlicher Sicherheit nicht der Letzte.“ Während der Barkeeper weitersprach, beobachtete Asmodeus ihn aufmerksam. Wie er seiner eigenen Neugier erlaubte, vernünftig zu erscheinen. Als Seth sich schließlich vorbeugte und seine Stimme senkte, wanderte Asmodeus Blick kurz zu dessen Augen. Das Zwinkern, die Herausforderung, die Neugier. Und plötzlich lachte er. „Dein neuestes Rätsel?“ Er ließ die Worte auf der Zunge zergehen als würden sie ihm gefallen. „Das klingt deutlich charmanter als die meisten Bezeichnungen, die ich im Laufe der Jahrhunderte erhalten habe.“ Fuck… Jahrhunderte… das Wort fiel völlig beiläufig, total unbedacht und a eine Finger schlossen sich erneut um das Glas. „Weißt du, was das Interessante an Rätseln ist?“ fragte er schließlich. „Die meisten Menschen glauben, sie wollen die Antwort.“ Sein Blick blieb auf Seth ruhen. „Dabei genießen sie in Wahrheit die Suche viel mehr.“ Langsam drehte er das Glas zwischen seinen Fingern und der Eiswürfel knackte leise. „In dem Moment, in dem man ein Rätsel vollständig versteht, verliert es seinen Zauber.“ Er neigte den Kopf leicht. „Manche verlieren sogar das Interesse daran. Deshalb solltest du vorsichtig sein mit deinen Wünschen.“ Seine Stimme war sanft, fast vertraulich. „Vielleicht gefällt dir die Frage besser als die Antwort.“ Für einen Augenblick ließ er den Blick durch die Ember Lounge schweifen, dann kehrte seine Aufmerksamkeit zu Seth zurück. „Und doch glaube ich nicht, dass du aufhören wirst.“ Ein amüsiertes Funkeln erschien in seinen goldenen Augen. „Du wirkst auf mich nicht wie jemand, der vor verschlossenen Türen stehen bleibt.“ Er lehnte sich etwas vor, dass seine nächsten Worte nur für Seth bestimmt waren. „Die wirklich gefährlichen Menschen sind übrigens nicht jene, die mit dem Feuer spielen, sondern jene, die irgendwann beginnen zu hoffen, dass es sie tatsächlich verbrennt.“ Dann lehnte er sich wieder zurück, hob sein Glas leicht in dessen Richtung und fügte mit beinahe spielerischer Leichtigkeit hinzu. „Also gut, Seth. Wenn ich dein neuestes Rätsel bin…“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Wie weit bist du bereits mit der Lösung?“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 06.06.2026 17:46Das leise Lachen, das Asmodeus daraufhin von sich gab, war warm.
„Entschuldige dich nicht dafür.“ Seine Finger glitten langsam über das Glas. „Die ungefilterten Gedanken sind meistens die Ehrlichsten.“ Goldene Augen verfolgten die Bewegung des Lappens über die Theke, bevor sie wieder zu Seth zurückkehrten. „Außerdem sind sie deutlich interessanter.“ Ein schmales Grinsen erschien auf seinen Lippen. „Die meisten Menschen verbringen ihr gesamtes Leben damit, ihre Gedanken zu zensieren, bis sie irgendwann selbst nicht mehr wissen, was davon eigentlich echt war.“ Er beobachtete ihn einen Moment schweigend. Das schiefe Grinsen. Die lockere Haltung. Die Art, wie er sich beschäftigte, während sein Kopf arbeitete. Seth dachte nach und das gefiel ihm. „Fragwürdige Intentionen? Das setzt voraus, dass meine Eltern besonders verantwortungsbewusste Menschen waren. Vielleicht hatten sie einfach einen bemerkenswert schwarzen Sinn für Humor.“ Er hob sein Glas. „Oder außergewöhnlich gute Instinkte.“ Die Wahrheit lag wie so oft irgendwo dazwischen, oder weit außerhalb dessen, was ein Mensch überhaupt in Betracht ziehen würde. Doch dann hörte er weiter zu und da war sie wieder, diese Ehrlichkeit, diese unvorsichtige, beinahe selbstverständliche Offenheit. Die meisten Menschen hätten versucht, stärker zu wirken, klüger, unverwundbarer, Seth hingegen schien sich seiner Schwächen bewusst zu sein und sprach sie trotzdem aus. Asmodeus betrachtete ihn lange genug, dass es fast unangenehm hätte werden können. „Nein.“ Seine Stimme war plötzlich ungewöhnlich sanft. „Offensichtlich ist es nicht.“ Er stellte das Glas langsam ab. „Die meisten Menschen nennen es Neugier, andere nennen es Selbstsabotage und einige wenige nennen es Leben.“ Wieder erschien dieses langsame Lächeln, welches nie ganz verriet, worüber er gerade nachdachte. „Die Wahrheit ist, dass Feuer Menschen schon immer fasziniert hat.“ Sein Blick wanderte kurz zu den Kerzen hinter der Bar. „Jeder weiß, dass es brennen kann.“ Dann sah er wieder zu Seth. „Und trotzdem streckt jeder irgendwann die Hand danach aus.“ Für einen Moment schien etwas Dunkles durch seine Augen zu gleiten. „Die wirklich interessanten Menschen sind nicht jene, die Angst vor dem Feuer haben.“ Seine Stimme wurde etwas tiefer und leiser. „Sondern jene, die wissen, dass sie sich verbrennen könnten und trotzdem näher treten.“ Dann lehnte er sich wieder entspannt zurück als wäre dieser kurze Moment nie passiert. „Und zwischen uns beiden, Seth?“ Ein leichtes Grinsen erschien. „Du wirkst deutlich mehr wie ein Raubtier, als du glaubst.“ Er hob sein Glas leicht in dessen Richtung. „Du hast schließlich beschlossen, das Rätsel anzusprechen, anstatt ihm aus dem Weg zu gehen. Die meisten Menschen hätten längst aufgehört, Fragen zu stellen.“ Sein Blick hielt den des Barkeepers fest. „Du hingegen scheinst gerade erst damit anzufangen.“

Re: 🥃 Ember Lounge
von Asmodeus am 06.06.2026 16:40Asmodeus hielt Seths Blick fest, während er ihm zuhörte. Wolf im Schafspelz. Katze und Maus. Interessant. Wirklich interessant, denn die meisten Menschen spürten Gefahr erst, wenn sie bereits zu spät war. Dieser hier hatte sie innerhalb weniger Minuten erkannt, nicht wirklich verstanden aber gespürt. Langsam lehnte sich Asmodeus etwas zurück und s as Glas ruhte locker zwischen seinen Fingern, erst dann erschien dieses ruhige, beinahe amüsierte Lächeln erneut auf seinen Lippen. „Das war erstaunlich ehrlich.“ Ein leises Schnauben verließ ihn, das man fast für ein Lachen halten könnte. „Die meisten Menschen sagen an dieser Stelle Dinge wie geheimnisvoll, arrogant oder schwer zu lesen. Du hingegen beschreibst ein Raubtier.“ Wieder trafen sich ihre Blicke. „Dein Instinkt funktioniert also noch.“ murmelte er beinahe mehr zu sich selbst als zu Seth. Er nahm einen weiteren Schluck seines Drinks. „Und ja.“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Du hast meinen Geschmack getroffen.“ Er stellte das Glas erneut auf dem Tresen ab. Für einen Moment betrachtete er den Barkeeper schweigend. Als würde er ihn nun seinerseits einschätzen. „Die meisten Menschen hören Antworten.“ Seine Stimme wurde etwas leiser. „Du hörst Widersprüche.“ Dann beantwortete er endlich die frühere Frage. „Asmodeus.“ Stellte er sich vor. „Freut mich, Seth. Und ich glaube nicht, dass du eine Maus bist.“ Ein schmales Lächeln erschien erneut. „Mäuse stellen keine Fragen wie du.“ Seine Finger tippten einmal gegen das Glas. „Sie laufen weg.“ Er neigte den Kopf leicht zur Seite. „Die eigentliche Frage ist also nicht, ob du dich vor mir in Acht nehmen solltest.“ Seine Stimme blieb sanft, fast charmant. „Sondern warum dein Instinkt dir sagt, dass du es trotzdem nicht tust.“







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