🌲 Waldpfad

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Asmodeus
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🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 02.06.2026 18:43


🌲 Waldpfad
Zwischen alten Bäumen und verborgenen Wegen.
Ein Ort für Ruhe, Abenteuer und zufällige Begegnungen.

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 08.06.2026 22:15

Für eine ganze Weile lief Seth schweigend neben Asmodeus her, nicht etwa, weil er nichts zu sagen gehst hätte, denn in seinem Kopf herrschte niemals Stille, sondern weil er ernsthaft über seine Frage nach dachte. Tief zog er den Rauch in seine Lungen, bevor er ihn langsam wieder ausstiess und ein wenig auf dem Filter kaute. Nun, ausserhalb der Arbeit, erlaubte er es sich, seine Arbeitspersönlichleit zurück zu schrauben und wieder etwas weiter in seine komfortzone einzudringen, ruhiger zu werden. "Nun..." Begann er schliesslich leise, das schiefe Grinsen auf seinem Lippen weicher und beinahe leicht verletzlich. "...ich schätze ich möchte, was jeder Mensch insgeheim möchte. Ein Leben zu leben, in dem ich möglichst nichts bereue. Ich möchte die Freiheit habe, meinen eigenen Weg zu gehen, Dinge auszuprobieren die mich interessieren und irgendwann auf dem sterbebett nicht denken zu müssen, hätte ich es doch anders gemacht..." Ein beinahe verlegenes Lächeln umspielte seine Lippen, während er vorsichtig hinüber ins Gold Asmodeus' Augen sah, um zu erkennen, was dieser darüber dachte. Normalerweise teilte er seine tiefsten Gedanken und Wünsche nicht so leichtfertig. "Ziemlich klischeehaft, was?" Ein leises Lachen entkam seinen Lippen, während er leicht den Kopf schüttelte. "Was ist mit dir? Was wünschst du dir, Asmodeus?" Fragend lächelnd neigte er den Kopf zur Seite, aufrichtige Neugier im blau seiner Augen.

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 08:54

Asmodeus nahm die angebotene Zigarettenschachtel entgegen, betrachtete sie einen Augenblick und schob sie dann mit einem amüsierten Schnauben wieder zurück. „Behalte sie.“ Er warf Seth einen Seitenblick zu. „Eine schlechte Angewohnheit pro Person reicht völlig aus.“ Ob er damit das Rauchen meinte oder etwas anderes, ließ er offen. Die Hände verschwanden wieder in den Manteltaschen, während sie zwischen den dunklen Bäumen hindurchliefen. Als Seth schließlich antwortete, sagte Asmodeus lange nichts und als die letzten Worte verklungen waren, erschien ein kleines Lächeln auf seinen Lippen. „Nein.“ Seine Stimme war ungewöhnlich ruhig. „Das ist nicht klischeehaft.“ Die goldenen Augen ruhten kurz auf ihm. „Die meisten Menschen reden von Erfolg, Geld, Liebe, Ruhm.“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Du sprichst von Reue.“ Er wandte den Blick wieder dem Wald zu. „Das ist etwas völlig anderes.“ Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her, dann entkam ihm ein leises Lachen. „Außerdem bist du Psychologe. Ihr seid alle hoffnungslose Idealisten.“ Die Bemerkung kam warm, fast zärtlich neckend. „Ihr tarnt es nur besser als andere.“ Als Seth ihm schließlich dieselbe Frage stellte, verlangsamten sich seine Schritte beinahe unmerklich. Zum ersten Mal an diesem Abend antwortete Asmodeus nicht sofort, weil er überlegen musste, welche von den Antworten die Wahrheit war. Es gab viele. Zu viele. Er hatte sich Macht gewünscht, vor langer Zeit, er hatte sich Einfluss gewünscht, Freiheit, Wissen, Unterhaltung, aber alles davon hatte er bekommen und irgendwann festgestellt, dass Wünsche seltsam wurden, wenn man genug Zeit hatte, sie zu erfüllen. „Was ich mir wünsche?“ wiederholte er leise. Ein Ast knackte irgendwo in der Dunkelheit, dann hob er langsam den Blick zum Nachthimmel. „Früher hätte ich dir eine beeindruckende Antwort gegeben.“ Ein schwaches Schmunzeln erschien auf seinen Gesichtszügen. „Etwas Dramatisches. Etwas, das zu meinem Ruf passt.“ Die goldenen Augen glitten wieder zu Seth. „Heute bin ich mir nicht sicher.“ Das war vermutlich die ehrlichste Antwort, die er den ganzen Abend gegeben hatte. „Nach einer gewissen Zeit…“ begann er langsam. „… werden Wünsche kompliziert.“ Sein Blick blieb auf dem jüngeren Mann ruhen. „Menschen wünschen sich Dinge, weil ihre Zeit begrenzt ist.“ Er lächelte leicht. „Sie haben Fristen.“ Er jedoch nicht. „Vielleicht.“ Er dachte einen Moment nach. „Vielleicht wünsche ich mir manchmal überrascht zu werden.“ Ein leises Schnauben verließ ihn als würde er über sich selbst lachen. „Lächerlich, nicht wahr?“ Doch er schien die Antwort gar nicht abzuwarten. „Die meisten Dinge wiederholen sich irgendwann.“nSeine Stimme war ruhiger geworden, etwas nachdenklicher. „Menschen verlieben sich aus denselben Gründen. Hassen aus denselben Gründen. Treffen dieselben Fehler. Erzählen dieselben Lügen.“ Die goldenen Augen funkelten schwach im Mondlicht. „Und dann taucht gelegentlich jemand auf, der etwas Unerwartetes tut.“ Ein kleines Lächeln erschien. „Das gefällt mir.“ Für einen Moment ruhte sein Blick auf Seth länger als nötig, etwas aufmerksamer. Dann schob er die Hände tiefer in die Taschen seines Mantels. „Und ehe dein Ego jetzt größenwahnsinnig wird…“ Die Belustigung war zurück bei Admodeus. „Nein, ich rede nicht von dir.“ Er machte eine kurze Pause. „Zumindest noch nicht.“ Mit vollkommen ernster Miene setzte er seinen Weg fort, doch das verräterische Zucken seiner Mundwinkel machte die Lüge offensichtlich.

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 10:56

"Nun wie sagt man? Wer nicht will, hat schon." Erwiderte er leise schmunzelnd und steckte die Packung wieder ein, während er neben ihm her langsam durch den Wald schlenderte. Während er darauf wartete, dass Asmodeus etwas zu seinen Worten sagen, oder zumindest seine Frage beantworten würde, bliess er kleine, weisse Rauchringe in die Luft und genoss die überraschend angenehme Stille zwischen ihnen eine kleine Weile.
Bei dem kleinen Lächeln und der Art wie er ihn bei seinen nächsten Worten ansah, machte sich ein warmes Gefühl in ihm breit. Die meisten, denen er bisher von seinen Gedanken und Wünschen erzählt hatten, aka seiner Familie, hatten darauf mit spott reagiert. Hatten ihn einen träumer genannt und dass der richtige weg aus harter Arbeit bestand, um Reichtum und macht zu erlangen, dann würde sich der Rest schon ergeben. Asmodeus reagierte anders, nicht mit Spott oder Belehrungen, sondern mit ruhiger Akzeptanz, etwas dass Seth nicht wirklich kannte. Deshalb bedeutete es ihm etwas, wenngleich sie sich noch nicht lange kannten.
Eine kleine Weile sagte auch ee nichts, bevor er bei der nächsten Bemerkung leise auf lachte und ihn spielerisch mit der Schulter anstiess. "Und doch verbringst du freiwillig Zeit mit diesem Fall hoffnungslosem Idealismus, Pass auf sonst färbe ich noch auf dich an." Zog er ihn fast schon liebevoll auf und zwinkerte ihm sanft zu, ehe er wieder ruhiger wurde um Asmodeus den Raum und die Zeit zu geben, seine eigene Antwort zu finden. 
Als er schliesslich zu sprechen begann, schüttelte er sanft lächelnd den Kopf. "Ich brauche keine beeindruckende Antwort. Ich wünsche mir eine ehrliche, so nichtig sie dir vielleicht auch erscheinen mag, ist es letzten Endes doch ein teil von dir und erlaubt mir, dich etwas besser kennen zu lernen. Also mach dir keine Gedanken darüber, wie es wirken mag." Beruhigte er ihn leise Lächelnd und legte einen Moment die Hand auf seinen Unterarm, eine stille Ermutigung, selbst wenn er die womöglich nicht brauchte.
"Das ist ganz und gar nicht lächerlich, Asmodeus." Widersprach er sanft, während er dem Blick seiner goldenen Augen ruhig Stand hielt, während er ihn ansah. "Ein langes Leben kann vermutlich Segen und Fluch zugleich sein. Es ist nicht lächerlich, dass man sich Überraschung oder Abwechslung wünscht, wenn man alles schon gesehen hat. Reichtum, Macht, letztlich verliert alles seinen Reiz irgendwann, wenn es gewöhnlich für einen wird. Und man gewöhnt sich schnell an Dinge. Und wenn sich alles wiederholt, wie du sagst, wird es irgendwann langweilig und man fragt sich, was man mit seiner Existenz anfangen soll." 
Warm lächelte er ihm zu, ein verständnisvoller Ausdruck im blau seiner Augen. "Und keine Sorge, mein Ego ist ziemlich bescheiden, das wird nicht so leicht grössenwahnsinnig. Ich würde mir nicht einbilden, nach nur einem Abend jemand zu sein, der dich überraschen kann. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht versuchen kann, so jemand zu werden, oder?"

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 11:37

Der Wald war inzwischen dunkler geworden. Nur vereinzelte Mondstrahlen fanden ihren Weg durch das Blätterdach und zeichneten silberne Muster auf den Boden. Das Knirschen ihrer Schritte begleitete die Stille zwischen ihnen. Als Seth schließlich sagte, dass er versuchen könne, jemand zu werden, der ihn überrascht, entkam Asmodeus ein leises Lachen, das keinesfalls spöttisch war, sondern ruhig, fast zärtlich. „Da ist er wieder.“ murmelte er. „Der Idealist.“ Sein Blick wanderte kurz zu ihm. „Du hörst etwas wie ‘Ich habe schon alles gesehen’ und deine erste Reaktion ist nicht Resignation.“ Die Mundwinkel hoben sich leicht. „Sondern die Überzeugung, dass du die Ausnahme sein könntest.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „Die meisten Menschen würden das für Arroganz halten. Aber ich… ich halte es für Hoffnung.“ Seine Worte klangen nicht nach Kritik, sondern eher an Bewunderung. Für einige Schritte verfiel er erneut in Schweigen. Dann blieb sein Blick plötzlich an etwas hängen. Zwischen den Bäumen stand ein Reh. Es stand vollkommen reglos nur wenige Meter von ihnen entfernt und obwohl es die beiden längst bemerkt haben musste, floh es nicht. Asmodeus beobachtete das Tier für einen Augenblick, dann wanderte sein Blick wieder zu Seth. „Weißt du, was ich an Menschen nie verstanden habe?“ fragte er plötzlich. „Ihr habt dieses Bedürfnis, alles zu werden.“ Seine Stimme war nachdenklich. „Erfolgreich. Geliebt. Bedeutend. Besonders.“ Er deutete mit einem kleinen Nicken auf das Reh. „Und gleichzeitig beneidet ihr Kreaturen wie diese.“ Das Tier hob kurz den Kopf und verschwand lautlos zwischen den Bäumen. „Frei von Erwartungen.“ Ein leises Schnauben verließ ihn. „Eine bemerkenswerte Ironie.“ Dann sah er Seth erneut an und für einen Moment lag etwas Uraltes hinter seinem Blick, etwas das tatsächlich Jahrtausende gesehen haben könnte. „Darf ich dir eine Frage stellen?“ Diesmal klang seine Stimme ungewöhnlich ernst. „Keine Psychologie. Keine cleveren Antworten. Keine Rolle, die du für andere spielst.“ Die Hände blieben tief in den Manteltaschen verborgen. „Wenn morgen niemand mehr etwas von dir erwarten würde…“ er machte eine kleine Pause. „Keine Familie, keine Verpflichtungen, keine Zukunftspläne.“ Seine goldenen Augen hielten den Blickkontakt. „Was würdest du als erstes tun?“ Und seltsamerweise wirkte Asmodeus bei dieser Frage selbst neugierig auf die Antwort, nicht wie ein Dämon, oder ein Rätsel, sondern einfach wie jemand, der verstehen wollte.

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 12:28

"Ich mag dein Lachen, es steht dir gut." Murmelte er ohne gross darüber nach zu denken, was ihm gerade durch den Kopf schoss, ehe er leicht verlegen errötet, als ihm bewusst wurde, dass er das laut gesagt hatte. "Tut mir leid, das war jetzt vielleicht etwas ZU ehrlich..." Verlegen grinsend sah er zu ihm hierüber, bevor er nach kurzem überlegen erneut zu sprechen begann
"Ich würde es auch eher Hoffnung nennen. Ist es denn so verwerflich, dass man sich wünscht, einen bleibenden Eindruck in jemanden Leben zu hinterlassen, sodass man sich an einen erinnert, selbst wenn man längst nicht mehr selbst verweilt? Auch wenn es für den der zurückbleibt, womöglich eine last sein mag und es egoistisch ist, so möchte doch keiner vergessen werden." Murmelte er nachdenklich lächelnd, bevor er ebenfalls zum Stillstand kam, als er das Reh erblickte. Ein bewundernder und zugleich glücklicher Ausdruck huschte über seine Züge, dankbar dass scheue Tier so nahe sehen zu dürfen. Bei Asmodeus Aussage hielt er jedoch inne.
"Ist das wirklich so schwer zu verstehen?" Sanft lächelnd wandte er sich ihm wieder zu, als das Reh schliesslich floh. "Jedes Lebewesen wünscht sich geliebt zu werden, egal ob Mensch oder Tier, wenn auch nicht unbedingt auf die selbe Weise. Selbst der grösste Einzelgänger kann nicht permanent allein sein, oder er würde verschwinden. Und während bei machen sie Zusammenkunft nur dem Fortbestand dient, so gibt es andere, die tatsächlich lieben. Pinguine beispielsweise bleiben ein leben lang mit ihren Partnern zusammen, Katzen und Hunde trauern um ihre verstorbenen Gefährten, manche Nager sterben vor Kummer, wenn sie ihren Partner verlieren, Wölfe leben als Familien und verzweifeln, wenn sie davon getrennt werden. Es ist vielleicht nicht die Art liebe, die wir Menschen kennen, sie ist roher, instinktiver, aber sie ist da. Die anderen Werte, Erfolg, Bedeutung, etwas besonderes zu sein, sind jedoch Werte die die Gesellschaft uns antrainiert hat, bevor wir sie überhaupt verstanden. Sie entspringen nicht unseren Herzen, sondern wurden uns eingepflanzt. Darum beneiden wir die Tiere manchmal. Denn auch sie fühlen, aber sie sind dabei freier. Sie können tun wonach ihnen der Sinn steht und leben stehts im jetzt. Sie wollen keinen erfolg, nur den nächsten Tag erleben, indem sie ihren Bedürfnissen folgen, schlafen wenn sie müde sind, essen wenn sie hungrig sind, leben wie es für sie richtig ist, geführt von ihren natürlichen Instinken. Natürlich kennen auch sie Angst und Schmerz, aber anders als Menschen, fügen sie sich diese nicht selbst zu. Und dafür beneiden wir sie, weil sie etwas können, dass wir verlernt haben. Die Freiheit tatsächlich zu leben." Er wählte seine Worte sorgsam, im Versuch seinen Gedanken Sinn zu verleihen, ehe er leicht schmunzelte. "Aber ich spreche natürlich nicht für die Menschheit, das sind nur meine bescheidenen Gedanken dazu."
Sanft lächelte er ihm zu, während er erneut eine Weile schweigend über seine Frage nach dachte, denn darüber hatte er sich bislang nie wirklich Gedanken gemacht.
"Wenn ich alles tun könnte was ich wollte? Hm... Ich glaube, ich würde Reisen. Mit die Welt ansehen, fremde Kulturen erforschen, neue Menschen kennenlernen und sehen, was die Welt und das leben zu bieten haben. Ich würde ans Meer fahren. In Australien tauchen gehen. Den Amazonas erforschen. Einen Berg besteigen. Surfen lernen. Die Welt umsegeln und überall wo es mir gefällt verweilen, bis es mich weiter zieht."

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 13:19

Das Mondlicht fing sich in seinen goldenen Augen und dann erschien tatsächlich wieder dieses Lachen. „Dann habe ich wohl Glück.“ Seine Stimme war ungewöhnlich sanft. „Die meisten Menschen bevorzugen mein Schweigen.“ Ein kleines Lächeln blieb länger als sonst. Als Seth anschließend über Tiere, Freiheit und Liebe sprach, hörte Asmodeus schweigend zu. Je länger der Psychologiestudent sprach, desto stiller wurde er. Denn wieder tat Seth etwas, das er bereits den ganzen Abend getan hatte. Er beantwortete Fragen, die viel größer waren als sie zunächst wirkten und bemerkte es vermutlich nicht einmal. Als schließlich die Worte vom Reisen kamen, blieb Asmodeus erneut einen Moment stumm. Der Wind bewegte die Äste über ihnen, irgendwo raschelte etwas im Unterholz und für einen Augenblick wirkte der Wald beinahe zeitlos. „Siehst du?“ sagte er schließlich leise. „Das meine ich.“ Sein Blick ruhte auf Seth. „Ich frage dich, was du tun würdest, wenn niemand mehr etwas von dir erwartet und keine einzige Antwort handelt von Geld. Du willst die Welt sehen.“ Die goldenen Augen musterten ihn aufmerksam. „Du willst verstehen.“ Er lachte leise. „Es überrascht mich nicht einmal.“ Dann schob er die Hände tiefer in die Manteltaschen. „Weißt du, was mir daran gefällt?“ fragte er. „Du sprichst nicht davon, jemand zu werden.“ Sein Blick glitt kurz zum Sternenhimmel, der zwischen den Baumkronen hervorlugte. „Du sprichst davon zu erleben. Das tun erstaunlich wenige Menschen.“ Für einige Schritte liefen sie schweigend weiter, dann erschien wieder dieses verräterische Funkeln in seinen Augen. „Und ich muss gestehen…“ Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Die Vorstellung von dir auf einem Surfbrett ist ausgesprochen unterhaltsam.“ Er sah zu ihm. „Du wirkst wie jemand, der nach drei Minuten von einem Hai beleidigt wird. Aber ich glaube, du solltest das tatsächlich tun. Nicht irgendwann.“ Der Blick seiner goldenen Augen traf den seinen. „Nicht wenn alles perfekt passt.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Menschen warten ihr ganzes Leben auf den richtigen Moment.“ Etwas Dunkles und Altes lag für einen Moment in seinem Blick, die Perspektive von jemandem, der viel zu viele Leben hatte vergehen sehen. „Und dann stellen sie fest, dass er nie gekommen ist.“ Dann lächelte er wieder. „Versprich mir etwas, Seth. Wenn du eines Tages am Meer stehst, irgendwo am anderen Ende der Welt, und die Gelegenheit bekommst, etwas Verrücktes zu tun…“ Seine Augen funkelten. „… dann entscheide dich für das Verrückte.“

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 15:04

"Tatsächlich? Dann scheinst du für gewöhnlich mit Idioten zu verkehren, die nicht wissen was ihnen entgeht." Erwiderte er im Brustton der Überzeugung und schenkte ihm ein erneutes, warmes Lächeln. Während er sprach, sah er Asmodeus aufmerksam in die Augen, bemerkte wie dieser leider wurde, als würde er tatsächlich über seine Worte nachdenken, was ihm ein erneutes Lächeln entlockte. Er mochte die aufrichtig interessierte Aufmerksamkeit des Älteren, die er sonst nur sehr selten erlebte. 
Für einen Moment sah er zu den raschelnden Blätter über ihren Köpfen auf, bewunderte wie sie vom Mondlicht dezent zur schau gestellt wurden, sodass er einen Augenblick länger brauchte, um seine Worte zu verarbeiten. 
"Naja, wenn keiner mehr etwas von mir erwarten würde und ich die Freiheit hätte, alles zu tun dass ich will, hoffe ich doch sehr, dass ich dazu auch die mittel hätte, denn ansonsten funktioniert diese Fantasie nicht. Und wenn das der Fall ist, warum sollte ich mir dann Geld wünschen, wenn ich stattdessen unvergessliche Erlebnisse und Erinnerungen in einer Welt voller Geheimnisse und Rätsel schaffen kann?" Gab er leise lachend zurück und schüttelte sanft den Kopf. "Ich mag wer ich bin, weshalb sollte ich mich also verändern wollen? So einfach ist das." 
Belustigt grinsend runzelte er die Stirn und schüttelte erneut den Kopf. "Für jemanden der so alt ist, machst du manchmal wirklich wenig Sinn. Wie sollte ein Hai mich denn beleidigen und weshalb? Hattest du zu viele Drinks?" Zog er ihn belustigt grinsend weiter auf, bevor er leicht die Schultern zuckte. "Ich denke, dieses Versprechen kann ich guten Gewissens machen."

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Asmodeus
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Re: 🌲 Waldpfad

von Asmodeus am 09.06.2026 15:48

„Du hast eine bemerkenswert hohe Meinung von mir, wenn du davon ausgehst, dass die Menschen, mit denen ich gewöhnlich verkehre, lediglich Idioten sind.“ Ein leises Schnauben verließ ihn. „Manche von ihnen waren Könige.“ Er runzelte kurz die Stirn. „Was deine Aussage vermutlich nicht unbedingt widerlegt.“ Die goldenen Augen funkelten amüsiert und für einen Moment ließ er den Blick ebenfalls nach oben wandern. Es war seltsam friedlich und Frieden war etwas, dem Asmodeus normalerweise misstraute. Als Seth anschließend sagte, dass er mochte, wer er war, verlangsamten sich seine Schritte. Nicht viele Menschen sagten so etwas. Noch weniger meinten es ernst. Die meisten wollten stärker werden, reicher, erfolgreicher, schöner, anders. Es ist meistens immer anders, doch Seth hatte gerade etwas ausgesprochen, das überraschend selten war. ‘Ich mag wer ich bin.‘ „Das ist vermutlich die ungewöhnlichste Sache, die du heute Abend gesagt hast und dabei hast du mich zuvor beinahe ernsthaft gefragt, ob ich der Herr der Hölle bin.“ Er lachte leise. „Die meisten Menschen verbringen ihr Leben damit, vor sich selbst davonzulaufen.“ Sein Blick glitt kurz zu Seth. „Es ist angenehm, jemandem zu begegnen, der das nicht tut.“ Asmodeus hob eine Augenbraue. „Du unterschätzt Haie.“ Sagte er vollkommen ernst. „Sie sind außerordentlich urteilende Wesen.“ Er nickte, als würde er über wissenschaftlich belegte Fakten sprechen. „Der Hai würde dich ansehen, hören wie du versuchst, mit ihm Freundschaft zu schließen, und anschließend beschließen, dass du anstrengend bist.“ Er hob eine Hand. „Nicht gefährlich oder unhöflich, lediglich anstrengend.“ Seine Mundwinkel zuckten verdächtig. „Eine vernichtende Kritik, wenn du mich fragst.“ Dann schüttelte er langsam den Kopf. Das Lachen lag noch immer in seiner Stimme. Doch sein Blick wurde wieder etwas ruhiger. „Ich bin froh, dass du das Versprechen gegeben hast.“ murmelte er schließlich. „Die meisten Versprechen drehen sich darum, vorsichtig zu sein.“ Seine Augen wanderten kurz durch die Dunkelheit des Waldes. „Dieses hier dreht sich darum, es nicht zu sein.“ Ein Ast knackte unter seinem Schuh. Dann warf Asmodeus ihm erneut einen Seitenblick zu. „Weißt du, Seth…“ Seine Stimme war ungewohnt sanft. „Du redest davon, Spuren zu hinterlassen und ich glaube, du machst das bereits.“ er machte eine kurze Pause. „Vermutlich merkst du es nur nicht.“ Sein Blick glitt zurück auf den Waldweg. „Die meisten Menschen erinnern sich an diejenigen, die ihr Leben verändert haben. Manchmal reicht es aber schon, wenn jemand einen einzigen Abend besser macht.“ Und erstaunlicherweise wirkte es fast so, als würde er dabei nicht über irgendeinen abstrakten Gedanken sprechen. Sondern über diesen Abend.

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Seth

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Re: 🌲 Waldpfad

von Seth am 09.06.2026 16:38

"Der Stand eines Menschen sagt nichts über seine Intelligenz aus, Asmodeus. Und egal wie intelligent jemand ist, wenn er dein Schweigen tatsächlich deinem Lachen vorzieht, muss derjenige dem Wahnsinn nahe sein." Erklärte er leise lachend und stiess ihn sanft mit der Schulter an. Das blau seiner Augen funkelte sanft im schwachen Mondlicht. Er genoss die friedliche Stimmung im Wald sehr. Als Asmodeus langsamer wurde, verlangsamte auch er seine Schritte und lächelte leicht verlegen. 
"Hey, so unwahrscheinlich ist das bei deinem Namen, auftreten und angegebenen Alter nicht unbedingt, oder? Ausserdem finde ich jetzt nicht unbedingt, dass ich so ungewöhnlich bin." Winkte er leicht verlegen grinsend ab und schüttelte den Kopf. "Aber es bringt nichts, zu versuchen vor sich selbst zu fliehen. Man kann sich nicht entkommen. Man kann nur lernen, sich zu akzeptieren und weiter zu machen." 
Bei seinen nächsten Worten lachte er allerdings leider auf und schüttelte den Kopf. "Für einen alten Mann hast du ja einen ziemlich schrägen Humor. Ausserdem bin ich ja wohl nicht mal annähernd so seltsam wie du!" Beschwerte er sich gespielt beleidigt und bereute in dem Moment, keine Servietten mitgenommen zu haben, um ihn erneut abzuwerfen. Doch dann wurde sein Ausdruck ebenfalls wieder etwas weicher. "Wie gut, dass ich freche Kerle mag." Fügte er mit einem neckischen zwinkern hinzu, ehe er sanft nickte.
"Das ist ein versprechen, dass ich dir gerne gebe. Immerhin stellt es lediglich sicher, dass ich mein Leben auch tatsächlich lebe. Also danke, dass du es mir angenommen hast. Und wer weiss, vielleicht wagen wir das ein oder andere verrückte Abenteuer ja auch mal zusammen." Murmelte er sanft lächelnd und fuhr sich durchs Haar.
"Wenn dieser eine Abend genügt hat, dass du mich nicht so bald wieder vergisst, dann würde mich das tatsächlich ziemlich glücklich machen." Fügte er mit seiner typischen, unverholenen Ehrlichkeit hinzu, die aufsteigende Röte in seinen Wangen ignorierend.

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