🌲 Waldpfad

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 18:14

Ein leises Lachen verließ seine Kehle. „Jetzt verstehe ich langsam, warum die Leute in der Bar dich mögen.“ Die goldenen Augen wanderten kurz zu Seth. „Du sagst Dinge, die andere Menschen normalerweise nur denken. Und manchmal nicht einmal das.“ Das Mondlicht fing sich für einen Moment in seinen Zügen, als er den Kopf leicht zur Seite neigte. „Außerdem möchte ich festhalten, dass ich niemals behauptet habe, vernünftig zu sein.“ Die Mundwinkel hoben sich leicht. „Nur alt.“ Als Seth ihn erneut mit der Schulter anstieß, erwiderte Asmodeus die Geste dieses Mal tatsächlich. „Und nein, du bist nicht ungewöhnlich, weil du anders bist als alle anderen.“ Er sah kurz vor sich auf den Waldweg. „Du bist ungewöhnlich, weil du keine Angst davor hast, ehrlich zu sein.“ Er schmunzelte leicht. „Das wird ständig miteinander verwechselt.“ Die meisten Menschen versteckten sich hinter Sarkasmus, hinter Status, hinter Rollen, hinter Masken und Seth schien zwar ebenfalls welche zu besitzen, doch er nahm sie erstaunlich bereitwillig wieder ab und das war selten. Als dann die Bemerkung über gemeinsame Abenteuer fiel, blieb Asmodeus für einen Moment still. Sein Blick wanderte zwischen die dunklen Bäume. „Gemeinsame Abenteuer.“ wiederholte er leise. Dann erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. „Das klingt verdächtig nach einem Plan.“ Er blickte zu Seth. „Und du kennst mich noch nicht gut genug, um zu wissen, wie selten es eine gute Idee ist, mit mir Pläne zu schmieden.“ Ein kleiner Teil von ihm schien die Vorstellung tatsächlich zu mögen, was vermutlich das Gefährlichste daran war. Dann kam Seths letzte Bemerkung und plötzlich wurde es still. Kein Scherz, kein neckischer Kommentar, keine Ausweichbewegung, nur zwei Menschen, oder zumindest einer davon, auf einem dunklen Pfad. Asmodeus blieb stehen und langsam drehte er den Kopf, die goldenen Augen trafen die blauen und für einen Moment lag etwas darin, das Seth bisher noch nicht gesehen hatte. Ehrlichkeit. „Seth.“ Seine Stimme war leiser geworden. „Du hast wirklich keine Ahnung, wie selten Menschen wie du sind, oder?“ Ein schwaches Lächeln erschien, kein charmantes oder gefährliches, sondern ein wirklich echtes. „Ich habe heute Abend nicht gewartet, weil ich höflich sein wollte und ich habe diesen Spaziergang nicht vorgeschlagen, weil mir langweilig war.“ Der Blick hielt den seinen fest. „Du wirst nicht vergessen werden. Nicht von mir.“ Dann schnaubte Asmodeus plötzlich belustigt, als hätte er genug von diesem gefährlich aufrichtigen Moment. „Außerdem…“ Seine Mundwinkel hoben sich erneut. „… hast du mir einen Bourbon aufs Haus gegeben.“ Er setzte sich wieder in Bewegung. „Damit war mein Gedächtnis von Anfang an an dich verloren.“

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